Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Weltbild, Filosofie und Religion (datura)

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Diskussionsbeitrag:

Am 11.02.2008 23:26 schrieb datura:

Die Glaubwürdigkeit einer Aussage hängt davon ab in wie weit sie die allgemeine Erfahrungen widersprechen, oder allgemeine Erfahrungen bestätigen.

Da hast Du grundsätzlich recht. Je mehr eine Aussage der Erfahrung widerspricht, desto besser muss sie begründet beziehungsweise bewiesen werden.
Der Witz mit den Religion ist nun, dass ihre Aussagen der Erfahrung ganz und gar widersprechen, sie sich aber nicht bemüssigt fühlen ihre Aussagen zu beweisen.

Nicht ganz! Es ist ja die scheinbar einfachste Erklärung: "Gott hat die Welt geschaffen". Diese Erklärung entpricht [scheinbar] der allgemeinen Lebenserfahrung. Das Problem ist aber, dass diese "Erlärung" unlösbare Fragen aufwirft.

Wikipedia beschreibt Religion als:
„Als Religion bezeichnet man eine Vielzahl unterschiedlicher kultureller Phänomene, die menschliches Verhalten, Handeln und Denken prägen und Wertvorstellungen normativ beeinflussen.“

Und weiter: «Religiöse Weltanschauungen und Sinngebungssysteme stehen in langen Traditionen und beziehen sich zumeist auf übernatürliche Vorstellungen.»

Aber du übersiehst, dass laut Wikipedia das was Du 'unter und weiter:' schreibst keine notwendige Bedingung für eine Religion ist.

Etwas was sich "zumeist auf übernatürliche Vorstellungen bezieht" ist nicht unbedingt übernatürlich, sondern nur "meistens". Auch ist die "lange Tradition" nicht notwendig für eine Religion.

Wobei diese Definition nicht sehr glücklich gewählt wurde. Religion unterscheidet sich von Filosofie in zwei Punkten:
* Religionen beziehen sich im Gegensatz zu Filosofien immer auf übernatürliche Vorstellungen.

Nein, Religionen beziehen sich nur meistens auf übernatürliche Phänömäne. An Iosseb Bessarionis dse Dschughaschwili, besser bekannt als Josif Stalin, genoss auch religiöse Verehrung. Dennoch wurden ihm keine übernatürlichen Fähigkeiten zugesprochen. Weiters gibt es irgentwo auch den Ahnenkult. Dieser ist auch religiös, aber nicht übernatürlich.

Die Abgrenzung zwischen Filosofie und Religion fehlt in der Einleitung des Wikipediaartikels zur Religion.

Da fällt mir ein Witz ein:

Der Naturwissenschaftler sicht eine existierende Schwarze Katze in einen dunklen Raum- Der Philosoph sucht eine nicht existierende Schwarze Katze in einen dunklen Raum. Der Theologe sucht eine nicht existierende Schwarze Katze in einen dunklen Raum und schreit: "Hier ist sie."

Es beeinflusst menschliches Verhalten, Handeln und Denken.

Das tut Filosofie auch. Trotzdem ist Filosofie und Religion nicht dasselbe.

Wenn Philosophie menschliches Verhalten, Handeln und Denken nicht nur beeinflusst, sondern auch prägt, dann ist auch die Philosophie eine Religion. [nach obiger Definition]

Wie alle Religionslehrerinnen irrt sich auch Deine.

FASZIT: Nicht alles was Religionslehrer von sich geben ist Schwachsinn.

Offenbar schwächte der Besuch des Religionsunterrichts Deine Fähigkeit zu unterscheiden. Religionen und in der Folge Religionslehrerinnen neigen zu starken Vereinfachungen, wenn es um ihnen fremde Positionen geht. Vielfach fehlt einfach das Verständnis dafür, dass es auch andere Ansichten gibt, als die eigene.

Nicht umbedigt: Sie akzeptierte meine Meinung, dass Gott vom Menschen geschaffen, und nicht der Mensch von Gott, und machte nicht einmal den Versuch mich umzustimmen. Intolleranz kann man ihr also sicher nicht vorwerfen.

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Re: Weltbild, Filosofie und Religion (mrw)


Am 12.02.2008 13:03 schrieb mrw:

Am 11.02.2008 23:26 schrieb datura:
Der Witz mit den Religion ist nun, dass ihre Aussagen der Erfahrung ganz und gar widersprechen, sie sich aber nicht bemüssigt fühlen ihre Aussagen zu beweisen.

Nicht ganz! Es ist ja die scheinbar einfachste Erklärung: "Gott hat die Welt geschaffen". Diese Erklärung entpricht [scheinbar] der allgemeinen Lebenserfahrung. Das Problem ist aber, dass diese "Erlärung" unlösbare Fragen aufwirft.

Das ist nur solange die einfachste Erklärung, wie man nicht darüber nachdenkt und keine Fragen stellt. Sobald Fragen aufkommen, wird diese Erklärung sehr schnell sehr kompliziert, weil man dann versucht, die Widersprüche aufzulösen, die sich ergeben, statt das Erklärungsmodell als falsch zu verwerfen.

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