Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Religionen und [Re: Ist Kultur biologosch determiniert?] (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 22.09.2008 20:38 schrieb mrw:

Am 21.09.2008 20:08 schrieb hans:
Ich weite die biologische Evolution auf die Kultur aus, und ich gehe sogar noch weiter, und behaupte, dass die Kultur die Speerspitze der Evolution darstellt.

Eigentlich sind wir uns da gar nicht so uneins. Ich würde zwar nicht soweit gehen und die Kultur als «Speerspitze» der Evolution bezeichnen.

Immerhin gibt es auch Lebewesen in der Evolution, die keine Kultur kennen. Diese sind sogar in der Mehrheit.

Für uns Menschen ist die Kultur sicher etwas vom wichtigsten, zumal sie auch Wissen und Technik umfasst.

Allerdings ist Religion offenbar ein sehr entbehrlicher, oder zumindest sehr beliebiger Teil der Kultur. Ich stelle nämlich fest, dass in unserer Kultur Religion seit einigen hundert Jahren fortschreitet, an Bedeutung zu verlieren. Hinzu kommt, dass sich jeder seine Religion nach belieben aussucht, oder auch nicht, oder aus irgendwelchen Elementen zusammen stellt.

Trotzdem haben wir Schweizer ziemlich viele gemeinsame Wertvorstellungen, unabhängig davon, ob der einzelne diese nun religiös begründet, oder nicht. Nur, und das ist sehr interessant, bei den religiösen Extremisten weicht diese gemeinsame Wertvorstellung wesentlich ab. Gerade diejenigen, die sich sehr stark religiösen Werten verschrieben haben, kommen in unserer Welt schlecht zurecht. Es sind genau die, die Mühe haben mit der individuellen Freiheit, die von den meisten anderen geschätzt wird.

Um ein biologisches Erfolgsmodell handelt es sich auf alle Fälle und weil wir so erfolgreich waren, dass wir ausser uns selbst und ein paar Viren-und Bakterienarten keine natürlichen Feinde mehr haben, können wir uns auch Deinen Individualismus leisten.

Ich denke nicht, dass dieser Individualismus «teuer» ist.

Wie weit er aber im «Kampf der Kulturen» erfolgreich sein wird, das werden wir sehen.

«Kampf der Kulturen» ist so ein Schlagwort mit zweifelhaftem nutzen. Was die «Überfremdung» oder «Islamisierung» der Gesellschaft betrifft (auch so Schlagwörter aus diesem Zusammenhang), so halte ich es für wichtig, dass wir uns bewusst sind, was denn nun wirklich unsere Werte sind, für die wir einstehen. Es ist nämlich nicht das Christentum, sondern die Entwicklung danach, das was im Kampf gegen das Christetum errungen wurde. Dafür müssen wir einstehen, dann haben wir auch eine sehr vorteilhafte Alternative zu bieten.

Wenn jede Ethnie frei von der Angst vor der anderen leben kann, die Grenzen respektiert und die kulturellen Eigenheiten gepflegt werden können, dann wäre aus meiner Sicht wesentlich mehr gewonnen, als wenn man die kulturellen Unterschiede leugnen würde und eine uniforme Weltgemeinschaft anstreben wollte.

Wenn nicht nur jede Ethnie, sondern auch jedes Individuum frei von Angst vor den anderen leben kann, und wenn die Kultur nicht auf Unterdrückung beruht, sondern auf Gleichberechtigung, dann ja, sonst nein.

Im Übrigen teile ich Deine Ansichten weitgehend.

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