Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Freier Wille [Re: Weiter mit Massaker [Re: bin zurück]] (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 18.08.2008 23:49 schrieb mrw:

Memorystick, ich denke, Du hast wesentliche Punkte meiner Argumentation nicht verstanden. Jedenfalls ignorierst Du sie, oder gehst allenfalls am Rande darauf ein, obschon es zentrale Punkte sind. Die anderen haben Dich allerdings im Wesentlichen bereits darauf hingewiesen. Vielleicht habe ich mich aber auch zuwenig klar ausgedrückt.

  1. Liebe bedeutet, dass man die Entscheidung des Partners respektiert, auch wenn sie einem nicht gefällt.
    → Folglich ist die von Gewalt geprägte Beziehung von Gott zu den Menschen keine Liebe!
  2. Einerseits gibt Gott den Menschen den freien Willen, andererseits aber wird er wütend, wenn die Menschen davon anders Gebrauch machen, als ihn zu verehren.
    → Das ist absurd, unlogisch, ein Widerspruch.
  3. Warum offenbart sich ein Gott, der eine Beziehung zu den Menschen aufbauen will, nicht allen Menschen und macht durch diese offensichtliche Offenbarung den Glauben obsolet?
    Wie kann man jemanden lieben, von dem man gar nicht genau weiss, ob es ihn gibt?
    Dein Gott wäre verpflichtet, so zu offenbaren, das alle Menschen wissen, dass es ihn gibt; Und diese Diskussion wäre überflüssig, wenn es Deinen Gott gäbe!
    Du musst ja auch nicht an Deine Frau (oder Freundin) glauben, um sie zu lieben. Allein diese Vorstellung ist absurd! Es macht überhaupt keinen Sinn, im Gegenteil, es ist Kontraproduktiv, die Liebe mit Glauben zu verknüpfen!
    → Die Tatsache, dass Du glaubst (und nicht weisst), die Tatsache, dass andere Menschen anderes glauben, beweist, dass Deine Theorie falsch ist.

Bevor Du weiterliest, muss ich Dich gleich warnen: Einige Deiner Antworten haben mich sehr in Rage gebracht, so dass ich bei der Formulierung der Antwort wohl nicht immer sehr höflich war. Was ich aber geschrieben habe, meine ich genau so, darum habe ich es so formuliert. Manche Sachen kann man einfach nicht in höfliche Worte fassen (oder ich kann das nicht). Eigentlich schwingt bei mir die Hoffnung mit, dass Du mich besser verstehen kannst, wenn ich meine Wut und meinen Ärger, aber auch meine Verzweiflung über Deine Antworten deutlicher zum Ausdruck bringe, denn es muss gesagt sein. Ich bitte um etwas Geduld und Nachsicht.

Am 18.08.2008 18:14 schrieb memorystick:
Lass mich kurz die Grundlagen des freien Willens zusammenfassen. Das für mich eine nötige Grundlage um auf die Massaker einzugehen.
1.) Gott wollte Menschen erschaffen, mit denen er in einer Liebesbeziehung stehen kann.

Hypothetisch angenommen, von mir aus. Aber ich teile im Wesentlichen Gwendolans Einwand: «Ein Allmächtiges Wesen kann aber keine Bedürfnisse haben, die er sich nicht selbst erfüllen könnte.»

Der Ansatz, Gott schafft sich etwas, was er dann lieben kann, finde ich sehr absurd. Und wie ist diese Behauptung in der Bibel begründet?

2.) Es liegt in der Natur der Liebe, dass sie auf freiwilliger Basis stattfindet.

Die Freiwilligkeit heisst aber auch, dass die Partnerin frei entscheiden darf, ob sie Dich liebt oder nicht, dass sie frei entscheiden darf, ob sie Dich liebt, oder Deinen Nachbarn (sprich: Andere Götter). Liebe heisst auch, dass Du Deine Partnerin ziehen lassen musst, wenn sie nicht mehr bei Dir bleiben will. Liebe heisst nicht, dass Du sagst: «Du darfst mich lieben, dann geht es Dir gut und ich werde immer für Dich da sein. Aber liebe keinen anderen ausser mir, sonst bringe ich Dich um!»

Du (und mit Dir viele Christen) hast eine ganz grauenvolle und perverse Vorstellung von dem, was Liebe ist!

«Glaube» ist nicht freiwillig! Ich kann nicht glauben, was offensichtlich unlogisch, falsch und absurd ist. Daher kann ich gar nicht an den christlichen Gott glauben, ich kann es nicht wollen! Ich müsste dazu den unbändigen Willen verspüren, mich selbst zu belügen und zu betrügen. Das kann ich nicht! Folglich ist «Glaube» keine freie Entscheidung!

Liebe ebensowenig. Man liebt, oder man liebt nicht. Das ist ein Gefühl, eine Emotion, aber kein Willensakt.

Was hat Gott getan, um unsere Liebe zu verdienen? Ich könnte nie jemanden lieben, dem es offensichtlich Freude bereitet, Menschen zu quälen! ich könnte nie jemanden lieben, der massenhaft Kinder ermordet, der Angriffskriege führt, der von seinem Sohn verlangt, sich ans Kreuz nageln zu lassen. Das ist mir vollkommen unmöglich!

Ich empfinde dem biblischen Gott gegenüber in etwa die gleichen Gefühle, wie gegenüber Adolf Hitler, weil ich die beiden ungefähr gleich beurteile.

3.) Gott musste den Menschen also die Entscheidungsfreiheit geben, ihn nicht zu lieben, um echte Liebe zu erfahren.

Und er muss die Entscheidung respektieren! — Und genau das tut er nicht!

4.) Es ist offensichtlich, dass Gott mehr Freude daran hat, wenn nur die Hälfte der Menschen ihn liebt, als wenn alle Menschen zu ihm halten, weil sie willenlose Roboter sind.

Wenn Gott die Menschen mit Gewalt zur «Liebe» zwingt, dann ist das keine Liebe und es gibt auch keinen Unterschied zum willenlosen Roboter!

5.) Als Folge liebt ein Teil der Menschheit Gott, ein anderer Teil liebt ihn nicht. Und ein Teil liebt ihn manchmal und manchmal nicht. Zu Punkt 5 liefert die Bibel unzählige Geschichten.

Das ist die freie Entscheidung der Menschen, die Gott respektieren muss!

Natürlich will Gott, dass möglichst viele Menschen ihn lieben.

Da hätte ich ihm viele gute Vorschläge:

  1. Er soll den Menschen Wissen geben, statt Glaube!
  2. Er soll die Menschen respektieren!
  3. Er soll den Menschen nicht drohen!
  4. Er soll auf Gewalt verzichten!
  5. Er soll die Menschen unterstützen, ihnen helfen, auch wenn sie ihn nicht anbeten!
  6. Er soll den Menschen ein gutes Vorbild sein!
  7. Er soll die Menschen ohne Bedingungen wieder ins Paradies einlassen!
  8. Er soll Leid, Schmerz, Tod abschaffen!
  9. Er soll sich bei Luzifer entschuldigen und sich mit ihm versöhnen!
  10. Er soll sich mit seinen konkurrierenden Göttern versöhnen!

All diese Forderungen erfüllt der biblische Gott bei weitem nicht.

Jetzt gibt es aber Menschen, die ihn nicht lieben.

Kein Wunder, zeigt er sich doch als grauenvolles Monster! Ein anständiger Mensch kann ihn nicht lieben! Genausowenig, wie ein anständiger Mensch sonst einen Tyrannen lieben könnte.

Wo wir beim Thema sind: Warum lese ich in Deiner Antwort nichts mehr von Stalin? Das war einer meiner wesentlichen Punkte, eine sehr wichtige Argumentation, die Du übergangen hast!

Ja sogar Menschen, die sich selber andere Götter basteln (Götzen) oder sich selber als Gott bezeichnen (Pharao). Diese Menschen wollen nicht zu Gott und deshalb kann Gott nicht in Gemeinschaft mit ihnen leben. Denn es wäre keine freiwillige Liebe.

«Nicht in Gemeinschaft leben» und andere ermorden sind zwei ganz verschiedene Dinge! So etwas ist typisch für Euch Christen, und es macht mich rasend wütend!

Du verharmlost ganz schreckliche Dinge, wie Mord, Vernichtungskrieg, Folter, Genozid, die gemäss der Bibel Dein Gott getan hat! Dafür verwendest Du verniedlichende Begriffe, wie «Gottesferne» oder «nicht in Gemeinschaft leben»!

Hat man Dir wirklich den klaren Verstand schon so verdreht? Kannst Du wirklich nicht mehr klar denken? Ich finde das wirklich grauenvoll, und ich weiss nicht, was ich für Dich empfinden soll, Ekel oder Mitleid?! Es ist schlimm, wie die Bibel, wie ein Glaube einen wahrscheinlich sonst klugen Verstand erblinden lassen kann!

Diese Argumentation macht mich wirklich wütend, denn sie ist durch und durch verlogen.

Jetzt wirst Du Dich wahrscheinlich wieder über meine Wortwahl ereifern, aber ich finde beim besten Willen keine sanfteren Worte, mit denen ich ausdrücken kann, wie mir die Galle hochkommt, angesichts dessen, was Du da geschrieben hast. Bitte verzeih mir den Ton, aber ich weiss echt nicht mehr, wie ich Dich wachrütteln kann! Du, aber leider nicht nur Du, sondern viele andere auch, die ähnlich lamentieren, bringst mich zur Verzweiflung. Ich kann nicht verstehen, wie ein Mensch so dermassen verlogen sein kann, und es dabei selbst nicht bemerkt! Bitte hilf mir: Wie kann ich Dir das beibringen?

Da ist ein Gott, der Menschen schafft, offenbar zu seinem eigenen Spassvergnügen, weil er geliebt werden will, dann tun die Menschen nicht so, wie er will, also erteilt er ihnen Hausverbot. Da das nicht genügt, bringt er einen nach dem anderen um, vernichtet ganze Städte, killt unschuldige Kinder, führt «sein» Volk in blutige Angriffskriege, in denen ganze Völker vernichtet werden, und Du schwandronierst von «Liebe» und «Beziehungen»! Kein Wunder artet das Christentum immer wieder in Gewaltexzesse aus, wenn die Gewaltakte nachträglich verniedlicht werden!

Wie kann man nur Gewalt rechtfertigen!

Und jetzt kommt der springende Punkt: Was machen die Menschen, die Gott nicht lieben? Sie versuchen andere Menschen dazu zu bringen, Gott auch nicht zu lieben. So wie du. Und das ist ein grosses Problem!

Na und? Das rechtfertigt immer noch keine Gewaltexzesse! Gott kann ja versuchen, die Herzen dieser Menschen zu gewinnen, statt sie zu ermorden. Gelingt es ihm nicht, ist es wohl eher sein Fehler!

Den Pharao zu töten hätte ich persönlich für richtig gehalten.

Aha!

Aber dann wird einfach der nächste Pharao ernannt und die Geschichte geht weiter.

Also: Gott wollte ja nicht das Faraonentum abschaffen, er wollte die Juden auslösen. Der folgende Farao wäre wohl sicher so vorsichtig gewesen, und hätte nicht riskiert, dass er das gleiche Schicksal erleidet, wie sein Vorgänger. — Und falls doch, hätte es halt bei Farao Nummer drei geklappt.

Damit wäre das Problem nicht gelöst, sondern aufgeschoben. Du scheinst auch zu vergessen, dass das Volk den Pharao als Gott verehrt.

Verehren musste! Abgesehen davon ist es nur eine Frage von Erziehung und Bildung, an welche Götter man glaubt! Wer in Ägypten aufgewachsen ist, glaubt selbstverständlich an Osiris und den Farao, wer bei den Juden gross wurde an Jahwe. Ausnahmen sind eine kleine Minderheit!

Für seinen Geburtsort kann ein Mensch nichts!

Plus einige Götter die sie sich einbildeten.

Ha ha, so wie Du Dir Deinen Gott einbildest?

Du siehst: Das Ägyptische Volk stand auf der Liste der Völker die Gott nicht liebten. Und sie unterdrückten das Volk, welches Gott liebte. Es bestand Handlungsbedarf am Ägyptischen Volk.

Unsinn. Die Entscheidung für eine Religion ist keine freie Entscheidung. Früher schon gar nicht!

Wieso liebt Gott nur ein Volk?

Nicht nur am Pharao. Denn die Bevölkerung hatte sich gegen Gott entschieden.

Die Bevölkerung hat getan, was ihr vorgelebt und befohlen wurde. Genauso, wie bei den Juden!

Die Sache mit den Kindern ist etwas komplizierter. Da bin ich teilweise auch überfragt. Möglicherweise wären die Kinder ja sowieso irgendwann den ägyptischen Göttern nachgerannt?

Genau. Also ermorden wir (1938) doch gleich mal alle deutschen Kinder, sie würden ja sowieso nur zu Nazis werden! Oder ermorden wir doch gleich alle amerikanischen Kinder von republikanischen Eltern, sie würden ja sowieso nur Republikaner wählen!

Deine Argumentation ist so dermassen widerlich und absurd, dass ich wirklich nicht weiss, ob ich das ernst nehmen soll! Ich fürchte nur, Du meinst das tatsächlich ernst. Und das finde ich einfach nur grässlich!

Genau diese Argumentationsweise ist es, die Hexenverbrennungen und Inquisition ermöglicht! Solche Menschen, wie Du sind letztlich Schuld an den grauenvollen Verbrechen, die durch die Christenheit begangen wurden. Ich finde es zutiefst bedauerlich, dass Dir offensichtlich jede gesunde Kritikfähigkeit abhanden gekommen ist. — Ja, ich werde wieder zu angriffig, ich seh's ja ein, aber ich kann nicht anders. Genau das ist der Grund, warum wir Atheisten uns so gegen Euch Christen wehren. Wenn diese Ideologie, wie Du sie vertrittst, jemals wieder an die Macht kommen sollte, werden fürchterliche Zeiten über die Menschen hereinbrechen. Dagegen müssen wir uns wehren.

Ich finde es wirklich schrecklich, was Religion aus Menschen macht. Und das ist leider weder zynisch noch sarkastisch gemeint. Ein religiöser Mensch wie Du kann mit offenen Augen inmitten eines grauenvollen Massakers stehen, und sich daran noch freuen! Es ist einfach nur traurig.

Du könntest nun argumentieren, «Das ist Gott, der darf alles», oder eine Variante von «Gottes Wege sind unergründlich» einbringen.

Ok, zu einem kleinen Teil (im Bezug auf die Kinder) berufe ich mich auf die Unergründlichkeit. Aber einen grossen Teil habe ich ja auch begründet ;-)

Keine Begründung, die ich in irgendeiner Weise akzeptieren kann, im Gegenteil, sie widert mich an. :-(

Warum stehen die Genfer Konventionen nicht in der Bibel?

1.) Die Bibel ist grösstenteils ein Werk, das die Gott-Mensch-Beziehung regelt. Die Genfer Konvention regelt Mensch-Mensch-Beziehungen.

Das ist einfach nicht wahr. Es werden in der Bibel sehr viele Mensch-Mensch Beziehungen geregelt. Ausserdem befiehlt dieser Gott Kriege. Andere Kriege werden in der Bibel ausdrücklich gutgeheissen. Warum setzt sich Gott nicht für eine gewaltfreie Konfliktlösung ein?

Also nochmals:

Warum stehen die Genfer Konventionen nicht in der Bibel?

2.) Die Bibel sagt: «Liebe Gott und liebe deinen Nächsten wie dich selbst.» Und «tue niemandem wie du nicht willst dass man dir tut».

Und er befiehlt Angriffskriege. Und er massakriert. Ein Widerspruch oder eine Ausnahme?

Würden alle Menschen sich daran halten, wäre die Genfer Konvention gar nicht mehr nötig.

Die Bibel ist ein ganz ganz schlechtes Vorbild, was Kriege betrifft! Ein Gott, der Völkermorde begeht, bedarf dringenst der Genfer Konventionen!

Dann gäbe es niemand der massakriert werden müsste, weil alle Gott lieben.

Ach, man «muss» also massakrieren? Widerlich!

Und es gäbe keine Kriege, weil die Menschen nett zueinander wären.

Die Bibel lebt das Gegenteil vor! Ebenso die Christenheit (als es sie so noch gab).

Warum steht die Erklärung der Menschenrechte nicht in der Bibel?

«Liebe Gott und liebe deinen nächsten wie dich selbst.» Wird von Jesus als das «oberste Gebot» bezeichnet.

Die Erklärung der Menschenrechte geht viel weiter, sie ist viel ausgereifter und lange nicht so plump.

Offensichtlich sind die Menschen besser in der Lage, sich selbst höchste Gesetze zu geben, als Dein tyrannischer Wüstengott und sein gekreuzigter Sohn!

Würden sich alle daran halten, dann gäbe es weder von Menschenseite noch von Gottes Seite her eine «Menschenrechtsverletzung»

Wieder rechtfertigst Du Gewalt. Widerlich!

Im folgenden beziehe ich mich viel auf das oberste Gebot und dass es am Menschen liegt, sich daran im freien Willen zu halten. Am besten, du liest es kurz nach: Matthäus 22.34-40

Das Problem ist nur, dass Dein Gott sich selbst nicht daran hält. Sonst hätte er keine Massaker begangen! Ich denke, das ist das einzig ethisch halbwegs Brauchbare in der Bibel. Aber eben, was bringt's, wenn Gott ein solches Monster ist?

Klar, die Bibel wurde von Menschen gemacht, und musste daher ihre Bedürfnisse erfüllen. Eines davon war, dass sie einen starken Schutzgott wollten, und der ist nunmal grausam und kriegerisch. Jahwe ist ein Produkt der Zeit, in der er erfunden wurde. Später, bei Jesus war diese Herkunft wohl eher ein bisschen peinlich, aber auch das neue Testament ist alles andere als frei von Gewalt. Man lese nur die diversen Drohungen mit Höllenqualen oder die Gewaltfantasien in der Offenbarung. Die Menschen, die die Geschichte weiterspannen, waren halt immernoch primitive Wüstenbewohner, auch wenn sie von den Römern ein klein wenig zivilisiert wurden. Aber eben, eine so einfache und schlüssige Erklärung glaubst Du ja nicht. Darum musst Du nach wie vor Gewaltexzesse verharmlosen, um Deine Glauben rechtfertigen zu können.

Ihr […] Christen betont doch gern, wie ach so lieben Euer Gott sein soll.

Siehe oben: Gott liebt die Menschen. Oberstes Gebot: Der Mensch soll auch Gott lieben.

Nicht «soll», «muss», bei Todesstrafe und Höllenqual!

Es ist ja auch nicht so, dass es allein Deinem freien Willen überlassen wäre, ob Du stehlen willst, oder nicht: Du unterlässt es, oder Du wirst mit Gewalt dazu gezwungen, es zu unterlassen. Bei Gott ist das ähnlich, nur viel perverser, weil es da nicht um «stehlen» geht, sondern um «lieben»: Du liebst Gott, oder Du wirst mit Gewalt dazu gezwungen.

Diese Ideologie ist wirklich pervers!

Ausserdem glaubt Ihr, dass die Bibel eine hohe Moral verkörpern würde.
Würden sich alle an der oberste Gebot halten, wäre die Welt ungeheuer moralisch.

Würde sich Gott daran halten, könnte man ihn lieben.

Gott hat den Menschen Gewalt angetan. Das stimmt. Aber nicht im Krieg, sondern viel mehr im Gericht.

Das ist gelogen, und wenn Du die Bibel kennen würdest, wüsstest Du, dass das gelogen ist!

Vergleiche z.B. den Einzug ins gelobte Land!

Aber was soll Gott tun, wenn Herr A versucht, die Liebe von Herr B zu Gott zu zerstören? Soll er beide zwingen, sie zu lieben? Ihnen den freien Willen wegnehmen?

Oder soll er vielmehr sowohl den freien Willen von Herrn A, wie auch von Herrn B respektieren?

Liebe gewinnt man nicht durch Gewalttaten!

Das Problem ist, dass Gott sich wehren muss, wenn die Menschen ihn bekämpfen.

Wie Stalin.

Er will von möglichst vielen Menschen geliebt werden. Leider werden die Menschen die ihn lieben von den ungläubigen getötet oder dazu gebracht ihn nicht mehr zu lieben.

Oh, ich habe ja beinahe Erbarmen mit dem armen Gott, der offenbar ein solches Liebesdefizit hat, dass er die Menschen mit Gewalt zur Liebe zwingen muss. (Das war jetzt Sarkasmus.)

Gott ist auch nicht liebenswürdig! (Das nicht.)

Müsste nicht gerade er als Gott uns allen ein moralisches Vorbild sein?

Siehe: Das wichtigste Gebot.

Was nützt ein Gebot, das selbst von Gott nicht eingehalten wird?!?

Gott ist kein Vorbild. Er macht Vorschriften, das ist alles. Die meisten sind übel, ganz wenige halbwegs brauchbar.

Doch das ist nicht der springende Punkt hier. Vielmehr läuft das wieder auf ein «Gottes Wege sind unergründlich»-Argument hinaus.

Ich finde, bis jetzt habe ich ganz gut erklärt ;-)

Das finde ich gar nicht. :-(

Aber: Angenommen Gott hat dem Mensch in guter Absicht den freien Willen gegeben. Dann muss er entsprechend auch die freien Entscheidungen der Menschen respektieren.

Gott scheint tatsächlich zu akzeptieren, wenn sich die Menschen für die Hölle entscheiden.

Das habe ich nicht gemeint, und das weisst Du!

Ich beobachte auch heute noch, wie er diese Menschen in Ruhe lässt. Das entspricht dem freien Willen.

Weil es ihn nicht gibt. Nur darum mischt er sich «heute» nicht mehr ein. Eingemischt hat er sich nur in der biblischen Erzählung, und zwar darum, weil diese frei erfunden ist, und man da soviele «Heldentaten» eines nicht existierenden Gottes hineinschreiben kann, wie man will. Papier ist geduldig.

In der Bibel hatte er die Menschen nicht in Ruhe gelassen. Das bestätigt nur meine Aussage, dass es diesen Gott nicht gibt und die Bibel erfunden ist. (Abgesehen davon, dass das auch von den Alttestamentlern, Religionswissenschaftlern, Historikern und Archäologen bestätigt wird.)

Aber offenbar wehrt er sich, für die Menschen, die ihn lieben.

Heute noch? Nachweislich? Wie?

Wäre die Gott-Mensch-Beziehung demokratisch, dann könnten die Menschen einen anderen Gott wählen. Aber da es nur einen Gott gibt, funktioniert dieses System hier nicht.

Die Bibel meint das anders. «Du sollst keine anderen Götter haben neben mir» bedingt, dass es andere Götter gibt!

Ausserdem müsste er die Wahl auch dann akzeptieren, wenn es keine anderen Götter gibt, falls er das mit dem freien Willen ernst gemeint hat.

Der Mensch muss sich an das halten, was Gott vorschreibt, wenn der Mensch mit Gott eine Liebesbeziehung führen will

Und wenn er das nicht will, oder nicht gehorcht, wird er massakriert. Widerlich!

(die Errettung durch Jesus ist auch ein Weg, aber das ist ein anderes Thema).

Verfügter Mord an seinem «Sohn». Auch widerlich!

Will er das nicht, muss er gar nichts tun. Dann muss er aber auch nichts von Gott erwarten.

Doch: Den vorzeitigen Tod, oder den seines erstgeborenen Sohnes, wie die armen Ägypter!

Er ist kein Vorbild, in keinerlei Hinsicht.

Wenn du dieser Ansicht bist, dann darfst du niemanden lieben.

Ich habe nicht so eine perverse Vorstellung von Liebe, wie Du! Auf Deine Art von «Liebe» verzichte ich dankend!


Ok, lassen wir Ägypten. Schade, denn ich hätte dir viel zu Ägypten sagen können.

Nein, im Gegenteil. Über Ägypten zu reden ist vermutlich einfacher, weil vieles hier offensichtlicher ist. Ich erwarte auch immer noch den Text, den Du seit Monaten vorbereitet hast.

zwischen Gott und den Ägyptischen Götzen.

Welche Impertinenz, welche Selbstherrlichkeit doch aus diesen Worten klingt!

Ich hätte dir auch einen kleinen Exkurs in die Ägyptische Mythologie gegeben, die eine ganz interessante Rolle spielt.

Wieso? Weil die Juden und die Christen einiges bei den ägyptischen Göttern kopiert haben, oder weil der monotheistische Jahwe vom Echnatons Aton und dem persischen Zarathustra beeinflusst war?

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Re: Freier Wille (bessere formatierung. das andere kann gelöscht werden) (memorystick)


Am 20.08.2008 22:56 schrieb memorystick:

Hi mrw

Nach zwei Tagen habe ich die Antwort fertiggestellt. Weil ich auf viele Einwände deinerseits mit dem selben Textabschnitt antworten will, habe ich einege meiner Abschnitte mit eingeklammerten Nummern versehen. Z.B. (2). Wenn ich später nochmals den selben Abschnitt verwenden wollte habe ich einfach „Swiehe (2)“ hingeschrieben.

1.) Liebe bedeutet, dass man die Entscheidung des Partners respektiert, auch wenn sie einem nicht gefällt. Folglich ist die von Gewalt geprägte Beziehung von Gott zu den Menschen keine Liebe!
2.) Einerseits gibt Gott den Menschen den freien Willen, andererseits aber wird er wütend, wenn die Menschen davon anders Gebrauch machen, als ihn zu verehren.

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"Oberstes Gebot der Liebe"


Am 26.09.2008 11:17 schrieb gwendolan:

Memorystick, ich habe noch eine interessante Stelle zu deinem "obersten Gebot der Liebe" gefunden. Im Römerbrief wird sie von Paulus nämlich so verdeutlicht: Liebe deinen Feind, segne ihn, räche dich nicht an ihm - denn die Rache gehört Gott allein, und wenn man seine Feinde liebt, so verschlimmert man dadurch ihre postmortalen Höllenqualen. Eine rein utilitaristische Feindesliebe also, die nur gelebt werden soll, damit Gott nacher um so grausamer rächen kann.

12.9 Die Liebe sei ungeheuchelt. Verabscheut das Böse, haltet fest am Guten. 12.10 In der Bruderliebe seid herzlich züinander, in Ehrerbietung einer dem anderen vorangehend; 12.11 im Fleiss nicht säumig, brennend im Geist; dem Herrn dienend. 12.12 In Hoffnung freut euch; in Trübsal harrt aus; im Gebet haltet an; 12.13 an den Bedürfnissen der Heiligen nehmt teil; nach Gastfreundschaft trachtet. 12.14 Segnet, die euch verfolgen; segnet, und fluchet nicht. 12.15 Freut euch mit den sich Freuenden, weint mit den Weinenden. 12.16 Seid gleichgesinnt gegeneinander; sinnt nicht auf hohe Dinge, sondern haltet euch zu den Niedrigen; seid nicht klug bei euch selbst. 12.17 Vergeltet niemand Böses mit Bösem; seid bedacht auf das, was ehrbar ist vor allen Menschen. 12.18 Wenn möglich, so viel an euch ist, lebt mit allen Menschen in Frieden. 12.19 Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn; denn es steht geschrieben: «Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht der Herr. 12.20 «Wenn nun deinen Feind hungert, so speise ihn; wenn ihn dürstet, so gib ihm zu trinken; denn wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. 12.21 Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten.

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