Atheismus in der Schweiz
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Re: Wie kann man denken das Gott nicht lebt? (iring)

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Diskussionsbeitrag:

Am 07.09.2008 21:10 schrieb iring:

Atheisten neigen leider auch zur Irrationalität

In wiefern?

- und die Gefahren, welche daraus erwachsen sind immens. Dazu braucht es nur eine Blick auf China, die Sowjetunion oder Kambodscha. Kommunisten sind Atheisten, und sie benutzen Pawlows Reflextheorie zur Erklärung des Menschseins. Der westliche Atheist und der Kommunist glauben im Kern an dasselbe, an Evolution und den Menschen als biologische Maschine.

Der Atheismus alleine ist völlig ungefährlich. Die Sowjetunion usw. folgen Ideologien, der Atheismus ist keine Ideologie, er beschreibt lediglich, das nicht-an-gott-glauben.

Der Atheimus postuliert den Menschen als biologische Maschine. Das IST ein Dogma! und der Atheismus somit eine Ideologie, die Nähe zum Kommunismus alleine damit gegeben. Die Irrationalität des Atheismus erklärt sich leicht aus der Systemtheorie: Erst wenn man die Grenzen eines Systems überschritten hat, läßt es sich vollständig beschreiben. Die Urknalltheorie wiederlegt sich damit selbst, denn wer das Universum als Urknall beschreibt, kann das nur tun, wenn er "glaubt", er könne sich über das Universum erheben, seine Grenzen überschreiten und es von außerhalb (wo immer das auch sein soll) betrachten könne - er also selber nicht Teil des Urknalls gewesen war.

Der Atheismus macht auch keine Aussage über Moralvorstellungen, das machen Ideologien.

Ohne ein Sittengerüst kann keine menschliche Gesellschaft existieren. Man muß zunächst unterscheiden zwischen lebensfreundlichen und lebensfeindlichen Moralvorstellungen.

Die Homosexualität sowie die freie Sexualausübung auch unter Jugendlichen mit all ihren Entgleisungen und zerstörerischen Konsequenzen ist Teil der atheistischen Glaubenswelt. Schau mal MTB! Stalin benutzte beides! (Natürlich nicht MTV) Mittlerweile gibt es 40 Mio. HI-Infizierte, bis zum Jahr 2050 sollen es 250 Mio. sein, trotzdem wird die Homosexualität in der politischen Masse als Menschenrecht postuliert. Wer trägt die Folgen dieses Wahnsinns?

Zudem ist jedwedes Gesetz auch nur eine Moralvorstell. Willst Du eine Gesellschaft ohne Polizei? Oder glaubst Du an das Gute im Menschen? Daß der Mensch zur Güte neigt, ist leicht zu wiederlegen.

Religionen hingegen vermitteln Moralvorschriften begründet mit Dogmatiken. Was sich daraus ergeben haben, sehen wir ja zur genüge, wenn wir z.B. das Mittelalter oder den heutigen Islam betrachten.

Wie viele Türken kennst Du? Der Islam ist im Kern ungefährlich. Der vermeintlich islamische Terror hat seine Ursache im völkerrechtswidrigen Krieg im Irak. Der Irakkrieg hat bisher 1,2 Mio. Tote gefordert.

Daß gegen den vermeintlichen Islamfaschismus zu Felde gezogen werden darf - und damit Menschen diskreditiert werden, die zuvor bloß den "Einladungen" der regierenden Eliten gefolgt sind -, zeigt zum einen die inkonsistente "Moral" der herrschenden Eliten, zum anderen die Willfährigkeit der Mitläufer.

Daß das kochkomplexe Denken und Fühlen sich aus zufälligen Mutationen entwickelt haben soll, ist jedoch so wahrscheinlich, wie wenn ein LKW eine Ladung Ziegelsteine abkippt und daraus ein Haus entsteht.

Anscheinend hast Du die ET nicht wirklich verstanden, aber was ist denn Deine, absolut rationelle Theorie?

Doch, ich habe die Evolutionstheorie sehr gut verstanden. Deshalb habe ich das Beispiel mit dem LKW gebracht. Was die Evolutionstheorie nicht erklären kann, ist der immanente Antrieb, die Kraft, die die Höherentwicklung steuert - und so ermöglicht. Zufall und Notwendigkeit erklären nichts, sind lediglich Worthülsen, die gekonnt verbergen, daß ohne eine Zielvorstellung kein Ergebnis zustande kommen kann.

Die Wissenschaft ist ein Irrglaube wie der Glaube an den alleinigenden Gott. Sie kann nicht einmal eine Fliege erschaffen, behauptet aber, das Universum zu verstehen;

Nein, das behaupten die Religionen, die meinen zu wissen, was z.B. nach dem Tod kommen wird. Die Wissenschaft ist sich vollkommen bewusst, dass "sie" nicht das ganze Universum verstehen kann. Oder zumindest z.Z. noch nicht. Über einige Grenzen werden wir auch nie kommen, damit meine ich z.B. den Urknall oder eben die Frage zum Tod. Das ist so, weil der Mensch selbst endlich ist.

Woher weißt Du, was nach dem Tode kommt? Du glaubst nur.

der Mensch nämlich ist viel kleiner als das Universum; wie kann er sich dazu versteigen, das erklären zu wollen, was ihn geschaffen hat - und am Leben erhält?

Die Wissenschaft hat bis heute extrem viele Theorien aufgestellt, diese übeprüft, verbessert und verworfen. Willst Du etwa behaupten, dass all die Erkenntnisse der Wissenschaft falsch sind?! Wenn nicht, dann ist der Mensch eben doch in der Lage, Aussagen über seine Umwelt, das Universum zu machen.

Alle Erkenntnisse sind nicht falsch, aber fast alle großen. Zudem mangelt es dem Atheismus an Moral, was du ja selber sagst. Genmanipulation, ausgesetzte Viren, Kreuzungen zwischen Mensch und Tier, Umweltkatastrophen, ABC-bomben usw. - die Katastrophen, verursacht durch Menschenhand, lassen nur den Schluß zu, hier agieren Leute ohne Rücksicht auf Verluste. Daß derartige Unmoral andere Menschen im Inneren erschüttern, wird von Wissenschaflern und Fortschrittsgläubigen billigend in Kauf genommen. Der Atheismus ist also auch ausschließend und intollerant - wegen seiner Abwesenheit von Moral!

Und warum sollten wir das eigentlich nicht dürfen, erklären zu wollen, was uns erschaffen hat?
Wäre das Universum plötzlich weg, würde auch der Mensch verschwinden, andersherum kratzte es das Universum wenig, wenn alle Menschen verschwänden.

Du darfst alles erklären, die Frage ist: ob die Erklärung stichhaltig ist, daß andere Vorstellungen damit wiederlegt sind. Das sind sie nicht.

Ja, weil das Universum kein Bewusstsein hat… Aber was bitte soll dieses Argument eigentlich? Das erscheint mir, wie die übliche christliche Argumentation (Auch wenn Du kein Christ zu sein scheinst), so à la gott darf alles und alles was er tut ist moralisch von höchstem Niveau, denn er hat uns erschaffen.

Daß das Universum kein Bewußtsein hat, ist nur eine Annahme. Du glaubst de fakto, daß Du höher entwickelt bist als das Universum und erhebst Dich damit selbst zu einem Gott. Das kann nur ein Trugschluß sein - siehe Systemtheorie. Auch habe ich mich deutlich von christlichen Glaubensvorstellungen distanziert. Ich sprach von einem rachsüchtigen Monster! Ich für mich bevorzuge den Begriff "Andersgläubiger".

Ein Roboter wird daher auch mit noch so viel künstlicher Intelligenz nie in der Lage sein, den Menschen an Intelligenz zu übertreffen. Er wird bestenfalls das ausspucken, was ihm gefüttert worden ist.

Na und? Bei Robotern greift erstens der Evolutionsprozess nicht, da sich Roboter (z.Z. noch) nicht fortpflanzen und zweitens bräuchte es dazu Jahrmillionen.
mfG pitsch

Wozu bräuchte es Jahrmillionen? Daß die biologische Maschine den Roboter intelligenter machen könne als sich selbst?

Das eigentliche Problem sehe ich darin, daß Atheisten genauso missionieren wie Christen. Sie verdammen alle anderen Weltbilder, postulieren dabei aber selber nur eine neue, unvollkommene, ungeistige Glaubensvorstellung.

Gruß Iring

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Re: Wie kann man denken das Gott nicht lebt? (pitsch)


Am 07.09.2008 22:29 schrieb pitsch:

Am 07.09.2008 21:10 schrieb iring:
Der Atheimus postuliert den Menschen als biologische Maschine. Das IST ein Dogma!

Das ist eine (sehr gut gestützte) Theorie, die Wissenschaft kennt keine Dogmen.

Die Irrationalität des Atheismus erklärt sich leicht aus der Systemtheorie: Erst wenn man die Grenzen eines Systems überschritten hat, läßt es sich vollständig beschreiben. Die Urknalltheorie wiederlegt sich damit selbst, denn wer das Universum als Urknall beschreibt, kann das nur tun, wenn er "glaubt", er könne sich über das Universum erheben, seine Grenzen überschreiten und es von außerhalb (wo immer das auch sein soll) betrachten könne - er also selber nicht Teil des Urknalls gewesen war.

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Re: Wie kann man denken das Gott nicht lebt? (hans)


Am 08.09.2008 09:31 schrieb hans:

Hallo iring, Du schreibst in Deinem sehr lesenswerten Beitrag, daß der Kommunisnus eine ideologische Nähe zum Atheismus aufweisst. Aber war nicht die frühchristliche, auf Teilungsgerechtigkeit aufgebaute Gemeinde streng kommunistisch und müßte sie dann nicht, nach Deinen eigenen Worten, auch atheistisch gewesen sein?

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Atheismus, Dogmas und Moral [ Re: Wie kann man denken das Gott nicht lebt? ] (mrw)


Am 09.09.2008 10:12 schrieb mrw:

Am 07.09.2008 21:10 schrieb iring:
Der Atheimus postuliert den Menschen als biologische Maschine. Das IST ein Dogma!

Eine Maschine ist ein mechanisches Gerät. Das ist der Mensch nicht. Auch ist ein biologisches Lebewesen nicht mit einem elektronischen Gerät vergleichbar. Deine Aussage greift zu kurz, um nicht zu sagen, das ist Unsinn.

Was Du damit wohl angreifen willst, ist der Materialismus, der besagt, dass der Geist an den Körper gebunden ist. Nun, das ist die gängige wissenschaftliche Hypothese, zumal bisher nicht der kleinste Beweis für einen Dualismus gefunden wurde. Daher ist das Stand des menschlichen Wissens und kein Dogma.

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