Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: "Oberstes Gebot der Liebe" (gwendolan)

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Diskussionsbeitrag:

Am 28.09.2008 01:19 schrieb gwendolan:

Selbst wenn Paulus nicht von der Hölle spricht, sondern die Worte wirklich im Sinne dieser Redewendung benutzt, was mir nun wie ich zugeben muss durchaus plausibel erscheint:

a) Die Grundhaltung, die Feindesliebe eben nicht zu praktizieren um einem obersten Gebot der Liebe willen, sondern um seinem Gegner irgendwie zu schaden bleibt. Dies ist unabhängig davon, ob es nun darauf abzielt, ihn postmortal zu quälen oder ihn in der Welt zu "beschämen". Jemanden beschämen zu wollen ist auch kein Liebeszeugnis.

b) Muss man sich anschauen, woher denn diese Redewendung kommt. Dazu habe ich folgendes gefunden:

Der Vorstellung liegt wohl ein für Ägypten im 3. Jh. v. Chr. bezeugter Ritus zugrunde, der die Sinnesänderung, die Reue und Beschämung eines Büßenden zum Ausdruck bringen sollte. Die »feurigen Kohlen« wurden dabei wahrscheinlich in einem Kohlebecken auf dem Kopfe getragen. (http://dic.academic.ru/dic.nsf/ger_enc/50076/Feurige)
Der Theologe Ernst von Dobschütz leitet die Wendung von der altägyptischen Strafe her, bei der jemand mit einem Gabelstock in der Hand und einem Becken voll feuriger Kohlen auf dem Haupte Buße tun musste. (http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_gefl%C3%BCgelter_Worte/F)

Das geflügelte Wort kommt also ziemlich wahrscheinlich von einer Foltermethode her. Will ich damit nun sagen, Paulus beziehe sich explizit auf die Foltermethode? Nein. Aber auch wenn Paulus den Ausdruck im übertragenen Sinne benutzt, nämlich in dem Sinne, dass der Gegner "beschämt" werden soll: Mir scheint es nicht besonders liebevoll.

Und das ist alles, worum es mir geht: Darum, dass dein "oberstes Gebot der Liebe" nicht aus der Bibel ableitbar ist. Ob es ein sinnvolles Gebot wäre, sei dahingestellt.

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