Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: An die Christen (pitsch)

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Diskussionsbeitrag:

Am 19.04.2008 11:08 schrieb pitsch:

Hallo mysli. Erstens einmal danke für deine Antwort!

Am 19.04.2008 00:20 schrieb mysli:
Also eins schon mal vorweg, mit meinen Augen sah ich IHN noch nie.

Schade… (Die Frage gilt weiterhin! Wenn jemand (ganz besonders die, die ihn mit eigenen Augen sehen) weitere Erlebnisse zu berichten hat, einfach posten! ;-))

Zum Beispiel bei Gebetserhörungen:
Das erste Mal, da war ich ungefähr 11 Jahre alt. Mein Problem war da, dass ich nicht gut im Sport war und wir Tennisball – Weitwurf geübt hatten. Ich kam nicht weit. […] Also > betete ich, da ich in der Sonntagsschule gelernt hatte, dass man Gott alles sagen kann. In der nächsten Turnstunde gab der Lehrer mir einige Tipps und ich kam ein paar Meter
weiter. Nicht viel, aber für mich war das der Hammer. Es ist zwar nicht das aktuellste Beispiel, doch ich finde es schön, dass Gott auch einem Kind antwortet.

Ich persönlich denke, dass da die Tipps deines Lehrers wahrscheinlich eher geholfen hatten, als "Gott"… (Meine Meinung ;-))

Durch Heilungen:
Ein Bekannter von mir wurde vor wenigen Wochen durch Gebet geheilt (Diskushernie).

Laut Wikipedia werden etwa 90% aller "konservativ" behandelten (Also ohne Operation) geheilt. Ich kenne die genauen Umständen im Fall deines Bekannten nicht, aber da es ganz normal ist, dass der Menschliche Körper mit ziemlich viel selbst fertig werden kann und die Erfolgschance bei einem Bandscheibenvorfall so hoch ist, denke ich auch hier, dass er seine Heilung wohl eher sich selbst und den betreuenden Personen um ihn zu verdanken hat, als "Gott".

Durch andere Menschen:
Sie versuchen wirklich, so zu leben, wie Jesus das möchte. Das bedeutet, dass sie ihren Mitmenschen Liebe entgegenbringen. Sie kümmern sich um die Randständigen in der Gesellschaft. Sie versuchen, immer wieder zu vergeben. Sie fangen jeden Tag wieder von vorne an, andere und sich selber mit allen Fehlern und Mängel anzunehmen. In dieser Gemeinschaft fühle ich mich wohl. Auch ich versuche so zu leben.

Ich weiss nicht, wo genau du darin Gott siehst. Dass Jesus ein vorbildliches Leben geführt hat, dazu gibt es einen wunderbaren (;-)) Artikel auf dieser Seite… Ich finde es natürlich gut, wenn Menschen sich Mühe geben andere zu akzeptieren, auch wenn sie Fehler haben und Anderen zu vergeben. Ich denke jedoch, dass dies nicht wirklich viel mit Religion zu tun hat. Auch ohne einen Gott kann man das tun! Und der "Gott" in der Bibel ist alles andere als vergebend und akzeptiert weder einen anderen Glauben, noch andere Völker, als das "seine".

Durch den heiligen Geist:
Das wird jetzt ein bisschen abstrakt, es ist nämlich sehr schwierig zu beschreiben. Es hat nicht unbedingt mit Gefühlen oder Gedanken zu tun. Wenn man mit Gott lebt, lebt man
eine Beziehung. Manchmal streite ich mit Gott (ziehe dabei aber immer den Kürzeren  ), manchmal läuft die Beziehung super, manchmal nicht.
Manchmal ist ein Gedanke da und ich weiss nicht, woher der kommt. Oder ich habe den Eindruck, etwas Bestimmtes zu tun, das sich im Nachhinein als richtig herausstellt.
Es ist einfach noch etwas da, dass Grösser ist als ich.

Das mit dem Streiten verstehe ich nicht recht, wie muss man sich das Vorstellen? Auch ich habe manchmal das Gefühl etwas bestimmtes zu tun, oder habe plötzlich einen völlig zusammenhangslosen Gedanken o.ä., aber trotzdem steckt für mich kein höheres Wesen dahinter. Das menschliche Gehirn ist extrem komplex, man denkt nicht nur in einer "Ebene", sondern in vielen. Als Beispiel das bewusste Denken, wenn du dir z.B. überlegst, was du gleich Jemandem sagen könntest. Das ist ein komplett anderes Denken, als das, das dich Hass oder Glück oder ähnliches spüren lässt und das im Gegensatz zur ersten "Ebene" in keinem Zusammenhang zu unserer Sprache steckt. Was ich damit sagen will, ist, dass wir manchmal scheinbar von "Gott geleitete" Einfälle haben, sie in Wirklichkeit aber eher aus den tiefen unseres Denkapparates kommen.

Durch Jesus
das ist wohl das Wichtigste. Wenn ich die Berichte über ihn in der Bibel lese, staune ich darüber, wie er mit den Menschen umgegangen ist. Er konnte sie heilen und verwandeln.

Auch Jesus hat nicht nur Gutes getan. Er hat sich z.B. nie gegen die Todesstrafe ausgesprochen. Und auch die Quellen seiner Taten (Die Evangelien) sind mehr als zweifelhaft in ihrem Ursprung und Inhalt.

Ich verstehe die Schwierigkeiten, die ihr damit habt, denn auch ich verstehe nicht immer alles. Aber Gott ist grösser als ich und meine Gedanken sind nicht seine Gedanken. Und > doch glaube ich, dass Gott mich liebt. Ich bin IHM nicht egal, sonst wäre Jesus nicht für mich gestorben.

Dass Jesus für dich gestorben ist, ist etwas, dass Atheisten allgemein all ziemlich grossen Mist betrachten (tschuldigung ;-)).

Vor einigen Jahren lag ich nachts auf einer Wiese und schaute hinauf zum Sternenhimmel. Ich musste dann daran denken, dass ER, der all das geschaffen hat, mich liebt. Da fühlte > ich mich sehr geborgen.

Ich denke es ist schön, wenn man fest an etwas wie einen Gott glauben kann, doch ich bin der Meinung, dass die Wahrheit der Unwissenheit immer vorzuziehen ist! Ich habe den Sternenhimmel auch schon mehrere Male genau betrachtet und ich staune jedes Mal wieder aufs Neue, wenn ich daran denke, wie gross, wie unendlich komplex und auch wie alt das alles ist. Ich finde es faszinierend, wie all das aus dem Urknall hervorgegangen ist. Man kann sagen, dass es mich mit Stolz erfüllt, Teil dieses "unglaublichen" Systems zu sein ;-). Auch ich suche nach Antworten, wie genau das Universum entstanden ist und natürlich frage ich mich was vor dem Urknall war. Gott gibt mir da keine Antwort, denn wer hat dann Gott erschaffen?!

Die meisten Christen denken hinter jeden guten Tat, oder (auf den ersten Blick) eine "unglaublich" Heilung o.ä., stecke Gott. Doch was steckt hinter all dem Bösen, dass ja auch in Gottes Namen geschehen ist? Ganz zu schweigen von den schrecklichen Taten des Bibelgotts, wie z.B. die grosse Flut. Es ist gefährlich in Allem gleich Gott zu sehen, man verliert den Bezug zur Realität und verlässt sich nur noch auf "ihn".

Wie gesagt, das ist meine Meinung, ich akzeptiere deine. Doch ich bitte dich, einmal genau darüber nachzudenken, wo "Gott" z.B. in all deinen unglücklichen Momenten ist?!

Gruss pitsch

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Re: An die Christen (mysli)


Am 20.04.2008 12:01 schrieb mysli:

Am 19.04.2008 11:08 schrieb pitsch:
Hallo mysli.
Erstens einmal danke für deine Antwort!

Bitte, gern geschehen! Danke für deine!

Ich persönlich denke, dass da die Tipps deines Lehrers wahrscheinlich eher geholfen hatten, als "Gott"… (Meine Meinung ;-))

Ich denke, dass Gott hinter allem steckt und er es so geführt hat.(Meine Meinung ;-))

Ich kenne die genauen Umständen im Fall deines Bekannten nicht, aber da es ganz normal ist, dass der Menschliche Körper mit ziemlich viel selbst fertig werden kann und die Erfolgschance bei einem Bandscheibenvorfall so hoch ist, denke ich auch hier, dass er seine Heilung wohl eher sich selbst und den betreuenden Personen um ihn zu verdanken hat, als "Gott".

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