Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Denkanstoß (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 10.06.2005 14:07 schrieb mrw:

Am 2005-06-10 12:40:06 schrieb hans:
Ich habe in diesem Forum öfters sinngemäß
gelesen: Gott kann es nicht geben, weil…
Ich glaube das sind rein menschliche Mutmaßungen.

Nicht ganz. Den christlichen Gott kann es definitiv nicht geben, weil die Bibel, aber auch das daraus abgeleitete Christentum überaus unlogisch, dümmlich und widersprüchlich sind. Es ist offensichtlich, dass die christliche Religion eine menschliche Erfindung ist.

Wenn uns irgendwelche Profeten und Priester das absolute Wissen verkaufen wollen, dann wissen wir vor allem eins mit Sicherheit: Es ist eine Lüge!

Menschliches Denken, dass sehr begrenzt ist und
immer in irgendwelchen Bahnen, Grenzen, Anfängen
und Enden passiert.

Das ist völlig richtig. Die Grenzen werden zwar fortlaufend erweitert, nichtsdestotrotz sehen wir Menschen die Welt nur aus unserer Perspektive, von einem kleinen Planeten in einem Sonnensystem irgendwo in der Milchstrasse aus. Ein absolutes Wissen ist uns nicht möglich.

Ich persönlich glaube an Gott und ich glaube,
dass er möglicherweise in einer Dimension
vorherrscht, die der Mensch ganz einfach so nicht
versteht.

Und an was für einen "Gott" glaubst Du? Götter gibt es so viele, wie Menschen, die daran glauben. Ein jeder stellt sich unter "Gott" etwas anderes vor. Von daher ist dieser Begriff enorm unpräzis. Selbst innerhalb der gleichen Religion, z.B. den Christen, gibt es in verschiedenen, nicht unwesentlichen Fragen, auch Gott direkt betreffend, erhebliche Unterschiede.

Ich meine, alles Wissen der Menschheit im
übrigen, ist gemessen an dem einer Gottheit so
ziemlich null.

Der Glaube an so einen Gott erhöht das Wissen aber um kein bisschen!

Nun also die Existenz eines Gottes zu verneinen
finde ich zwar OK, jedoch nicht beweisbar.
(These - Antithese, ich behaupte es gibt einen
Gott und es muss mir mal jemand das Gegenteil
beweisen…).

Fast richtig. Wenn jemand sagt: "Es gibt garantiert keinen Gott", ist diese Aussage genauso unsinnig, wie wenn jemand sagt: "Ich weiss, dass es Gott gibt."

Das einzige, was man mit absoluter Sicherheit sagen kann, ist: "Einen Gott, so wie er durch Bibel beschrieben ist, gibt es mit Sicherheit nicht." Das heisst, man muss schon präzisieren, welcher Art Gott man meint. Diese Aussage ist dafur aber absolut sicher richtig, denn Welt und Bibel lassen einzig nur diesen logischen Schluss zu. Es wäre aber falsch, daraus zu folgern, dass jede Form von Gott nicht existiert. Wenn es irgendeinen Gott gibt, der ganz anders ist, als in der Bibel beschrieben, und der nicht im Widerspruch steht zu wissenschaftlicher Erkenntnis, dann wissen wir zwar nicht, dass es ihn (oder sie) gibt, aber ausgeschlossen ist es nicht. Nur ist diese Möglichkeit sehr theoretisch und ohne praktische Relevanz.

Und behaupte jetzt nicht, ich glaube an etwas das
ich nicht verstehe. Das wäre zu einfach. Ich
sage ja ich glaube und nicht ich verstehe.

"Glauben" kann ich alles. Glauben kann ich auch, dass Jesus mein Vorfahre war, und ich später mal als Messias wiedergeboren werde. "Glauben" hat überhaupt keinen Wert. "Glauben" ist ein völlig ungeeignetes, blödsinniges Konzept. Sieh Dich mal um, an jeden Scheiss, den sich irgendeiner mal einfallen lassen hat, glaubt jemand. Uriella hat kein Problem, ihre Anhänger zu finden, ebensowenig die Raëlianer, die Mormonen, die Christen, die Juden, die Moslems, die Buddhisten, die Satanisten, die Homöopaten, die Krishnas, die Schamanen, …

Egal um welchen Mist es geht, man findet immer genug Gläubige!

Das einzige, was zählt, ist unsere eigene Erfahrung(1), und die seriöse(2), gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis. Abgesehen davon gibt es kein Wissen, und wir müssen uns damit abfinden, dass wir alles, was darüber hinaus geht, nicht wissen können.

(1) Achtung: Die eigene Erfahrung ist aber subjektiv und darf niemals objektiviert werden, das heisst, sie gilt immer nur für einem selbst, nie auch für andere! Man muss sich auch bewusst sein, dass das eigene Auge und Ohr gelegentlich täuschen kann!

(2) Auch hier muss man aufpassen, was mit welcher Methode aus welcher Quelle kommt. Es gibt genug Scharlatane, die versuchen, im Deckmantel der Wissenschaft unseriösen Nonsens zu verbreiten. In den USA gibt es als negativ Beispiel die Kreationisten, oder (auch bei uns) die sogenannten "christlichen Wissenschaften".

Ich glaube es gibt einen Schöpfer dieser Welt,
samt allem das es hier und im gesamten Universum
gibt.
Du meinst alles bloßer Zufall? naja…

Nein. Fakt ist, wenn Raum und Zeit mal gestartet sind, ergibt sich der Rest zwangsläuffig (nicht zufällig) aus den Naturgesetzen.

Was mich fasziniert ist die Frage, warum es überhaupt etwas gibt, und nicht einfach nichts. Woher kommt das Sein? Das ist für mich die einzige "religiöse" Frage. Auf die hat niemand eine Antwort!

Wenn Du nun meinst, die Antwort sein "Gott hat's geschaffen", so krieg Dich wieder ein, das ist nicht die Antwort, sondern nur eine Ausdehnung der Frage, die dann halt lautet: "Warum gibt es Gott."

"Woher kommt Gott?" war überigens meine erste Frage an das Christentum, die immer noch unbeantwortet (respektive nur unbefriedigend beantwortet) ist. Sie war mit eine Ursache, wesshalb ich mit 14 Jahren aus dem Christentum ausgetreten bin.

Die gängige Antwort der Christen ist, "Gott war schon immer." Nun, dann ist die Aussage, "Das Sein war schon immer" absolut gleichwertig, und wir sind wieder gleichweit. Mit dem einzigen Unterschied, dass die Theisten völlig unnötigerweise eine zusätzliche Instanz "Gott" dazwischen gelegt haben, die neue Fragen aufwirft, aber keine einzige bestehende Frage beantworten kann!

Hast du schon mal versucht dir vorzustellen, wann
die Zeit begann bzw. aufhört, bzw. wo der
Weltraum anfängt bzw. aufhört.

Ja, versucht schon.

Diese Gedanken sind meiner Meinung nach eine
Annäherung an göttliche Dimensionen.

Nenn es "göttlich", wenn Du willst, aber mit dem christlichen Gott hat das nichts zu tun, und er ist auch keine Antwort auf diese, zugegebenermassen sehr faszinierende, Frage. Diese Frage stellt sich auch uns Atheisten, und genauso wie Du haben wir keine Antwort darauf.

Der Weise unterscheidet sich vom Narren vor allem darin, dass er weiss, wann sein Wissen endet.

Letztlich muss man lernen damit zu leben, dass man nicht alles wissen kann. Zu wissen, dass ich etwas nicht weiss, ist mir wesentlich lieber, als irgendeine dumme Lüge als Antwort zu akzeptieren.

Die Bibel übrigens, nimmt zu dieser Frage nicht einmal Stellung! Sie beginnt mit der "Erschaffung" der Erde. Was davor war, darauf geht sie gar nicht erst ein. Wie schon gesagt: Die Bibel ist von den Menschen für die Menschen geschrieben. Die Frage, was vor der "Erschaffung" der Welt war, und die Frage woher Gott, oder die Engel kommen, die hat die damaligen Menschen schlicht nicht interessiert, soweit haben sie wohl damals gar nicht erst gedacht.

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