Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Re: Alternative Medien (Mats)

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Diskussionsbeitrag:

Am 30.07.2006 19:05 schrieb Mats:

Aussen links? :) War ich auch einmal, bevor ich mich intensiver mit der Biologie und der Politik auseinandergesetzt habe.

Es ist immer wieder erstaunlich, zu sehen, dass gewisse Leute meinen, ihr Standpunkt sei derart wichtig, dass sie ihn in mehreren Threads gleichzeitig verbreiten zu müssen. Das Vorgehen erinnert mich an das Kind, das seiner Mutter ununterbrochen am Rockzipfel zieht und solange quengelt, bis es endlich Aufmerksamkeit bekommt.

Nunja.

Nun, wo Menschen werken, da gibt es Fehler.

Deine Fragen fand ich eigentlich noch so vernünftig und berechtigt. Das war, bevor ich dem Link oben ("Politically Incorrect") gefolgt bin. Musste ich ob dem "ACHTUNG - PRO-US BLOG" Banner noch grinsen, ist mir selbiges relativ schnell vergangen, als ich Ann Coulter zitiert gesehen habe. Wer diese Dame, auch bekannt als "Hitler in Stöckelschuhen", noch nicht kennt, darf sich gerne unter http://en.wikipedia.org/wiki/Ann_Coulter ein Bild von ihr machen. Coulter ist das, was ich an den VSA verachte, auf den Punkt gebracht: patriotisch, konservativ, elitär, religiös, rassistisch, faschistoid, bigott.

Dem entsprechend ist das PI-Blog Leitkultur- und Herrenrasse-Hetze in reinster Form, dazu noch derart offensichtlich religiös verbrämt, dass es weh tut. Wenn du deine Informationen primär aus solchen Quellen beziehst (wenn dem nicht so wäre, hättest du bestimmt auch ein etwas weniger voreingenommenes Beispiel gefunden), nehm ich dir auch deine Aussage, du seiest Atheist, nicht wirklich ab, Kant hin oder her. Selbiger war übrigens alles andere als ein Atheist, hat er ja seinen Kategorischen Imperativ explizit auf die Existenz Gottes abgestellt (Stichwort "teleologischer Gottesbeweis"). Von dem her seh ich nicht, was du mit der Erwähnung Kants aufzeigen willst.

Ich muss nicht mit allem einverstanden sein, was in diesem Blog geschrieben wird. Ich bin nicht einer Parteilinie verfallen, aber unheilige Allianzen kennst Su sicher.

Soviel mal zu dem PI-Link. Ich möchte dir aber trotzdem noch Antwort auf deine Frage(n) geben. Es gibt verschiedene Gründe, warum ich mich primär (sic!) mit dem Christentum beschäftige und nicht mit dem Islam:

1) Ich bin zwar dran, Arabisch zu lernen, bis ich aber den Koran derart aus dem Eff-Eff im Griff habe wie die Bibel, wird es noch eine Weile dauern. Ich beschäftige mich jetzt seit bald 20 Jahren intensiv mit der Bibel und kann sagen, ziemlich viel über dieses Stück Schundliteratur zu wissen. Bis ich soweit bin, dass ich auch Moslems ihren "heiligen" Dummfug in ähnlicher Art zerzausen kann, wirst du mir noch etwas Zeit lassen müssen. Wenn du gegenüber Moslems argumentieren willst und den Koran nicht im Original gelesen hast, wirst du nicht Ernst genommen. Also, kommt Zeit, kommt Rat.

Diskutieren ist gut, das akzeptiere ich. Doch mit Dogmatikern zu "argumentieren" bringt nichts. Ich muss diese Verse nicht kennen, um zu wissen, dass dieses Werk von einem pädophilen Epileptiker geschrieben wurde.

2) Wenn ich an einem Samstag durch die Stadt schlendere, sehe ich Missionsstände der Mormonen, des Brüdervereins, der FEG, der "Gemeinde postmoderner Christen". Wenn es bei mir an der Tür klingelt, stehen Zeugen Jehovas davor. Und wenn religiöse Gruppen die Schweizer Politik zu prägen versuchen, sind es christliche Fundies.

Das hat bislang mit der Demographie zu tun. Ich, als paranoider Denker, sehe mich aber schon vor, vor dem aggressiven Tun der Mohammedanern. Um Deiner Willen nicht nur Platitüden :) zu schreiben, gebe ich Dir einige Stichworte. Mohammed (handeln, Charakter), Libanon, Erdogan, heutiger weltweiter islamischer Terror (Jihad). (Beispiele kannst Du in jeder aktuellen Zeitung finden, wenn Du sie sehen willst)

Bisher hat es noch nie ein Moslem versucht, mich zu bekehren. Und eine "Islamische Volkspartei" habe ich in der Schweiz bisher auch noch nie gesehen.

Du musst Dich auch nicht bekehren, wenn Du eine Dhimmisteuer entrichtest. Bist aber sowieso ein Bürger zweiter Klasse.

3) In meinem Blog (http://bunte-welt.info *schleichwerb*) kommen sehr wohl so ziemlich alle religiösen Spinner dran. Wenn mir etwas auffällt, das in meinem Blog durch den Kakao gezogen werden sollte, kommt es rein, egal welchen Osterhasen die Betreffenden anbeten.

Werde mal reinschauen.

4) Ich habe keineswegs vor manchen religiösen Spinnern mehr Angst als vor anderen. Ehrlich gesagt machen mir alle Menschen Angst, die ihr Leben auf ein unsichtbares Geistwesen abstützen. Ein Wesen wohlverstanden, das nur sie alleine in ihrem Kopf hören können, das ihnen Handlungsanweisungen gibt, das für sie entscheidet, was richtig und was falsch ist. Man nennt so ein Phänomen "Psychose", und ob diese Psychose nun Allah oder Jesus heisst, ist mir eigentlich völlig egal.

Ich schon, da ist wohl meine islamophobe Paranoia Schuld daran. Jesus war im Grossen und Ganzen ein Pazifist, Mohammed dafinitiv nicht. Vielleicht kannst Du das nachvollziehen, um nicht gerade in Beleidigungen zu verfallen.

Soviel dazu. Ich wehre mich dagegen, dass der Islam automatisch als "gewalttätig", das Christentum im gleichen Atemzug hingegen als "friedlich" dargestellt wird. Es sind nicht Ideologien, die Häuser in die Luft jagen, sondern Menschen. Christen waren genau so Mörder/Terroristen/Attentäter wie es Moslems waren und in beiden Religionen findest du auch Leute, die keiner Fliege etwas zuleide tun würden.

Die Legitimation von solchen Gewalttaten ist im Falle des Korans einfacher. Natürlich gab es auch mordende Inquisitoren, ihr Werken ist aber heute marginal. Warte gerne auf Widerspruch.

Zugegebenermassen: Der Koran ist in seiner Sprache wesentlich deutlicher als die Bibel, wie mit Ungläubigen zu verfahren sei. Dass beide Machwerke aber einen ähnlich menschenverachtenden Ansatz propagieren, sollte jedem klar sein, der sich mit der Materie beschäftigt hat.

Ich finde das Bibelzitat ziemlich einleutend. "An ihrem Handeln sollt ihr sie erkennen". Hat schon gewisse Logik, ich will mich einfach nicht blind stellen. Heute ist der Islam gefährlicher.

Man darf aber nicht vergessen, dass den islamisch geprägten Ländern das fehlt, was uns hier das Christentum einigermassen zivilisiert hat: Eine Epoche der Aufklärung. Diese kann aber weder durch militärische Operationen noch durch Kulturkämpfe ausgelöst werden, auch wenn neurechte Polemiker genau darauf hinarbeiten. Wie friedlich das Christentum ist, wenn ihm Ideen wie "Menschenrechte" nicht von aussen eingeimpft werden, sieht man am Beispiel Ruanda.

Hier widerspreche ich heftig. Die Europäische Geschichte der Neuzeit ist geprägt durch Religions-(Ideologie)kriege noch und noch. Würde es gerne sehen, wenn die Leute rational miteinander reden würden, das ist aber leider nicht realistisch. Manchmal hilft nur eine militärische Option, bin vom Pazifismus abgekommen, mit Dogamtikern kann man keinen Frieden schliessen, das funktioniert nur über die Vernunft. Diese spreche ich Dogmatikern ab, seien sie nun religiös oder anders ausgerichtet (Grüne).

Fakt ist: Mich provoziert ein Kreuz um den Hals genauso wie ein Kopftuch oder Schläfenlöckchen. Alle drei (nebst allen anderen religiösen Symbolen) sind Symbole der Unterdrückung, des Hasses, der Abgrenzung. Same bullshit, different assholes.

Ja, da bin ich einverstanden. Mir würde aber das Kreuz reichen, mit den religiösen Neoapartheidtendenzen (Segregation) kann ich mich nicht anfreunden.

Wir haben hier in Westeuropa (und besonders in der Schweiz) wirksame Instrumente, die uns davor schützen, vom "Islam überrannt" zu werden - Ausschaffungen islamistischer Hassprediger belegen dies zum Beispiel klar.

Gibt es, sicher. Sollte man aber auch konsequent verfolgen. Ich stelle die Relgionsfreiheit in Frage, wenn sie andere Freiheiten verletzt.

Welches Gesetz aber schützt mich vor der Einflussnahme christlicher Spinner? Welches Gesetz schützt mich davor, christliche Propagande ansehen zu müssen? Welcher Richter verbietet einer Lehrerin, das Schandmal (aka "Kreuz") am Hals zu tragen?

Privat die Vernunft. In der Gesellschaft ist es sicher schwieriger einen Konsens zu finden, eine totalitäre Lösung? Das bleibt halt ein Grundproblem der Demokratie und des freiheitlichen Rechtsstaates, vor Dummheit ist niemand sicher. Ich würde da mehr auf Bildung setzen und eine Förderung von Familien, die vernünftig denken können. (Ist übrigens heute nicht der Fall mit dem ausgeprägten Sozialwerken). Vielleicht schafft es ja der Sozialismus die Dummheit zu bändigen, so wie in der Vergangenheit :).

(Und bevor jetzt das "die Schweiz ist ein christliches Land"-Blabla kommt: Nein, die Schweiz ist kein christlicher, sondern ein säkularer Staat. Hier herrscht Religionsfreiheit und Versuche jeglicher Religionen, ins Staatsgefüge Einfluss zu nehmen, müssen als Angriff auf die Demokratie verstanden werden.)

Richtig! Die Schweiz hat aber trotzdem christliche Traditionen, auch wenn man es nicht will. Vielleicht beieinflussen sie gerade jetzt dein Denken.

Jedem Menschen mit einigermassen Gehirnschmalz sollte einleuchten, dass "Toleranz" nicht kriecherische Anpassung heisst. Wenn ich in Marokko bin, gebe ich mir Mühe, niemanden mit der linken (unreinen) Hand zu berühren. Hier in der Schweiz geht es mir am Anus vorbei, ob sich mein muslimischer Arbeitskollege vor meiner linken Hand ekelt oder nicht. In Agypten mag es gesellschaftlich akzeptiert sein, dass Mädchen nicht zum gemischten Schwimmunterricht gehen, Hier in der Schweiz herrscht aber Schulpflicht für alle (auch: für alle denselben Stundenplan), weshalb ich vehement dagegen bin, jemanden aus religiösen Gründen von einzelnen Fächern oder Fachinhalten zu dispensieren.

Da bin 100% einverstanden.

Ich erinnere mich an meine Schulzeit (damals war Samstag noch Schultag), als ein Schulkollege immer am Samstag frei hatte. Warum? Weil er Adventist und für ihn der Sabbath (also der Samstag) heilig war. Gut, er hat nicht wirklich viel verpasst (Turnen und Religion, lol!), trotzdem ging mir die religiöse Toleranz schon damals viel zu weit.

Das ist Scheisse, die wir nicht brauchen.

Dass Toleranz oft leider als "alles akzeptieren, was anders ist" missverstanden wird, ist etwas, das mich genau so aufregt wie dich (Unterstellung). Und dass "Integration" von manchen Leuten als entweder "hundertprozentige Anpassung an die fremde und Verleugnung der eigenen Kultur", oder, von der Gegenseite, als "das von der fremden Kultur nehmen, was einem passt, den Rest unter Hinweis auf religiöse Freiheit unantastbar machen" interpretiert wird, ist etwas, das mich immer wieder auf die Palme bringt.

Ja, bin auch gegen Kulturrelativismus. Wir haben ein wunderbares Land und eine tolle Mentalität, komm mir bitte nicht mit Herrenmenschtum oder so. Es gibt einfach Barbaren!

Dem "Gutmenschentum", wie es von rechten Polemikern gerne bemüht wird, stehe ich sehr kritisch gegenüber, ja. Deshalb aber in Kultur-Paranoia (man erinnere sich an die Blick-Schlagzeile "die Schweiz in 40 Jahren zu 90% islamisch!!" oder so ähnlich) zu verfallen und das Ende der Westlichen Zivilisation herbeizuschreien, halte ich für kontraproduktiv und absolut bescheuert.

Klar ist das dumm. Was ist daran denn kontraproduktiv?
Aber trotzdem, ich finde man sollte auch Indikatoren berücksichtigen. Demographiestatistiken, das Alltagsstrassenbild, die Integrationsverweigerungshaltung von islamischen Familien, und deren Verhalten im Alltag. Ich möchte nicht generalisieren, aber es ist halt schon ein signifikanter Teil, der Probleme macht. Ich bin für eine Integration von allen Komponenten, um eine vernünftige Meinung zu bilden.

Fazit: Ich kämpfe an allen Fronten gegen Religion, ja. Dass du dabei nicht von allen Schlachten weisst, kann nicht mein Problem sein.

Ich bekämpfe spezifisch Strömungen, die für mich und meine Freiheit und Leben gefährlich werden können. Fokussieren des Problems gewissermassen, die Zeugen Jehovas interessieren mich nicht, wenn ich die Türe wieder geschlossen habe. Sie werden mich deshalb nicht in die Luft sprengen, weil ich eine andere Meinung vertrete.

Der Jihad ist für mich ein grösseres Problem. Diese Ideologie ist so gefährlich, dass ich sie in der heutigen Zeit mit fast nichts anderem vergleichen kann. Die Kommunisten schrecken ab vor Nuklearschlägen, weil sie trotzdem Leben wollen. Aber den Islam(isten) traue ich dies ohne weiteres zu, da sie in ihrer Dummheit ein Paradies erwarten. Und bitte belehre mich nicht mit den verschiedenen islamischen Strömungen, ich kenne sie. Meine Paranoia sagt mir, dass Leute gefährlich sind, die sich völlig nach dem Koran richten, weil sie mich dann auch (hin)richten wollen. Und das steht ja so in aller Deutlichkeit geschrieben, es gibt nichts zu interpretieren.

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Re: Re: Re: Alternative Medien (morgenstern)


Am 14.08.2006 17:12 schrieb morgenstern:

Tach allerseits.

Am 30.07.2006 19:05 schrieb Mats:
Aussen links? :) War ich auch einmal, bevor ich mich intensiver mit der Biologie und der Politik auseinandergesetzt habe.

Gib mir eine Alternative, die nicht menschenverachtend, nicht nihilistisch und nicht neophob ist.

Nun, wo Menschen werken, da gibt es Fehler.

Ein wahres Wort.

Ich muss nicht mit allem einverstanden sein, was in diesem Blog geschrieben wird. Ich bin nicht einer Parteilinie verfallen, aber unheilige Allianzen kennst Su sicher.

Nö, musst du nicht. Du wirst aber damit leben müssen, dass man deine Aussagen an deinen Quellen misst.

Diskutieren ist gut, das akzeptiere ich. Doch mit Dogmatikern zu "argumentieren" bringt nichts. Ich muss diese Verse nicht kennen, um zu wissen, dass dieses Werk von einem pädophilen Epileptiker geschrieben wurde.

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