Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Wechsel von Weltanschauungen [Re: Was ist ein Jude] (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 18.09.2008 20:22 schrieb mrw:

Am 18.09.2008 18:58 schrieb hans:
Es ist nach Deinen Worten einerseits "Korrekt", wenn ich Dich frage, ob man die Weltanschauung wechseln kann wie die Hosen und gleichzeitig polemisiere ich, wenn ich Deine Ansichten so auf den Punkt bringe.

Ja, das ist richtig so.

Ja was denn nun genau?

Beides.

Grundsätzlich ist Deine Aussage korrekt, aber die Art und Weise, wie Du sie formulierst ist polemisch. Du übertreibst, Du karrikierst Deine Aussage, weil Du einen Widerspruch provozieren willst. Trotzdem ist meine Antwort, «ja, das ist korrekt», aber eben nicht in dieser übertrieben dargestellten Weise (wie Hosen).

Die Religion, die einen bedeutenden Teil unserer Kultur ausmacht, kann man nicht einfach so ablegen, auch und gerade wenn man sich als Atheist bezeichnet.

Doch, genau das, wie Gwendolan schon geschrieben hat.

Du wirst doch wohl nicht bestreiten wollen, daß der europäische Atheismus in der Auseinandersetzung mit dem Christentum entstanden ist, und nicht im Konflikt mit dem Hinduismus oder Buddhismus.

Darum setzt sich atheismus.ch auch mehr mit dem Christentum auseinander. Aber eigentlich hat das noch einen zweiten ganz praktischen Grund: Hier dominiert das Christentum, folglich muss man sich vor allem dagegen wehren. Der Buddhismus stört meine Kreise kaum (ausser wenn es darum geht, sich gegen den Dalai-Lama und seine ungerechtfertigten Machtansprüche auszusprechen). Der Hinduismus stört mich noch weniger. Aber das Christentum kassiert Steuergelder, auch von Firmen atheistischer Menschen, und das ist eine verdammte Schweinerei. Würden die Christen friedlich in ihren Kirchen ihre Religion betreiben, gäbe es kein atheismus.ch. Aber wenn sie Steuergelder wollen, den unwissenschaftlichen Kreationisten-Unsinn in den Schulen verbreiten und die Evolutionstheorie verdrängen wollen, den öffentlichen Raum überbeanspruchen, dann muss dem jemand entgegenhalten.

Selbst als Atheist, kann ich doch die Leistungen in der Malerei, Literatur, Philosophie, Bildhauerei und Politik nicht leugnen, die das Christentum gebracht haben.

Meiner Meinung nach ist alle religiöse Kunst kitschig. Ich mag sie nicht.

Ausgerechnet als aufgeklärter Atheist, muss man doch den jüdischen Beitrag zu schätzen wissen, den Leute wie Heine, Mendelssohn oder Marx und Freud hier erbracht haben.

Wie ich schon mehrfach festgehalten habe, betrachte ich diese nicht als Juden. Die Begründung hast Du gelesen. Gerade Heine und Medelssohn sind in einer assimilierten Familie aufgewachsen. Beide sind zum Christentum konvertiert.

Mal sehen, was da noch die interessante Diskussion mit Gwendolan bringt. Seine Einwände haben Substanz, vor allem den Vergleich mit den Zigeunern finden ich überlegenswert, aber das gehört dorthin.

Ein Nationalitätswechsel ist doch heute nur noch eine bürokratische Angelegenheit.

Eben. Trotzdem noch schwieriger, wie ein Religionswechseln, der nur auf einer Willenserklärung beruht.

Eine Meinung kann ich jederzeit ändern, einen politische Standpunkt kann man sicherlich auch ändern, wenn auch nicht so leicht, da sich mehr angesammelt hat; aber man kann das kulturelle Erbe, das wir mit der Erziehung und unseren eigenen Erfahrungen aufgenommen haben nicht mehr ändern.

Da hast Du schon recht, aber das widerspricht auch nicht dem, was ich geschrieben habe. Natürlich kann man seine Erziehung nicht im Nachhinein ändern. Seine Prägung aber schon, die kann man ablegen. Ebenso kann man im Nachhinein seine Überzeugungen ändern, korrigieren oder ergänzen.

Du solltest meinen Beitrag nochmals lesen, vor allem die Stellen, die ich extra fett markiert habe, wo ich klar unterscheide. Du gehst gar nicht darauf ein.

Zum Buschmann: Ich teile Gwendolans Auffassung, dass das Beispiel unangebracht ist.

Zum jüdisch-/ christlichen freien Willen: Ich bin nicht der überzeugt davon, dass wir einen solchen haben, zumindest nicht ohne massive Einschränkungen, wie sie z.B. auch schon Schopenhauer formuliert hat. Da nehme ich einfach mal offen auf, was die moderne Hirnforschung noch zu ergänzen hat, meine Meinung dazu ist noch nicht ganz ausgebildet, vor allen, weil sich die Wissenschaft da auch noch nicht einig ist, und danach richte ich mich.

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