Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Re: Evolution: Gruppenselektion vs. egoistische Gene (Pegasos)

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Diskussionsbeitrag:

Am 16.11.2004 16:43 schrieb Pegasos:

Beides spielt eine Rolle: Die eigene, maximale
Reproduktion, wie auch den Erhalt der Art. Mal
überwiegt das eine, mal das andere.

Langfristig gesehen führt das bestreben der egoistischen Gene, in möglichst vielen Lebewesen weiterzuleben, zur Erhaltung der Art. Viele Nachkommen bedeuten eben zwangsläufig auch viele Löwen/Pferde/Menschen/etc. Es wäre auch dumm von einem Individuum, alle anderen Artgenossen umzubringen, mit denen es sich nicht reproduziert (bzw. reproduzieren kann) - 1. kostet das viel Energie und das Risiko, dabei selbst umzukommen, ist vollkommen inakzeptabel; und 2. können sich die eigenen Gene ja nur optimal langfristig verbreiten, wenn noch genug Artgenossen vorhanden sind, mit denen man sich paaren kann. (Inzest ist da ja nicht so toll und eher kontraproduktiv.)

Kurzfristig kann der Egoismus der Gene aber eben dazu führen, dass einzelne Artgenossen getötet werden, um selbst einen Vorteil zu haben. (Siehe das Löwenbeispiel oder auch nur das Töten von Rivalen.) Mit Arterhaltung hat das wenig zu tun.

Letzlich
werden stärkere Löwen gezüchtet
(Arterhaltung), wenn das siegende (stärkere)
Männschen die Jungen seines (schwächeren)
Rivalen tötet. Also hat es auch mit Arterhaltung
zu tun. In der Natur gibt es selten nur schwarz
oder weiss, sondern mesit sehr subtile
Kombinationen davon.

Na ja, der Vorgänger des siegreichen Männchens war ja auch nicht wirklich ein Schwächling. (Sonst hätte er keinen eigenen Harem gehabt.) Meistens war er einfach nur älter und aufgrund dessen schwächer.

Das Resultat der Evolution ist tatsächlich, dass die am besten angepassten (aus Darwins Sicht die "stärksten") Individuen sich durchsetzen und ihre Gene weitergeben. Das ist aber nicht das Ziel der einzelnen Individuen. Jedes von ihnen ist mit einem Satz egoistischer Gene ausgestattet, der so viel wie möglich reproduziert werden will. Diejenigen mit den schlechteren Genen (die "Schwächeren") halten sich aber nicht absichtlich aus der Reproduktion heraus, um die Art zu stärken - sie kommen einfach nicht zum Zug. Sie verlieren permanent gegen ihre Konkurrenten mit den besseren Anlagen, weil diese einen evolutionären Vorteil haben.

Es ist vollkommen egal, welche Erbinformation auf den betreffenden Chromosomen liegt - das Gen für eine Erbkrankheit "will" ebenso stark weiter reproduziert werden wie eins für gute Augen. Nur sorgt die Erbkrankheit für einen Nachteil bei ihrem Träger (häufig sogar dem frühen Tod), während das Individuum mit den guten Augen eindeutig einen Vorteil gegenüber denen hat, deren Augen schlechter sind (es kann z.B. besser jagen oder wird mit geringerer Wahrscheinlichkeit gefressen). Es setzt sich immer der mit dem Vorteil gegenüber den anderen durch.

Pegasos

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