Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Immer dieses mit dem Finger auf andere zeigen... (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 21.03.2005 14:58 schrieb mrw:

Einverstanden, teilweise gebe ich Dir recht. Religionen, nicht nur die christliche, können auch Menschen dazu motivieren Gutes zu tun.

Auf der anderen Seite tun viele Menschen sehr viel sehr Böses aufgrund ihres religiösen Wahns.

Andererseits gibt es auch viele nicht religiöse Menschen, die viel Gutes tun und nicht religiöse Menschen, die viel Böses tun.

All das hat mit der Religion an sich relativ wenig zu tun, und es hat absolut überhaupt nichts damit zu tun, ob eine Religion inhaltlich richtig ist oder nicht.

Du hast zwar recht, es gibt viele Menschen, die das Christentum nutzen, um Gutes zu tun. Das Christentum wurde aber ebenso sehr genutzt, um sehr viel Böses zu tun. Die markantesten Beispiele sind die Hexenverfolgungen, die Kreuzzüge, die Missionierungen, die Religionskriege, die Judenverfolgung in Europa bis hin zum dritten Reich.

Auch die Bibel ist sehr zwiespältig: Es gibt Aufrufe zur Liebe und Aufrufe zu Hass. Je nachdem, was einer will, kann er sich die passende Bibelstelle dazu aussuchen. Die Bibel ist eine durchwegs sehr blutrünstiges Buch, das im blutigen Opfer des Mensch gewordenen Gottessohnes gipfelt. Es ist Gott offenbar nicht möglich zu vergeben, ohne dass Blut geflossen ist, und sei es das des eigenen Sohnes.

Das gefährliche ist nun die Kombination von Religion und Macht, also (zumindest früher, leider aber oft auch noch heute) die Kirchen und religiös geprägte Staaten.

Kann man Kirche und Glaube trennen? Kann man Christen und Gott trennen? Man könnte im Allgemeinen, aber beim Christentum geht das nicht. Wie meine ich das?

Im Allgemeinen kann man schon zwischen einer Religion und ihrer Institutionalisierung trennen. Auch kann man trennen zwischen den Göttern und den Menschen, die sie anbeten. Im Christentum ist das aber nicht möglich, weil das Christentum den Glauben an einen einzigen und erst noch allmächtigen Gott vorgibt. Würde das Christentum der Warheit entsprechen und gäbe es einen solchen Gott, so wäre dieser im vollen Umfange dafür verantwortlich, was die Kirchen und die Gläubigen in seinem Namen tun, denn er wüsste nicht nur darüber Bescheid, er hätte auch die Macht und damit die Pflicht, einzuschreiten, wenn sein Name missbraucht würde. Dadurch, dass Menschen Böses tun in seinem Namen, und er das nicht unterbindet, sanktioniert er dieses böse Tun. Er übernimmt die Verantwortung dafür, weil er davon weiss und nicht dagegen vorgeht.

Die logische Schlussfolgerung ist demnach: Es gibt diesen Gott nicht.

Eine alternativ mögliche, aber viel schlimmere Schlussfolgerung wäre noch: Dieser Gott ist ein sadistisches, brutales, fieses Monster, das Vergnügen daran findet, zuzusehen, wie sich die Menschen in seinem Namen zerfleischen.

Nein, wenn man an einen einzigen, allmächtigen Gott glaubt, kann man nicht trennen zwischen Gott und seinen Repräsentanten!

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Re: Re: Immer dieses mit dem Finger auf andere zeigen... (david)


Am 22.03.2005 16:48 schrieb david:

Weisst Du, es kommt wie bei vielem auf den Fokus an: Du berufst Dich vor allem auf Fehler der Kirche in der Vergangenheit mit Hexenverfolgung, Kreuzzügen und so weiter. Das war falsch, das sehen praktisch alle Christen so - selbst zum (grossen?) Teil die Kirchen. Es war falsch, ein grosser Mist, aber in letzter Konsequenz auch vor bei. Dies ist nicht eine entschuldigung, aber Tatsache.

Wenn Du mit Bush kommst, muss ich Dir auch rechtgeben, allerdings, wenn ich könnte, würde ich ihn gerne selber mal fragen, wie er das auf einen Nenner bringen kann, einen Krieg zu führen und Christ sein. Geht für mich nicht auf (im Übrigen für en Grossteil der Christen).

Du setzt den Fokus immer auf das negative, was mehrheitlich früher war, ich halt auf die Gegenwart, und da sehe ich sehr viel Gutes!

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