Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Antwort an Viking (gwendolan)

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Diskussionsbeitrag:

Am 05.03.2008 21:47 schrieb gwendolan:

Zuerst einmal: Ja, dass das sich in mehrere Post-linien aufgespalten hat, ist eher umständlich. Ich behandle deswegen all deine Posts jeweil in einer einzigen Antwort.

Kreationisten, IDioten und Evolution

Dass du dir den Vortrag nicht anhören willst ist sehr bedauerlich. Wenn du willst kannst du dir den Vortrag auch einfach von 0:30 bis ca. 1:00 anhören (also die zweite halbe Stunde), das ist der Teil, in welchem sich der Redner mit den konkreten Behauptungen der IDioten auseinandersetzt, wie zum Beispiel dem Flagellum der Bakterien und der Blutgerinnungskaskade (IDioten behaupten, die wären zu komplex um "aus einem Guss" zufällig zu entstehen. Was auch richtig ist. Nur haben Biologen schon längst bewiesen, dass diese Mechanismen aus anderen Bestandteilen zusammengesetzt sind, welcher jeder für sich allein schon eine Funktion und damit einen Überlebensvorteil mit sich bringt). [[Hier]http://www.gwup.org/skeptiker/archiv/2003/4/intellegentdesigngwup.html] findest du eine recht gute Zusammenfassung des "Stand der Dinge" in Sachen IDiotismus, wie mir scheint. Alternativ könntest du auch konkrete Fragen stellen, die ich dir dann zu beantworten versuchen werde (Auf Allgemeinplätze wie "Das ist alles viel zu unwahrscheinlich") kann ich wirklich nichts erwiedern, ausser, dass es nicht stimmt. Wenn du konkrete Argumente bringst, kann ich dir zeigen, weshalb sie versagen, auf Behauptungen kann ich nur mit Gegenbehauptungen antworten. Ich muss dazu allerdings vorausschicken, dass ich Jurist und kein Biologe bin. Wenn dir jeder Aufwand zu gross ist um zu verstehen, weshalb deine Argumente falsch sind, dann erübrigt sich eine Diskussion eigentlich.

Über Dinge wie die "romerschen Lücke" von welcher ich zugegebenermassen bis zum heutigen Tage noch nichts gehört habe, können wir gerne diskutieren, wenn du die Basics der Evolution verstanden hast. Ich sehe darin allerdings nicht wirklich ein Problem. Da eine Google-Suche nach "romersche lücke" gerade mal zwei (!) Treffer bringt, einer auf die Kreationistenpage "Wort-und-Wissen" und einer auf eine zweite Kreationistenpage "Genesisnet" muss ich davon ausgehen, dass es sich nicht um einen wissenschaftlichen Einwand handelt (dann würde er nämlich auch anderswo diskutiert).

Glaube, Liebe, Hoffnung

Was Christsein nach deinen eigenen Aussagen für dich ausmacht:

Keine Benachteiligung für dich oder deine Mitmenschen; interessante Persönlichkeit entwickelt; Alltägliches aus anderem Blickwinkel betrachten; Niemanden verletzen; Sinn und Motivation; Schutz vor Verlust der Selbstkontrolle;

Dies alles bietet dir gemäss eigener Aussage weder der Atheismus, noch der Glaube an den Nikolaus. Natürlich nicht. Der Glaube an den Nikolaus führt eventuell dazu, dass sich ein Kind braver verhält, und ein Naturalistisch-Humanistisches Weltbild kann einen in der Persönlichkeitsentwicklung auch sehr viel weiter bringen, aber das soll hier nicht mein Punkt sein. Diese Dinge, welche du beschreibst, bieten dir die meisten Hobbies, welche du betreiben könntest. Kampfsport zum Beispiel. Oder Musik machen. Wenn dein Glaube für dich ein praktisches Hobby mit netten Nebeneffekten ist, schön für dich. Aber weshalb du dich deswegen gleich mit den Grundlagen der Wissenschaft anlegen? Ich habe in keiner Weise bezweifelt, dass der Glaube manchmal für einzelne Menschen ganz schön und nützlich sein kann. Aber leider bringt dieses Hobby einfach viel zu viele Implikationen mit sich. Wenn Hobbymodellflieger sich in die Gesellschaft einmischen würden und jede Stunde eine dröhnende Modellflugparade durch die Stadt fliegen würden, dann fände ich auch dieses Hobby problematisch und störend.

Regeln

Regeln sind selbstverständlich dazu da, ein geordnetes Nebeneinander und damit eine funktionierende Gesellschaft zu garantieren. Regeln müssen genau soweit gehen, dass die Freiheit des einen die Freiheit des anderen nicht beschränkt. Mensch und Gott müssen nicht zusammenleben, da Gott nicht existiert. Aber die Menschen untereinander. Diese Regeln sind nach rationalen Grundsätzen zu gestalten, und sicher nicht nach den Vorstellungen von irgendwelchen antiken Wüstenspinnern. Wir sind in der Lage, gut und böse zu unterscheiden, und deswegen auch in der Lage, gute Regeln zu schaffen, und anzuerkennen. Eine gute Regel besteht überigens gerade NICHT in der Sanktionsdrohung, eine gute Regel muss anerkannt und innerlich angenommen werden.

Diverses

ich geb zu dass wir beide nur schlecht über die jeweiligen standpunkte informiert sind, gelobe aber besserung

Das ist grundsätzlich positiv - dir muss aber klar sein: "Zugeben" kannst du nur für dich, dass du schlecht über unseren "Standpunkt" informiert bist. Wir kennen die immergleichen Standpunkte von Leuten wie dir ziemlich genau. ;-)

Physikprofessoren sind keine Biologen. Stell dir vor, es käme ein Biologe daher und würde einen Vortrag darüber halten, weshalb Einstein ein Idiot und die Relativitätstheorie absurd sei. Vor 30 Jahren gab es noch kein IDotismus (damals nannte man das noch Kreationismus), von dem her konnte er sich unmölich 30 Jahre damit beschäftigt haben.

Mit deiner nach innen gewölbten Erde brauche ich mich auch nicht wirklich zu beschäftigen. Sie ist zwar mit der klassischen Physik denkbar, nicht aber mit der Relativitätstheorie (das steht zumindest bei Wikipedia. Die Theorie geht nämlich davon aus, dass sich das Licht nicht überall mit der gleichen Geschwindigkeit durch das Vakuum bewegt). Ausserdem - wie auch schon erwähnt - beweist spätestens die Raumfahrt, dass das es nicht stimmt. Desweiteren braucht diese Theorie sehr sehr viele Annahmen, damit sie funktioniert (zum Beispiel dass die Naturkräfte nicht überall im Universum gleich sind) und wird dadurch auch noch Opfer von Ockhams Rasiermesser.

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