Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Schläfenlappenepilepsie und die logische Erklärung [Re: Gott geht es an den Kragen] (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 19.04.2008 11:10 schrieb mrw:

Falscher Schluss vom Mystikzentrum auf Gott

Am 19.04.2008 00:45 schrieb mysli:
Am 18.04.2008 07:27 schrieb mrw:
Es gibt keinen «Schmerzgeist» oder so, wie Du ihn für das Mystikzentrum postulierst.

Ich postuliere keinen «Schmerzgeist». Den Ausdruck finde ich aber lustig ;-)

Aber es kommt dem nahe, was Du behauptest: Durch Vorhandensein eines Mystikzentrums im Gehirn könne man auf einen Gott im Himmel schliessen. Das ist blanker Unsinn und das Beispiel mit dem Schmerzgeist (Du hattest Schmerz als Beispiel in die Diskussion eingebracht) sollte Dir klarmachen, dass es Unsinn ist.

Und wie gesagt, man nimmt damit nicht unbedingt «Gott» wahr, sondern man hat ein mystisches Erlebnis. Was genau es ist, hängt vom kulturellen Umfeld ab, in dem man sich bewegt. Nur Gottgläubige machen eine Gotteserfahrung, andere nicht. Das lässt darauf schliessen, dass man nur sich selbst erkennt, nichts ausserhalb von sich selbst. Es zeigt eigentlich viel mehr, dass Gott nur in der Fantasie des Einzelnen lebt. Die Tatsache, dass Atheisten in diesem Experiment kein Gott und kein mystisches Erlebnis wahrnehmen, sondern vielmehr so etwas wie ein Drogenrausch auf LSD zeigt, wo Religion einzuordnen ist: In nächster Nähe zum Drogenwahn!

Lies mal die Offenbarung des Johannes und Du wirst feststellen, dass der Typ, der das schrieb entweder einen Drogenrausch oder eine Schläfenlappenepilepsie hatte, — man kann das nicht so genau unterscheiden!

Die logische Erkärung

Ausserhalb der Vorstellung der Menschen, die an einen Gott glauben, gibt es keinen.
Aktivieren kann man sie z.B. durch elektromagnetische Stimulation. Ein Gott ist nicht dabei im Spiel, wohl aber ein iGod, ein Helm der Gott simuliert und Gotteserfahrungen auslöst. ;-)

Was macht dich da so sicher? Ist es nicht vielmehr so, dass du dich nun mal entschieden hast, nicht an einen Gott zu glauben und von daher immer Argumente für deine Sichtweise finden würdest. Was logisch ist, hängt vom Weltbild der argumentierenden Person ab.

Ich baue mein Weltbild auf der logischen und stimmigen Erklärung auf, nicht umgekehrt.

Ich habe mich nur entschieden, jeweils die naheliegendste Erklärung als «sehr wahrscheinlich richtig» zu akzeptieren (bis es einen Grund gibt, eine andere Erklärung vorzuziehen, da binn ich vollkommen undogmatisch).

Wenn z.B. ein Blitz in einen Baum einschlägt, so kann es sein, dass Zeus wütend war und Blitze warf, von denen einer den Baum traf. Ich kann sogar noch weiter gehen und behaupten, dass Zeus auf den Bauer wütend war, dem der Baum gehört, und diesen bestrafen wollte. Das Beispiel ist nichteinmal sehr absurd, denn Christen behaupten durchaus gelegentlich, dass das Unglück, welches jemanden treffe durch die Wut Gottes auf seine Sünden verursacht sei. Andererseits kann es auch sein, dass eine elektrische Spannung zwischen Gewitterwolken und Erdboden den Blitz ausgelöst hatte, und der einsame Baum im Feld dem Himmel am nächsten stand und so der Blitz dort einschlug. Welche Erklärung ist da wohl die naheliegende und logische?

Beim Gottmodul ist es dasselbe: Ich kann beobachten, dass das Gotteserlebnis dann startet, wenn der Strom eingeschaltet und sich das elektromagnetische Feld aufbaut und dann endet, wenn man ausschaltet. Nun ist Deine Erklärung, dass ein Gott im Spiel ist. Das heisst, dass jedesmal, wenn der Schalter betätigt wird, Gott aus dem Himmel heruntersaust und sich dem Probanden vorstellt, aber sofort wieder verschwindet, wenn asgeschaltet wird. Du siehst also hofentlich ein, dass meine Erklärung die logische, weil einfachere und naheliegende ist: Nur das elektromagnetische Feld verursacht die mystischen Halluzinationen, ein Gott ist nicht im Spiel.

Argumentationsfehler: Gott ≠ Christengott

Ausserdem machst Du den gleiche Fehler, wie alle Christen, seien es nun KIDs oder gehe es um sonst ein Thema: (1)«Es gibt Übernatürliches», ist eine Sache. (2)«Es gibt genau einen Gott», ist eine ganz andere Sache. (3)«Dieser eine Gott ist der christliche Gott», ist wiederum eine ganz andere Sache. Selbst wenn (1) bewiesen würde, müsste erst noch (2) und dann (3) bewiesen werden. Ihr Christen denkt völlig verquert, Ihr postuliert aus irgendeinem Grund (1), wie Du hier, oder die KIDs, wenn sie behaupten, die Welt müsse erschaffen sein, und dann tut Ihr so, als würde aus (1) zwingend (3) folgen, was absolut nicht der Fall ist.

Die Argumentation geht sehr vereinfachend gesagt etwa so: «(a) Weil die Evolution XXX nicht so erklärt, dass ich es auch verstehen kann, (b) muss die Welt erschaffen sein. (c) Also stimmt das Christentum

(a) Natürlich geben die Christen nicht zu, dass sie die Evolutionstheorie nicht verstanden haben, aber ihre Argumentationsweise bringt das deutlich zum Ausdruck. Jeder der im Zusammenhang von Evolutionstheorie mit «Zufall» oder «Komplexität» argumentiert, der hat die Evolutionstheorie nicht verstanden. (a) Zeigt also nur das Unvermögen der Person, die dieses Pseudoargument äussert.

Aber selbst in dem Fall, dass (a) ein echter Einwand gegen die Evolutionstheorie wäre, der sogar gestandene Biologen in Erklärungsnot bringen würde (noch ist kein solcher Einwand bekannt!), dann würde daraus trotzdem noch lange nicht (b) folgen. (b) hat mit (a) nichts zu tun. Selbst wenn es einen ernstzunehmenden Einwand gegen die Evolutionstheorie gäbe, könnte man daraus nur schliessen, dass die Evolutionstheorie, zumindest in diesem Punkt, falsch wäre und nichts weiter. (b) wäre ein unzulässiger Schluss, denn er ginge weit über die tatsächliche Beobachtung hinaus in die reine Spekulation.

Und weiter folgt aus (b) nicht (c), selbst wenn (b) zutreffen würde, denn das Christentum ist viel mehr als nur die Aussage, dass die Welt geschaffen worden sei, und jede einzelne Behauptung des Christentums müsste einzeln bewiesen werden, bevor das Christentum als ganzes als richtig bewertet werden kann.

Wissenschaft und Religion

Die Wissenschaft hingegen geht genau so vor: Jeder einzelne Schritt, jede einzelne Behauptung in der Forschung wir einzeln überprüft, und das meist nicht nur einmal, sondern immer wieder von verschiedenen Forschergruppen und unter verschiedenen Randbedingungen, bis eine Aussage als sicher gelten kann.

Religion hingegen beruht nur auf reiner Behauptung, denn «Offenbarung» ist nichts anderes, als «Behauptung ohne Beweis»! Religion ist nicht selbstkritisch. In der Wissenschaft versucht man, die bekannten Theorien zu falsifizieren, zu widerlegen. Religiöse Menschen wie Du hingegen versuchen nicht ihre Religion zu widerlegen, sondern sie gehen davon aus, dass ihre Religion stimmt und suchen dann nach Bestätigung. Das ist genau die verkehrte Vorgehensweise. Noch kritischer wird es, wenn man in Betracht zieht, wie Menschen wie Du zu ihrer Religion kommen: Keiner davon hat alle Religionen der Welt, die je existierten, einzeln und objektiv untersucht und bewertet, und sich erst dann für eine Religion entschieden. Jeder wählt seine Religion durch Zufall: Den Zufall der Geburt, den Zufall der eigenen Kultur und durch den Zufall der eigenen Kontakte. Und erst dann, wenn man die eigene Religion schon gewählt hat, sucht man allenfalls noch Gründe, warum diese besser sein soll, als andere. Religionen bieten im Gegensatz zur Wissenschaft nichteinmal ein objektives Kriterium, anhand dessen man die Qualität bemessen könnte. Man kann nicht zwei Religionen unvoreingenommen und objektiv untersuchen, und dann entscheiden, welche von beiden recht hat und welche nicht. Bei wissenschaftlichen Theorien kann man das. Darum kann man durch Wissenschaft zu wahrer Erkenntnis gelangen, jedoch niemals durch Religion.

Darum ist es naheliegende und logisch, die Aussagen der Wissenschaft anzunehmen und die Aussagen der Religion zu verwerfen.

Du siehst also: Nicht meine Weltbild prägt, was ich als logisch und richtig erachte, sondern ich habe zuerst die Vorgehensweisen von Wissenschaft und Religion objektiv analysiert, bevor ich mich eindeutig gegen die Religion entschieden, und damit mein atheistisches Weltbild aufgebaut habe.

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Re: Schläfenlappenepilepsie und die logische Erklärung [ Re: Gott geht es an den Kragen ] (mysli)


Am 20.04.2008 12:16 schrieb mysli:

Hallo mrw

Aber es kommt dem nahe, was Du behauptest: Durch Vorhandensein eines Mystikzentrums im Gehirn könne man auf einen Gott im Himmel schliessen. Das ist blanker Unsinn und das Beispiel mit dem Schmerzgeist (Du hattest Schmerz als Beispiel in die Diskussion eingebracht) sollte Dir klarmachen, dass es Unsinn ist.

Und du behauptest: Durch Vorhandensein eines Mystikzentrums im Gehirn gibt es keinen Gott. Das ist Unsinn!!!

Lies mal die Offenbarung des Johannes und Du wirst feststellen, dass der Typ, der das schrieb entweder einen Drogenrausch oder eine Schläfenlappenepilepsie hatte, — man kann das nicht so genau unterscheiden!

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