Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Bibel als Menschenwerk, Gewalt und Re: Freier Wille (memorystick)

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Diskussionsbeitrag:

Am 16.09.2008 09:15 schrieb memorystick:

58.11 Freuen wird sich der Gerechte, wenn er die Rache anschaut; er watet im Blut des Gottlosen. 58.12 Und der Mensch soll sagen: Es gibt doch Lohn für den Gerechten; es gibt doch einen Gott, der auf Erden richtet.

Also das klingt für mich so, wie wenn "der Gerechte" der sich Freut nicht Gott, sondern ein Mensch ist. Ein Gerechter Mensch, der sich daran freut, dass seine Gerechtigkeit ihm zum Überleben verholfen hat, während die ungerechten die vorher vieleicht auf seine Kosten Unrecht getan haben jetzt weg sind. Das Leben wird jetzt leichter für den gerechten, was ihn natürlich freut. Es wird hier ja ausdrücklich zwischen Gott und dem Menschen unterschieden.

Der "Richter" ist zwar sicher auch gerecht. Aber derjenige der vom Richter Recht bekommt ist auch gerecht. Deshlab denke ich, dass sich hier nicht Gott freut.

Das sehe ich allerdings anders. Gerade diese "grundlegende christliche Botschaft", dass ein Blutopfer, ein Menschenopfer (!) notwendig ist, um Schuld zu vergeben, erachte ich als archaisch und inhuman. Ausserdem ist sie komplett unlogisch: Gott stellt eine Regel auf, dass jeder, der seine Gebote bricht, als Sünder zu bestrafen sei.

Grundlagen des Christentums: Gott ist heilig (das lässt sich ungefähr mit perfekt, fehlerfrei, wahheit gerechtigkeit übersetzen). Er ist derart "fehlerfrei" (heilig), dass ein "fehlerbehafteter" (sündiger) seinen Anblick gar nicht ertragen kann. Das ist in der Bibel mehrmals niedergeschrieben. Deshalb kann ein sündiger Mensch nicht zu ihm kommen. Somit hat Gott die Regel nicht aufgestellt, dass sünde schlecht und verhindert oder bestraft werden muss. Es ist viel mehr Teil seines und unseres Wesens.

dann könnte er das einfacher haben, indem er das Konzept der "Sünde", für welche blutige Widergutmachung geleistet werden muss, einfach abschaffte. Oder - als Allwissender, Allmächtiger, Allgütiger - gar nicht erst so ein archaisch-inhumanes Konzept installierte.

Dazu müsste Gott uns den freien Willen nehmen oder sein eigenes Wesen ändern. Das eine wollen die Menschen nicht, das andere will wahrscheinlich er nicht.

hat doch gemäss der Bibel Jesus selbst gesagt, er sei nicht gekommen, um den Frieden zu bringen, sondern das Schwert, und er sei nicht gekommen, um die alten Gesetze ausser Kraft zu setzen - im Gegenteil.

Es gibt immer noch Krieg auf Erden. Somit ist das was er gesagt hat wahr. Aber das hat nichts mit seinem Opfer zu tun. Er ist gekommen, damit wir vergebung finden können und somit sündlos genug sind um vor Gott zu treten.

Vieleicht macht dir dieses moderne Gleichnis den Sinn von Jesu wirken auf Erden besser klar: Ein Polizist sieht ein falsch geparktes Auto. Er füllt den Strafzettel aus und will ihn gerade as Auto heften. Da sieht er, wie eine Frau mit drei Kindern aus dem Stadtverwaltungsgebäude kommt und auf das Auto zugeht. Wahrscheinlcih die Besitzerin. Er kennt die Frau und weiss, dass sie in grossen finanziellen Schwierigkeiten steckt. Denn er hat sie schon öfters auf dem Betreibungsamt gesehen, von wo sie wahrscheinlich auch jetzt kommt. Es ist kurz vor Feierabend und wahrscheinlich hat sie das Auto falsch geparkt um noch rechtzeitig eine Betreibung zu bearbeiten. Dem Polizist tut die Frau leid. Ihre kleider sind zerschlissen, die Kinder mager. Wohnen tut sie in einem abgelegenen Haus, weshalb sie das Auto dringend braucht. Er will ihr die Strafe erlassen, aber das darf er nicht. Das Gesetz schreibt vor, dass er den Zettel austeilen muss. Die Strafe muss bezahlt werden! Was macht er? Er steckt den Strafzettel in die eigene Tasche, geht zur nächsten Poststelle und bezahlt die Strafe an Stelle der armen Frau. Dem Gesetz wurde genüge getan. So genial war bzw. ist Jesus!

Ausserdem ist die "Freudesempfindung" ja eine tatsächliche Beschreibung einer Gefühlsregung, welche - egal was nacher für Wandel Gottes Charakter passiert wären (nicht sind!) - nicht in dem Sinn "widerlegt" werden kann.

Das habe ich nicht gesagt. Wenn da steht, dass Gott sich freut, dann wrid es so sein. Aber man muss nicht sagen, dass es ihn immer freuen wird, blos, weil es in einem Fall so steht.

Grüsschen Memorystick

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Re: Bibel als Menschenwerk, Gewalt und Re: Freier Wille (gwendolan)


Am 16.09.2008 18:05 schrieb gwendolan:

Also das klingt für mich so, wie wenn "der Gerechte" der sich Freut nicht Gott, sondern ein Mensch ist.

Ja, das klingt so. Aber wird "Der Gerechte" nicht auch als Titel für Gott gebraucht in der Bibel? Und was freut den Gerechten daran, wenn Gott Kinder im Leib ihrer Mütter zerstört, die "Schlangenbrut"? Diese können ihm nämlich noch nichts unrechtes getan haben, ja können überhaupt noch nichts unrechtes getan haben. Der Psalm offenbart das unethische biblische Konzept der Erbsünde damit ser schön.

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