Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Re: Immer dieses mit dem Finger auf andere zeigen... (david)

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Diskussionsbeitrag:

Am 22.03.2005 16:48 schrieb david:

Weisst Du, es kommt wie bei vielem auf den Fokus an: Du berufst Dich vor allem auf Fehler der Kirche in der Vergangenheit mit Hexenverfolgung, Kreuzzügen und so weiter. Das war falsch, das sehen praktisch alle Christen so - selbst zum (grossen?) Teil die Kirchen. Es war falsch, ein grosser Mist, aber in letzter Konsequenz auch vor bei. Dies ist nicht eine entschuldigung, aber Tatsache.

Wenn Du mit Bush kommst, muss ich Dir auch rechtgeben, allerdings, wenn ich könnte, würde ich ihn gerne selber mal fragen, wie er das auf einen Nenner bringen kann, einen Krieg zu führen und Christ sein. Geht für mich nicht auf (im Übrigen für en Grossteil der Christen).

Du setzt den Fokus immer auf das negative, was mehrheitlich früher war, ich halt auf die Gegenwart, und da sehe ich sehr viel Gutes!

Zu dem allmächtigen Gott: Wenn Gott nicht allmächtig ist, ist er nicht Gott, ganz einfach. Als nicht-allmächtiges Wesen wäre es einfach eine höhere Art, nicht anbetungswürdig, da wir ja erwarten könnten, seine Ebene in Zukunft mal selber zu erreichen. So ein Gott ist zum lachen!

Dann, auch ein Lieblicgsargument von Dir, die Bibel sei blutrünstig: Sie beschreibt, was der Mensch mit anderen Menschen macht - wie CNN oder so, nur halt in einem Buch beschrieben und nicht im Fernseher. Da sehe ich keinen Unterschied

  • > Wenn Du gerade das alte Testament liest, ist sehr vieles auf die babylonischen Kriege verwiesen, welche nichts anderes darstellen, als ein anderes Volk, das Israel erfolgreich angreifen wird, dann auch tat.

Wenn Dir die Bibel zu blutrünstig ist, dann darfst Du kein "Gladiator", "Braveheart" oder "Troy" (und andere) Filme schauen, ok?

Dass es ein Opfer braucht - nun, wieso das so ist, hat damit zu tun, dass Gott leben ist, nicht-Gott ist auch nicht-leben: Wenn also jemand nicht bei Gott ist, ist er verloren, auf der Seite nicht-leben. Gott selber nimmt dies nicht-leben aber auf sich selber und befreit uns somit vom nicht-leben - wir haben Zugang zu Gott und somit zum Leben! Wieso Du Dich so sehr darüber aufregst, ist mir nicht ganz klar: Aus westlich liberaler und gängiger Ethik sicher unschön aber 1. stellt Gott als der Schöpfer die Regeln fest und nicht wir Menschen als Geschöpfe (wäre ein rechter Witz) und 2.

  • > Es braucht nichts blutrünstiges mehr getan zu werden! Es ist alles bereits getan, die Sache ist aus blutrunstiger Sicht erledigt - Punkt.

Wenn Du dann noch findest Gott trägt die Verantwortung daran, wenn wir Mist bauen, kann ich daraus nur schliessen, dass Du lieber iene Marionette wärst, die keinen eigenen Willen hat und somit auch nichts entscheiden kann. Du könntest Dir nichts aussuchen und aber auch davon ausgehen, dass sich niemand Dich aussuchen würde, um Freundschaft Willen zum Beispiel oder um mit Dir zu diskutieren, weil es muss ja alles so sein. Auch wäre alles gefangen in Vorbetimmtheit, es gäbe vielleicht keine Probleme, aber wir wären nur billige Gebrauchsgegenstände anstelle Menschen, die von Gott geschaffen wurden mit dem Ziel, ein Wesen als Gegenüber zu haben, ein Wesen, dass sich für ihn als Freund entscheidet / sich entscheiden will.

Mir ist lieber, ich habe meinen freien Willen, mir ist lieber, es läuft nicht alles so wie es soll, aber als Menschen sind wir frei.

  • > Eigentlich ist es ein rechter Liebesbeweis, uns einen freien Willen zu geben.
Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Re: Re: Re: Immer dieses mit dem Finger auf andere zeigen... (morgenster)


Am 14.04.2005 17:06 schrieb morgenster:

Hallo david.

Vergiss mal alle Hexenverbrennungen und Judenverfolgungen. Ich erzähl dir gern ein bisschen von heute. Du sprichst in deinen Posts die vielen positiven Dinge an, die kirchliche NGOs in Entwicklungs- und Schwellenländern so tun. Teilweise stimmt dies sogar. Meistens aber frage ich mich schon, wohin das führt.

Ich arbeite in einer konfessionell unabhängigen NGO, die auf vier Kontinenten Entwicklungszusammenarbeit (oder "Entwicklungshilfe", wie man das früher nannte) betreibt. Im Rahmen meiner Arbeit konnte ich vor allem in Bangladesh und Indien viel davon erfahren, wie kirchliche NGOs "Entwicklungsarbeit" verstehen.

Ein Beispiel, ein Dorf in Bangladesh, ca 20 südlich von Bogra. Extrem arm, niemand hat eigenen Boden, die Menschen werden von den eigenen Landsleuten unterdrückt, Hunger und Elend allenthalben. Alle sind Hindus, schon deshalb haben sie es nicht leicht im islamisch orientierten Bangladesh. Vor etwa zehn Jahren kamen islamische Missionare an, bekehrten die Dorfbewohner zum Islam, versprachen ihnen, ihr Leben werde besser, nachdem sie zum wahren Glauben gefunden haben. Wie man das in solchen Ländern handhabt, wurden die "heiligen Männer" natürlich fürstlich bewirtet, lebten für bengalische Verhältnisse wie die Könige. Nachdem alle Männer des Dorfes beschnitten waren, haben sich die islamischen Missionare verpisst und sich nie mehr blicken lassen - das Dorf war arm wie eh und je. In der Folge fühlten sich zwei christliche Missionsgruppen (die ersten waren 7-Tags-Adventisten, die zweiten ein Haufen Katholen) verpflichtet, das Dorf zu konvertieren. Beide Gruppen tauften die Leute gemäss ihren Vorstellungen, lebten ebenfalls ganz gut auf Kosten des Dorfes, liessen Kirchen bauen, erklärten den Leuten was richtig und was falsch ist, lösten noch fast einen Religionskrieg innerhalb des Dorfes aus und hauten ab, sobald die Quote an neuen Schäfchen erfüllt war. Das Dorf war danach so arm wie eh und je - ah stop, nein, rein bevölkerungsmässig hat das Dorf zugelegt, weil der eine Missionar seine Gene hinterliess.

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