Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Wahrscheinlichkeit als die Krone der Schöpfung geboren zu werden (Leonhard Kurzmann)

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Diskussionsbeitrag:

Am 15.11.2007 18.28 schrieb Leonhard Kurzmann:

[Leonhard Kurzmann schrieb in einer Artikeldiskussion folgenden Beitrag, der eigentlich hierher gehört. Hierher verschoben von atheismus.ch]

In einem eurer Berichte habt ihr berechnet, wie hoch den eigentlich die Wahrschienlichkeit ist, dass eine Religio die Wahrheit ist. Habt ihr total gut gemacht.

Ich hätte da eine spitzen Idee für eine andere Wahrschienlichkeitsrechnung und wollte fragen, ob ihr auch diese berechnen könnt.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, unter allen Lebewesen dieses Planeten, ausgerechnet als die Krone der Schöpfung geboren zu werden?

Als Mensch mit der Fähigkeit zu lieben und vertraue.

Ausgestattet mir Spiegelnervenzellen die es uns erlauben, uns in unsere Mitmenschen einzufühlen.

Im prachtvollen Lichte dieser schieren Unmöglichkeit erlischt der atheistische Aberglaube und die Religion Gottes, die Christenheit, welche diese natürliche und zugleich auch übernatürliche Lebensform, die alles umwaltende Liebe, am Ende einer langen Entwicklung zelebriert, behält die Oberhand.

Aber wieso gibt es diese Unnatürlichkeit, den Gottesleugner.

Es benötigt zweierlei um gegen Jesus zu kämpfen: Zum einen ist das eine schwarzgalgige Selbstbetrachtung. Der Mensch nur als sein organisches Umfeld, ohne sein eigentiches Ich.

Zum anderen die Kompensation dieser inneren Leere. Dafür bedient man sich des Hochmutes und des Stolzes als Schleier der eigenen Unwichtigkeit und Wertlosigkeit. Diese beiden Untugenden, die paradoxerweise unerlässlich sind für einen atheistischen Kleingeist, sind die Triebfedern, die einer Zivillisation der Resignation den Boden vorbereitet.

Eine Zivilisation der Hoffnung, die wir ja allesamt letztlich anstreben, jedoch benötigt Sinnhaftigkeit in ihrer tiefschürfensten Art und Weise.

Atheismus und Sinn passt ebensowenig zusammen wie Fröhlichkeit und Gottlosigkeit, da widerspräche mir nicht einmal Schopenhauer.

Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass die stichhatigen Argumente im Himblick auf die Wahrscheinlichkeit es Menschseins die ich hier dargebracht habe, von seitens des Atheisten schnell ins Unbewusstsein verdrängt werden, sie stehen ja schließlich im schreienden Wiederspruch zur eigenen Lebensführung. —- oder traut es sich einer berechnen?

Der eigentliche Grund diese Berichtes ist der, dass sich die Armen, die sich auf diese Seite verirrt haben, nicht die Freude am Leben nehmen lassen.

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Re: [ … ] Krone der Schöpfung [ … ] (hans)


Am 15.11.2007 19.31 schrieb hans:

Hallo Leonhard. Ich denke, da würden dir außer Schopenhauer, auch Ludwig Marcuse, Albert Camus und Oswald Spengler widersprechen. Von Epikur ganz zu schweigen. Schön, aber auch etwas lächerlich finde ich, wie du es verstehst, Mathematik (oder was du dafür hälst) und Metaphysik zu mischen. Sag mir doch bitte, wie verdrängt man etwas ins Unbewusstsein. Ich frage mich jetzt nur noch, wie die nichtchristliche Welt, jahrtausende ohne deinen Jesus auskam und nicht aus "Resignation" und "schwarzgalgiger Selbstbetrachtung" kollektiven Selbstmord beging. Ich ende mal wieder mit Marcuse: Man muß nicht glauben und nicht hoffen, um zu wollen. Gruß hans

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Re: [ … ] Krone der Schöpfung [ … ] (Chris)


Am 15.11.2007 19.55 schrieb Chris:

» … und die Religion Gottes, die Christenheit, welche diese natürliche und zugleich auch übernatürliche Lebensform, die alles umwaltende Liebe, am Ende einer langen Entwicklung zelebriert, behält die Oberhand …«

… Du sprichst hier allen Ernstes von der Christenheit als Religion Gottes, klammerst also alle anderen Religionen aus und wagst es dann den »atheistischen Kleingeist« anzuprangern? … nun, das nenne ich paradox.

Kannst Du bei all Deinen Berechnungen auch sagen, wie Du das Christentum und die »alles umwaltende Liebe« in Verbindung bringst? Denn wenn uns eines die Vergangenheit lehrte, dann doch sicherlich die Tatsache, dass die Christen nicht gerade durch ihre Nächstenliebe aufgefallen sind, sondern eher durch Unterdrückung, Drohung, und der, ja geradezu balsphemischen Dreistigkeit, die Behauptung aufzustellen, dass ihre Religion und ihr Gott das einzig wahre sind.

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Re: [ … ] Krone der Schöpfung [ … ] (baru)


Am 16.11.2007 09.07 schrieb baru:

Guten Morgen Leonhard, wie kommst du bitte auf innere Leere? Ein Mensch ohne Verpflichtungen und Aufgaben kann die wirkliche Freiheit geniesen! Sobald ich einer Religion, einer Partei, einem Verein oder sonstigem zugehören, habe ich gewisse Regeln und Pflichten, an die ich mich halten muss (will?). Das schränkt mich schon in der Möglichkeit, zu tun und zu lassen was ich will, ohne mich vor jemandem oder etwas zu rechtfertigen, ein. Ich weiß, es gibt viele Gläubige, die durch ihren Einsatz für die Religion erst richtig "aufblühen" und sich ein Leben ohne Religion nicht vorstellen können, aber ich bin mir sicher, dass sie das nur tun, weil sie jemanden oder etwas brauchen, der oder was ihnen den Weg weisst. Sie sind einfach zu schwach, um sich ihren eigenen Weg durch Leben zu suchen, oder man könnte es noch etwas deutlicher sagen, zu schwach um eine eigene Meinung zu haben und auf eigenen Füßen zu stehen. Wer rechtfertigt sich denn gerne für sein Handeln vor irgendjemandem?

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Falsche, voreingenommene Frage (mrw)


Am 16.11.2007 10:27 schrieb mrw:

Am 15.11.2007 18.28 schrieb Leonhard Kurzmann:
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, unter allen Lebewesen dieses Planeten, ausgerechnet als die Krone der Schöpfung geboren zu werden?

Das ist eine falsche Frage, denn mit dieser Frage behauptest Du implizit, irgendein Lebewesen sei als Krone einer Schöpfung geboren. Diese Annahme ist falsch. Sowohl in Bezug auf «Krone», wie auch in Bezug auf «Schöpfung». Du nimmst Voraussetzungen als gegeben hin, die Du noch nicht bewiesen hast. Das ist so typisch! Die Berechnung einer Wahrscheinlichkeit, die auf einer falschen Annahme führt zu einem unsinnigen Resultat.

Als Mensch mit der Fähigkeit zu lieben und vertraue.
Ausgestattet mir Spiegelnervenzellen die es uns erlauben, uns in unsere Mitmenschen einzufühlen.

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Re: Wahrscheinlichkeit als die Krone der Schöpfung geboren zu werden (st)


Am 28.11.2007 20:47 schrieb st:

Hallo Leonhard Kurzmann

Ich habe soeben deinen Eintrag gelesen. Frage: Sollte der Mensch tatsächlich die Krönung der Schöpfung sein, warum zerstört er denn seine Lebensgrundlage?

Im Weiteren basiert Atheismus auf Wissengrundlagen und nicht auf Glauben. Atheistsicher Aberglaube widerspricht sich also selbst. Du redest von Religion Gottes, der Christenheit usw. Glaubst du wirklich alle Menschen, die nicht an deinen Gott glauben (Naturvölker, Buddhisten etc.) wären auf dem Holzweg? Was gibt dir da die Sicherheit und das Recht solches zu schreiben?

In meinen Augen (übrigens reduzierbar komplex!)ist die einzige Unnatürlichkeit der Theismus! Früher hat man alle wissenschaftlich nicht erklärbaren Lücken mit Gott aufgefüllt. Das war sehr einfach und effizient. Heute hat die Naturwissenschaft diese Lücken gefüllt und auch bewiesen. Es braucht also keinen Gott mehr, der wütend irgendwelche Vulkane oder Erdbeben auslöst.

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Re: Wahrscheinlichkeit als die Krone der Schöpfung geboren zu werden (gwendolan)


Am 01.12.2007 15:14 schrieb gwendolan:

Wenn du den Menschen als "Krone der Schöpfung" definierst, so ist die Wahrscheinlichkeit für jeden Menschen auf der Welt - dich und mich eingeschlossen - genau 100 % als solche "Krone der Schöpfung" geboren zu werden. Für alle anderen Lebewesen natürlich 0 %.

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