Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Zufall (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 03.03.2008 22:23 schrieb mrw:

Am 03.03.2008 15:47 schrieb marc_aurel:
Durch die Blume ist nicht so mein Ding, entschuldige.

Entschuldigung angenommen.

[Wahrscheinlichkeit]

Doch kann man. Wenn man seinen Horizont erweitert.

Was hat simple Wahrscheinlichkeitsrechnung mit dem Horizont zu tun?

Wenn also ein Ereignis B von A abhängt und bezüglich A eine Milliarde Versuche stattfanden, dann kann man das Ereignis B nicht mehr als zufällig bezeichnen.

Nur wenn du B als gewolltes Ergebnis siehst, was wiederum unseren lieben Kreationisten Freiraum für Gott bietet.

Die Frage ist, was Du unter «gewollt» verstehst.

Im Zusammenhang mit der Evolution ist B nicht ein gewolltes, wohl aber ein beobachtetes Ereignis: B = Ein bestimmter Selektionsvorteil kommt vor. A ist eine Mutation und B das daraus resultierende Merkmal, der Selektionsvorteil.

Wenn nun die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses B auch noch so gering ist, mit genügend grosser Anzahl Versuche (Individuen, Generationen) wird es mit einer Wahrscheinlichkeit auftreten, die beinahe 100% erreicht. Ein Ereignis, das mit praktisch 100% Wahrscheinlichkeit eintritt, würde ich nicht mehr als zufällig bezeichnen.

Nehmen wir an, das Merkmal B bringt einen hohen Überlebensvorteil.

In dem Moment, wo B einmal aufgetreten ist, wird sich das Individuum mit dem Merkmal B mehr verbreiten, als alle anderen. Das Merkmal B wird sich damit in der Population immer schneller verbreiten, bis es sich bei fast allen Individuen durchgesetzt hat.

Dieser Mechanismus sorgt dafür, dass sich vorteilhafte Mutationen zwangsläufig früher oder später durchsetzen.

Warum reden die KIDs von Zufall? Nur weil sie meinen, die Entwicklung basiere einzig auf einer langen Reihe von sehr seltenen Mutationen, die eine die andere bedingt und daher gemeinsam noch viel seltener vorkommen.

Doch das ist nicht der Fall.

Vielmehr ist (fast) jede einzelne Mutation einer Entwicklungskette für sich genommen bereits vorteilhaft, oder aber zumindest nicht nachteilig. Verknüpfungen von Mutationen, die nur gemeinsam einen Vorteil, einzeln jedoch einen Nachteil bringen, sind sehr sehr selten (aber nach dem Prinzip der hohen Zahlen nicht ausgeschlossen). Das heisst, einzelne Mutationen sind bereits vorteilhaft und setzen sich daher bevorzugt durch, nachdem sie das erste Mal aufgetreten sind. Dies ist eine Folgerung aus dem Prinzip der natürlichen Selektion.

Das weitere Argument, dass vorteilhafte Mutationen sehr selten sind, erübrigt sich daher, weil über die langen Zeiträume und die grossen Populationen jede technisch mögliche Mutation statistisch gesehen öfters auftreten wird. Daher hat das nichts mehr mit Zufall zu tun.

Oder wie sich Christian De Duve ausdrückt: Das Leben ist ein kosmische Zwangsläufigkeit — unter den gegebenen Umständen musste das Leben entstehen, und es gab dabei nicht viel Spielraum.

Wir kämpfen gegen ein gesellschaftliches Problem.)

Was das angeht, gründe ein Partei und nicht eine Religion.

Weder noch.

Den Atheismus ist leider genau so von Fanatismus betroffen wie jede andere Religion.

Absolut nicht.

Atheismus setzt sich mit Gott auseinander, ob du willst oder nicht.

Das sicher, ja.

Was es zu einer Religion macht.

Das sicher nicht, nein.

Wenn du Probleme mit der Institution hast, dann greif die Institution an und nicht Gott.

«Ein Problem» verursachen beide: Die kirchlichen Institutionen und der abscheuliche Gott der Bibel.

Die Institionen «Kirchen» soll man an ihren Untaten messen und «Gott» soll man am Gottesbild der Gläubigen und ihrer heiligen Schriften messen — bei den Anhängern semitischer Religionen leitet sich das Gottesbild aus der Bibel ab. Somit richtet sich die Kritik hauptsächlich gegen das biblische Monster.

Atheismus ist dazu das falsche Mittel.

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