Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: "Beweise" für die Falschheit der Evolutionstheorie (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 02.07.2008 02:56 schrieb mrw:

Am 01.07.2008 19:49 schrieb kreator:
Durch oftmals langatmige Diskussionen mit einem Muslimen (ehemals Christ, davor Atheist) und seiner eher uneinsichtigen Art

Den kennen wir. Das ist wohl Ahmad, unser «treuer Schüler von Harun Yahya». Tippe mal «Harun Yahya» in unsere Suche (oben links), oder starte mal da: Harun Yahya [Re: Die Ordnung] (mrw).

1. "Worauf basieren die Naturgesetze? Sie müssen irgendwie ihre Ordnung bekommen haben. Materie, welche man keiner gezielten Ordnung unterstellt, zerfällt."

Ich weiss es nicht. Trotzdem ist «Gott» keine Antwort auf diese Frage, denn sonst müsstest Du mir erklären, worauf «Gott» basiert. Egal welche Antwort Du mir darauf gibst, es ist eine Antwort, die ich Dir auch auf die 1. Frage geben könnte, ohne dafür den Umweg über Gott machen zu müssen.

Das eigentliche Wunder ist:

Warum gibt es überhaupt irgendetwas?

Dabei ist es vollkommen egal, ob irgendetwas die Natur, das Universum oder ein Gott ist. Es wäre im Gegenteil noch viel erstaunlicher, wenn es einen Gott gäbe, als «nur» das Universum.

Hingegen ist die Einführung eines «Gottes» eigentlich nur ein Zeichen dafür, dass derjenige, der ihn einführt unzweifelhaft an Grössenwahn leidet. Die Natur ist ihm nicht gut genug, er als Mensch darin zu unbedeutend. Mit der Endlichkeit seines Lebens kann er sich nicht abfinden. Also erfindet er einen Gott als primitive Selbstbefriedigung.

2. (in Bezug auf die natürliche Selektion) "Es ist kein festes System. Ansonsten wäre es auf absolut alles anwendbar, aber es gibt viel zu
viele Ausnahmen (er will auf Koexistenzen anspielen), als dass man das Konkurrenzausschlussprinzip und somit die Selektion als ein oberes Schema bezeichnen könnte."

Die Selektion ist nicht absolut. Es gibt keine Lebensform, die in jeder Hinsicht allen anderen überlegen wäre — Ausser dem Menschen. Der könnte es als erstes Tier schaffen, alles andere Leben, aber damit auch seine eigene Grundlage, zu zerstören. Die Macht dazu hätten wir. Wir sind aber auch ein Produkt der Evolution. Damit ist These 2. auch schon widerlegt. Koexistenz mit dem Menschen geht nur, wenn der Mensch sie duldet.

3. (Das Wichtigste) "Energie kommt nicht von irgendwo her und verfliegt auch nicht, also muss es eine Instanz geben, dass diese Urmenge an Energie eingespeißt hat.

Und woher hat Gott, oder diese «Instanz» die Energie? Eine «Instanz» ist nicht einfach so da. Woher kommt sie?

Wenn sie «einfach so da» ist, kann auch die Energie «einfach so da» gewesen sein. Energie vergeht ja nicht, wie oben korrekt formuliert, sie wird gewandelt.

Zum Zeitpunkt des Urknalls sieht die Situation wohl anders aus.

Es übersteigt mein Wissen. Aber «Gott» ist trotzdem die falsche Antwort, soweit reicht mein Wissen noch.

"Mutation und Selektion" ist im Grunde genommen Blödsinn.

Wieso? Für diese Aussage lieferst Du keine Grundlage.

Mutationen finden beständig statt, sie bedürfen aber keineswegs nur Umweltbedingungen, sondern vollziehen sich permanent auch ohne Veränderungen der Umwelt. Diese sind nur selten sichtbar, da sie sich nur auf dem DNA-Strang abspielt und lediglich das Erbgut etwas abändert, aber die Spezies nicht wandelt. Jeder Mensch hat mutierte Gene in sich.

Richtig. Und was willst Du (er) damit sagen? Dieser mittlere Teil hat mit dem ersten Teil von Punkt 3. und mit dem gleich folgenden Teil nichts zu tun. Er steht völlig daneben da.

Wenn Alle Lebewesen sich absolut durchsetzen wollen und somit so weit wie möglich ausbreiten, wieso gibt es dann Lebewesen, welche in Symbiose zusammenleben?

Weil in einer Symbiose beide Seiten profitieren.

Wieso teilen sich Lebewesen die selbe ökologische Nische und jagen zu unterschiedlichen Zeiten, damit sie sich nicht in die Quere kommen, anstatt sich Konkurrenz zu machen und den anderen Auszumerzen und dann versucht noch ganz andere ökologische Nischen zu besetzen?

Weil das die bessere und erfolgreichere Strategie ist.

Das Selektionsprinzip, mit dem man der Evolutionstheorie eine Gesetzmäßigkeit geben will ist Unsinn. Die Natur beweist es. Ich mache meiner Hauskatze bestimmt keine Konkurrenz, obwohl wir z.B. die selbe Nahrung zu uns nehmen (Fisch, Hähnchen, etc). :P

Aber wenn ein Tier dem Menschen im Weg war, hat er es ausgerottet. Die Fischer töteten die Fischreiher, die Jäger den Wolf und die Bären. Die Frage ist, ob man in der Lage dazu ist.

Hingegen hast Du die Hauskatze, weil Du das so willst. Vielleicht weil Du Tiere magst, vielleicht weil dir die Hauskatze emotional etwas gibt. Als Mensch kannst Du Dir diesen Luxus leisten. Der Mensch hat sich durch seine Fertigkeiten und Intelligenz weitgehend von der reinen Evolution befreit.

Ich habe ihn auf Christian De Duve aufmerksam gemacht, allerdings sieht er ihn nur als Science Fiction Autor unter vielen an, da er seiner Ansicht nach zu wenig Populärität besitzt…

Der Wissenschaftler sucht nach Wahrheit, nicht nach Ruhm. Immerhin hat Christian De Duve 1974 einen Nobelpreis erhalten und auch sonst einen beachtlichen Lebenslauf vorzuweisen. Ausserdem steht er nicht alleine da. Jeder Evolutionsbiologe sagt Dir im Wesentlichen dasselbe. Das schöne an der Wissenschaft ist eben genau das: Es gibt keine Religionen, Kirchen und Sekten. Die Wissenschaft ist weltweit identisch. Abgesehen von einigen offenen Fragen, um die gestritten wird, ist die Wissenschaft weltweit gleich.

Hingegen ist Adnan Oktar alias Harun Yahya eine lächerliche Gestalt. Nicht mal sein Innenarchitekturstudium hat er beendet. Aber wir beurteilen Ideen nicht nach den Menschen, die sie verbreiten, sondern nach ihren Inhalten. Darum oben meine Antwort auf die «Einwände», so man sie überhaupt so nennen kann.

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