Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Tag, Ihr Gottlosen! (gwendolan)

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Diskussionsbeitrag:

Am 13.07.2008 12:16 schrieb gwendolan:

Am 12.07.2008 16:51 schrieb jones:
Hallo gwendolan
Eurer Meinung nach, seit Ihr nicht mehr als biologische Roboter, seelenlose Maschinen.

Korrekt.

Gesteuert von einem neuronalen Netz, welches es sich zufälligerweise zum Ziel gemacht hat, sein effizientes Lernverfahren und sein Intelligenzniveau der, als zurückgeblieben eingestuften, Mehrheit kund zu tun und sich zu einem Supermenschen zu entwickeln.

Nein, ich weiss nicht, wie du darauf kommst. Was hast du denn für komische Vorstellungen?

Allein dieses Bestreben widerspricht einem von Euch erklärten Ziel; Die Welt so ordnen zu wollen, dass alle Menschen in Frieden und ach so schöner Harmonie zusammen leben können. Denkt Ihr, mit Euren Methoden könnt Ihr die Menschheit einen? Denkt Ihr, sobald es gelungen ist, die Gesellschaft vom Glauben zu befreien, könnt Ihr auch die Grenzen der Länder und Kulturen verschwinden und diese Teile vereinen lassen?

WIeso sollten wir? Für sich selbst darf jeder glauben was er will. Nur soll unsere Gesellschaft von Vernunft und nicht von Fantasiemärchen bestimmt werden.

Ihr denkt, eine solch homogene Gesellschaft, wäre dann von einigen Supermenschen so steuerbar, dass alle morgens schön brav arbeiten gehen und im allgemeinen Rummel des Konsums von Kriegsgelüsten abgehalten werden kann? Dabei sollte doch, laut Eurer Religion, die Menschheit sich gegenseitig so zerfleischen, so mit Gentechnik tunen, dass es wieder mal was Neues unter der Sonne gibt.

Wie kommst du darauf?

Euer Tun ist nicht ewig, diese Seite, welche bestehen soll, wird wegen oben genannten Motiven sterben und in Vergessenheit geraten. Der Schöpfer nicht, er war, er ist und bleibt es auch.

Falsch. Deinen Schöpfer hat es im Gegensatz zu uns überhaupt nie gegeben.

Schon andere Kaliber als Ihr es seid, haben versucht und ihr Leben verschwendet um das verändern zu wollen.

Schon andere Kaliber als du haben ihr Leben damit vergeudet, ein falsches Weltbild zu verteidigen, an welchem sie aus emotionalen Gründen gehangen sind und nicht loslassen konnten.

In euren Texten sprecht Ihr immer so über den einen Gott, als ob Ihr eigentlich an ihn glauben, aber ihn strikte verleugnen tut.

Wir vertreten zwei unabhängige Aussagen, die du auseinanderhalten musst: a) den Atheismus, dh. wir glauben grundsätzlich mal nicht daran, dass dein Gott existiert. b) den Antitheismus, dh. wir sind zum Schluss gekommen, dass der christliche Gott - würde er denn existieren - ein ziemlich übler Charakter und der Anbetung nicht würdig wäre.

Man kann durch die Welt hetzen, sich in die eigene ach so kluge Gedankenwelt hinein ziehen, sich den eigenen Gedanken ausliefern, die regelrecht in sadomasistischer Weise den Spiegel der Unwissenheit hervorkehren. So vergisst man schnell, wozu das Leben da ist; zum leben.

Denken macht auch glücklich. Cogito ergo sum. Ein konsistentes Weltbild ist etwas sehr angenehmes.

Diese Leere hatte auch René Descartes, und er wühlte mit seinem Verstand in Fakten und Vermutungen und am Schluss wusste er, dass er nichts wusste. Er erkannte aber die Existenz der Seele.

Ich weiss nicht, von welcher Leere du sprichst. Ich persönlich bin ohne "Götter" und "Seelen" aufgewachsen, ich habe nicht das Gefühl, dass mir etwas fehlt dadurch, dass ich diese veralteten Konzepte ablehne.

Warum suchen die Menschen mythische Dinge? In den meisten Filmen die gut ankommen, sind irgendwelche magische, mythische oder sonstige unerklärbare Elemente das Zentrum. Warum schauen viele Leute diese Soaps regelmässig?

Die Menschen haben einen Wunsch nach Magie in ihrem Leben. Sie wollen Abwechslung aus ihrem Alltagstrott. Und jetzt? Das ändert doch nicht die Welt, wie sie ist!

Genannte Beispiele vermitteln den Leuten was ihnen fehlt: Der Frau fehlt ein hingebender Mann und umgekehrt, dem Kind fehlt die Mutterbeziehung und auch die zum Vater. Erschwerend kommt dazu, dass den Menschen nebst den weltlichen Eltern/Brüdern der geistige Vater/Bruder fehlt.

Kann ich selbst nicht beurteilen, ich komme aus einer sehr harmonischen Familie.

Da Euer Gewissen das selbe sagt, und Ihr dieses auch nicht so schnell totschlagen könnt, streift Ihr wie wilde Tiger umher und reisst alles was Euch an Gott erinnert.

Da irrst du dich. Vielleicht solltest du lieber mal anfangen, dich selbst zu beschreiben und uns zu erzählen, wie denn dein Glaube für dich ist? Deine Versuche uns irgendwelche Dinge anzudichten die in keiner Weise zutreffen wirken auf mich ziemlich befremdlich.

Gesetzt der Fall, Ihr würdet an Gott glauben und dessen Schöpferrolle akzeptieren, Ihr betrachtet die Schöpfung wie Ihr sie seht, zB. in einem wehrlosen Jungtier (etwa ein Haase), sieht das Geschöpf wie von einem blutrünstigen Gott geschaffen aus?

Wenn man bedenkt, dass dann der selbe Gott auch den Wolf geschaffen hat, welcher das Häschen zerfleischt und bei lebendigem Leib verschlingt weil is in all seiner Herzigkeit nicht schnell genug davonhoppeln kann: Ja.

Gibt es Blondinen, Brünetten, und Schwarzhaarige weil Gott sexistisch ist? Völlig unmöglich!

Warum fehlen die Rothaarigen? Und was zum Teufel hat Haarfarbe mit Gott zu tun? Oder mit Sexismus? Du wirst immer eigenartiger…

Das Ihr Probleme habt, äussert sich dadurch, dass Ihr den einen Gott für böse haltet.

Wir halten ihn für inexistent. Würde der christliche Gott aber existieren, so wäre es ein Gott mit ziemlich üblem Charakter.

Ihr versteht nicht, warum Kain‘s Taten keine Achtung gefunden haben und hättet Abel auch erschlagen. Dies weil Ihr wie Kain funktioniert.

Auch wenn Mord natürlich ein no-go ist: Kain hatte allen Grund, sauer zu sein. Dein allmächtiger Gott hatte es doch tatsächlich nötig, unter den Brüdern Neid zu sähen, indem er Abel bevorzugte, nur weil er dessen Opfer lieber mochte.

Gerade Ihr mischt auch Glauben mit Verstand. Zum einen verwerft Ihr den christlichen Glauben den Ihr nicht mit Eurem Verstand widerlegen könnt, und zum anderen glaubt Ihr an etwas was Ihr nicht beweisen könnt, aber mit Eurem Verstand wiederum als greifbar erachtet.

Hä? Der christliche Glauben lässt sich mit dem Verstand problemlos wiederlegen.

Das Christentum soll also das grösste Potential haben, Eure Umwelt zu beeinflussen? Warum denn das? Ist das belegbar? Zeigt mir eine Kirche die noch voll ist. Sagt mir wie es um das Verhältnis zwischen Namens- Christen (gezwungen, getauft als Kleinkind oder trittbrettfahrender Feigling) und jenen Menschen die an das Gnadenwerk Christi glauben und in seinem einen Gebot leben das alle 10 Gebote des Gesetzes beinhaltet.

Du hältst die 10 Gebote für moralisch, wo doch nur schon das erste Verfassungswidrig ist? Also bitte!

Während in verschiedenen Regionen in China der Anteil über 40% betragen soll, so umfasst dieser in der Schweiz noch gerade aufgerundete 5%. Und in so einem Land beginnt die Verfassung mit „Im Namen Gottes des Allmächtigen…“!

Eben! Findest du das nicht auch eine Sauerei, dass unsere Verfassung, welche für alle Menschen in dem Land Geltung hat, deinen komischen Gott anruft? Ich schon.

Die grosse Masse die Ihr ansprecht, besteht aus religiösen Menschen, die was vorspielen und so tun als ob und die Schriften nach Gutdünken auslegen und verzerren, um andere mundtot zu machen, und dann eben diese spirituellen Typen.

Richtig. Genau denen gilt es ja zu zeigen, dass sie ihre Religiösität-light geradesogut aufgeben und alles mit ihrem Verstand angehen können.

So auch Ihr. Euer logisches und in sich konsistentes Bild kann nur unter den klinischen Bedingungen eurer Köpfe überleben, unter Annahme das Dieses und Jenes so war wie Ihr es haben wollt.

Eher umgekehrt. Religiöse Menschen können ihr Weltbild nur in der klinischen Welt ihrer Psyche aufrechterhalten, weil es eben mit der realen Welt inkompatibel ist.

Um dieses Bild zu kraxeln braucht Ihr eben diese 10‘000 Cern-Forscher, während ein kleines Kind dem Schöpfer etwas auf Papier zeichnen kann, was nur er als Dankbarkeit (eine Art von Gebet) erkennt und ihn erfreut, während Ihr es als Produkt eines sich entwickelnden neuronalen Netzes betrachtet.

Ich hätte noch keine Beschreibung in den "heiligen" Schriften gelesen, wo sich der christliche Gott für Kinderzeichnungen interessiert. Und ich bin noch keinem Kind begegnet, welches das Bedürfnis verspürt, einem Gott zu danken, bevor ihm solcher Qutsch eingeimpft wurde.

Aber - wie weiter oben schon gesagt: Erzähl doch lieber etwas über dich und deinen Glauben, statt falsche Vermutungen über uns anzustellen…

Edit: Ich habe überigens noch ein schönes Zitat von Einstein gefunden, auf dessen Autorität du ja offenbar grossen Wert legst, weil er so ein kluger Mann war: „Die Vorstellung eines persönlichen Gottes ist nichts als kindlicher Aberglaube. Das Wort Gott ist für mich nichts als Ausdruck und Produkt menschlicher Schwächen, die Bibel eine Sammlung ehrwürdiger, aber doch reichlich primitiver Legenden“, schreibt Einstein. „Keine noch so feinsinnige Auslegung kann etwas daran ändern. Diese verfeinerten Auslegungen sind … höchst mannigfaltig und haben so gut wie nichts mit dem Urtext zu schaffen.“ Quelle:http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/geschichte/Albert-Einstein-Religion;art15504,2530755

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Re: Tag, Ihr Gottlosen! (jones)


Am 13.07.2008 23:29 schrieb jones:

Ich glaube an das was die Bibel, das Wort Gottes, sagt. Ich sehe keine gerechtfertigten Widersprüche zwischen der Bibel und der Wissenschaft, sondern nur mit den selbstherrlichen Gedanken der Menschen.

Die Bibel hat den bösartigsten Angriffen ihrer Feinde wie kein anderes Buch widerstanden. Viele haben versucht, sie zu verbrennen und für ungesetzlich zu erklären, von den Tagen der römischen Kaiser, durch die Zeiten der kommunistisch regierten Ländern und bis heute. So wie du das 1. Gebot als Verfassungswidrig erklärst und mithilfst, die Schrift mit Lügen zu vergiften.

Voltaire, ein 1778 gestorbener berühmter französischer Ungläubiger, behauptete, das Christentum werde hundert Jahre nach seiner Zeit nur noch im Museum existieren; tatsächlich nimmt jedoch die Verbreitung der Bibel in fast allen Teilen der Welt weiterhin zu und bringt überall Segen. Was nun Voltaires Prahlerei über den Untergang des Christentums und der Bibel innerhalb von 100 Jahren betrifft, so muss gesagt werden, dass schon fünfzig Jahre nach seinem Tode die Genfer Bibelgesellschaft seine Druckerpresse und sein Haus benutzte, um die Bibel stapelweise herzustellen. Welch eine Ironie der Geschichte, welch ein Humor des grössten Autors des Universums!

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Re: Tag, Ihr Gottlosen! (datura)


Am 27.09.2008 22:08 schrieb datura:

Am 13.07.2008 12:16 schrieb gwendolan:

Quelle:http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/geschichte/Albert-Einstein-Religion;art15504,2530755

@mrw

In der oben genannten Quelle steht ein Zitat von Einstein:

Ich glaube an Spinozas Gott, der sich in der gesetzlichen Harmonie des Seienden offenbart, nicht an einen Gott, der sich mit Schicksalen und Handlungen der Menschen abgibt.

Ich glaube, dieses Zitat belegt eindeutig dass Einstein Pantheist war. Diesbezüglich gab es auch Meinungsverschiedenheiten zwischen uns beiden.

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