Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Denkanstoß (Pegasos)

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Diskussionsbeitrag:

Am 12.06.2005 18:20 schrieb Pegasos:

Menschliches Denken, dass sehr begrenzt ist und
immer in irgendwelchen Bahnen, Grenzen, Anfängen
und Enden passiert.

Es kann auch nicht unbegrenzt sein, da unser Gehirn keine unbegrenzten Kapazitäten haben kann.

Ich persönlich glaube an Gott und ich glaube,
dass er möglicherweise in einer Dimension
vorherrscht, die der Mensch ganz einfach so nicht
versteht.

Das kann der Fall sein oder auch nicht. Es ist nicht wirklich überprüfbar.

Ich meine, alles Wissen der Menschheit im
übrigen, ist gemessen an dem einer Gottheit so
ziemlich null.

Hmmm… Dummerweise geht das Wissen der Menschheit über eventuelle Gottheiten aber auch gegen 0. Das geht schon bei der Frage der bloßen Existenz (Existiert Gott?) los und wird auch bei den detaillierter Betrachtung von Gottes "Wissensstand" (Was weiß Gott?), "Fähigkeiten" (Was kann Gott?) oder "Ansichten" (Was will Gott?) nicht gerade besser. Mal ganz abgesehen davon, dass die letzteren Fragen vollkommen hinfällig wären, wenn sich herausstellte, dass die Antwort auf die erste Frage "Nein" lautet.

Es bleibt also alles im Bereich der Spekulation und der menschlichen Mutmaßungen (da es Menschen sind, die mutmaßen).

Nun also die Existenz eines Gottes zu verneinen
finde ich zwar OK, jedoch nicht beweisbar.

Klares Eigentor. Die Position, Gottes Existenz anzunehmen, ist ebenso wenig beweisbar. Bisher ist jedenfalls kein Gottesbeweis gelungen. Nach deiner eigenen Aussage ist deine Ansicht also auch nichts weiter als OK.

(These - Antithese, ich behaupte es gibt einen
Gott und es muss mir mal jemand das Gegenteil
beweisen…).

Und ich behaupte, dass es rosarote Schwäne mit giftgrünen Tupfen gibt. Beweis mir das Gegenteil.

Im Ernst: Derjenige, der etwas behauptet, das an den normalen Alltagserfahrungen eines Menschen vorbei geht (und dazu zählt nun einmal auch "Es gibt einen Gott"), trägt auch die Beweislast. Sonst könnte jeder herumlaufen und den größten Müll behaupten, den man dann erst einmal argumentativ entkräften muss. Für meine Behauptung müsste ich also erst einmal Bildmaterial von rosaroten, giftgrün getupften Schwänen anschleppen und am besten auch noch ein lebendes Exemplar, das eindeutig nicht angemalt ist, sonst musst du mir nicht glauben.

Ich muss echt sagen, dass Gott sich mir in meinem bisherigen Leben noch nicht so aufgedrängt hat, dass ich deine Behauptung einfach so annehmen könnte.

Und behaupte jetzt nicht, ich glaube an etwas das
ich nicht verstehe. Das wäre zu einfach. Ich
sage ja ich glaube und nicht ich verstehe.

Ich werde mich hüten, dir zu sagen, was du verstehst und was nicht. Ich kenne dich ja noch nicht einmal.

Ich glaube es gibt einen Schöpfer dieser Welt,
samt allem das es hier und im gesamten Universum Re: ist,
gibt.
Du meinst alles bloßer Zufall? naja…

Zufall und Notwendigkeit. Zufälle geschehen innerhalb bestimmter Rahmenbedingungen.

Hast du schon mal versucht dir vorzustellen, wann
die Zeit begann bzw. aufhört, bzw. wo der
Weltraum anfängt bzw. aufhört.

Ich habe damit aufgehört, ehe mein Gehirn völlig verrenkt war. Das menschliche Gehirn ist nicht in der Lage, sich unendliches vorzustellen. Man kann davon sprechen, aber sobald man versucht, das "unendlich" von der Ebene des abstrakten herunterzubekommen, bringt man sich selbst durcheinander. Einerseits ist es unvorstellbar, dass alles unendlich groß ist bzw. unendlich lange existiert. Andererseits ist es ebenso unvorstellbar, dass es endlich groß ist bzw. nur endlich lange existiert, da sich dann sofort die Frage aufdrängt, was dann jenseits dieser Grenzen liegt und schon übersteigt es wieder den menschlichen Verstand.

Woher sollten wir auch die Fähigkeit haben, uns etwas so Abstraktes vorzustellen? Unsere Vorfahren brauchten diese Fähigkeit nicht, da sie nicht überlebenswichtig ist. Es ist doch viel wichtiger, sich darüber Gedanken zu machen, wie man selbst über die Runden kommt…

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Re: Re: Denkanstoß (mrw)


Am 12.06.2005 20:09 schrieb mrw:

Am 2005-06-12 18:20:09 schrieb Pegasos:
Im Ernst: Derjenige, der etwas behauptet, das an
den normalen Alltagserfahrungen eines Menschen
vorbei geht (und dazu zählt nun einmal auch "Es
gibt einen Gott"), trägt auch die Beweislast.
Sonst könnte jeder herumlaufen und den größten
Müll behaupten, den man dann erst einmal
argumentativ entkräften muss. Für meine
Behauptung müsste ich also erst einmal
Bildmaterial von rosaroten, giftgrün getupften
Schwänen anschleppen und am besten auch noch ein
lebendes Exemplar, das eindeutig nicht angemalt
ist, sonst musst du mir nicht glauben.

Das ist genau der Unterschied von Wissenschaft und Religion: In der Wissenschaft wird erwartet, dass derjenige, der behauptet "Es gibt einen Gott" auch den Beweis dafür liefert. In der Religion hingegen, kann jeder irgendeinen Schwachsinn glauben, recht hat, wer die meisten Idioten findet, die ihm das glauben. Und wenn einer einen Beweis verlangt, tut der religiöse Mensch unglaublich beleidigt, weil man seinen Schmus zu glauben hat, Punkt, sonst wäre es ja gar kein Glaube.

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