Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Bibel als Menschenwerk, Gewalt und Re: Freier Wille (gwendolan)

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Diskussionsbeitrag:

Am 16.09.2008 18:05 schrieb gwendolan:

Also das klingt für mich so, wie wenn "der Gerechte" der sich Freut nicht Gott, sondern ein Mensch ist.

Ja, das klingt so. Aber wird "Der Gerechte" nicht auch als Titel für Gott gebraucht in der Bibel? Und was freut den Gerechten daran, wenn Gott Kinder im Leib ihrer Mütter zerstört, die "Schlangenbrut"? Diese können ihm nämlich noch nichts unrechtes getan haben, ja können überhaupt noch nichts unrechtes getan haben. Der Psalm offenbart das unethische biblische Konzept der Erbsünde damit ser schön.

Somit hat Gott die Regel nicht aufgestellt, dass sünde schlecht und verhindert oder bestraft werden muss. Es ist viel mehr Teil seines und unseres Wesens.

Dann ist Gott offenbar nicht allmächtig, sondern viel mehr ohnmächtig "höheren" Gesetzen unterworfen. Interessantes Konzept - allerdings nirgends in der Bibel zu finden. Wo hast du das her?

dann könnte er das einfacher haben, indem er das Konzept der "Sünde", für welche blutige Widergutmachung geleistet werden muss, einfach abschaffte. Oder - als Allwissender, Allmächtiger, Allgütiger - gar nicht erst so ein archaisch-inhumanes Konzept installierte.

Dazu müsste Gott uns den freien Willen nehmen oder sein eigenes Wesen ändern. Das eine wollen die Menschen nicht, das andere will wahrscheinlich er nicht.

Nein, mit dem biblischen "freien Willen" hat das nun wirklich nichts zu tun. Blutrache fördert den freien Willen nun wirklich nicht - im Gegenteil! Ausserdem wurde ja die Bestrafung durch Jesus' Opfer nicht abgeschaft, sie erfolgt nun einfach posthum in der Hölle für ewig. Und für sein Wesen ist Gott selbst verantwortlich, oder - wie erwähnt - nicht allmächtig. Wenn "sein Wesen" ihn zu unethischem Handeln bringt, dann ist der biblische Gott eben ein unethisches Subjekt, bzw. abstrakter betrachtet ein unethisches, archaisches und inhumanes Konzept. Und genau darum geht es letztlich.

Polizistenfabel

Ich fände das Verhalten des Polizisten (ethisch) falsch. Natürlich er handelt in seiner Eigenschaft als Mensch, und Bussen sind die einzige Strafart, die auch ein Dritter "übernehmen" darf, aber dennoch kratzt er als Beamter da ganz eng an einer strafbaren Begünstigung vorbei. Ausserdem widerspricht es völlig dem Sinn und Zweck des Strafrechts, damit handelt der Polizist zwar legal, aber dem Sinn und Zweck des Gesetzes wurde NICHT genüge getan!

Das Problem tritt überigens nur bei Bussen und allenfalls Strafbefehlen auf, auf das "gewöhnliche" Strafrecht trifft es nicht zu: Dort wird nämlich nicht pauschal nach bestimmten Sätzen beurteilt, sondern unsere Richter stimmen die Strafe auf die persönlichen Verhältnisse des Straftäters ab - ein Konzept, welches dem biblischen Gott fremd ist. Der kennt nämlich nur Vergeltung, ein total überholtes Strafkonzept. Da ist unser System einiges humaner und differenzierter.

Soweit meine Gedanken dazu, ich denke nicht, dass wir uns je einig werden, ich wollte eigentlich ja nur eine kleine Anregung, bzw. den Hinweis einstreuen wegen der Stelle, wo Gott sich sadistisch freut, und nun sind wir schon wieder völlig wo anders gelandet. ;-)

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