Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Braucht der Atheist den Mitatheisten? (jean paul)

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Diskussionsbeitrag:

Am 07.08.2005 23:45 schrieb jean paul:

Als Atheist gehe ich davon aus, dass Christen auf Glaubensgenossen angewiesen sind. Schliesslich ist auch der Christ vor Missgeschicken des Alltags nicht gefeit, woran die fragile Sicherheit seines Glaubens dann auch regelmässig zu zerbrechen droht. Hat er noch am Morgen brav gebetet, schickte ihm sein heiliger Vater am Nachmittag ohne mit der Wimper zu zucken einen Fahrradunfall, von dem unser armer Christ gleich einen Schlüsselbeinbruch davontrug. Fragen schiessen dem Verkehrsopfer durch den Kopf: Hat der Herr meine Gebete nicht erhöht? Was habe ich falsch gemacht? Ist es nur eine Prüfung? Fragen, die im Transzendentalen ungehört verhallen. Ohne Mitchristen hätte unser Verkehrsopfer nie zu Gott gefunden, und ohne wird er seinen Glauben langfristig wohl nicht aufrechterhalten können. Und nun die ketzerische Frage: Wie sieht die Situation bei uns Atheisten aus? Sind wir auf Mitatheisten angewiesen, um Atheist sein zu können?

Der Atheismus ist kein Glaube. Es ist der Ursprung, bevor Behauptungen über die Transzendenz den menschlichen Geist vernebelten. Wenn das so ist, können wir uns hier ungeniert und ohne Verdacht auf Religosität einfinden, um über Gruppierungen zu diskutieren, die glauben, die absolute Wahrheit gefunden zu haben. Die haben einfach keine Geduld. Antworten gibt's, wenn wir tot sind. Oder auch nicht. Unsicherheit schafft Glauben - oder eben die Antithese, mit ihr zu leben.

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Re: Braucht der Atheist den Mitatheisten? (mrw)


Am 12.08.2005 18:29 schrieb mrw:

Nein, Mitatheisten braucht ein Atheist nicht, aber es ist interessant, mit anderen zu diskutieren.

Du hast recht: Eine Religion kann sich niemals verbreiten, ohne dass sie von Menschen verbreitet wird (egal ob mündlich, schriftlich, per Film, oder wie auch immer). Hingegen kann der Atheismus durch einfaches, selbstständiges Nachdenken jederzeit reproduziert werden. Auf viele Einsichten und Widersprüche, die ich später auch bei anderen Autoren gefunden habe, bin ich zuerst alleine gekommen. Mein Atheismus kommt nicht davon, dass mich jemand missioniert hätte, im Gegenteil, ich bin in einer sehr religiösen Familie aufgewachsen, und als ich klein war, war ich derjenige, der andere missioniert hat. Vielmehr rührt mein Unglaube von daher, dass mich je länger je mehr die Ungereimtheiten und Widersprüche im christlichen Glauben gestört haben. Je länger ich darüber nachdachte (un nachdenke), desto mehr Widersprüche im Christentum fallen mir ein.

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