Atheismus in der Schweiz
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  • Ueber den Ursprung des Seins (mrw)

Ueber den Ursprung des Seins (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 08.10.2004 13:14 schrieb mrw:

ckrules scheibt in "Evolutionstheorie gegen Schöpfung Re: Re: Re: Re: Wieviele Kilometer hat eine Sekunde?]", dass die Entstehung des Universums dem ersten Hauptsatz der Wärmelehre widersprechen würde:

"[Die Evolutionstheorie widerspricht (indirekt) dem 1. thermodynamischen Gesetz, welches besagt, dass Energie weder erschaffen noch vernichtet werden kann. Das Universum besitzt unbestreitbar Masse. Woher kommt sie, wenn ja nach dem 1. thermodynamischen Gesetz keine Masse entstehen kann?"

Hierzu gibt es folgende Antworten:

Wir wissen (noch) fast nichts über den Ursprung des Universums. Sowohl die Argumentation mit dem ersten Hauptsatz der Wärmelehre, wie auch jegliche Antwort darauf sind reine Spekulation.

Grundsätzlich kann man schon Masse in Energie umwandeln und umgekehrt. Auch ist es durchaus möglich, höherwertige Energie aus minderwertiger Energie zu gewinnen, so gewinnen thermische Kraftwerke elektrische Energie aus Wärme. Möglich ist es also, die Frage ist eigendlich nur "wie und warum".

Geht man von der klassischen Urknalltheorie aus, so gibt es zum Zeitpunkt des Urknalls eine Singularität, zu der alle füsikalischen Gesetze ungültig werden, auch die Sätze der Thermodynamik.

Es gibt auch andere Theorien, die besagen, dass das Universum, der Urknall, entstand durch Kollision zweier höherdimensionaler Welten. In dem Fall ist die Thermodynamik nicht verletzt, weil Energie zugeführt wird von ausserhalb. Dann stellt sich einfach die neue Frage: Woher kommen diese zwei höherdimensionalen Welten.

Ausserdem gibt es noch weitere Theorien mit andern Aussagen.

Welche Theorie sich durchsetzen wird (nicht weil wir dran glauben, sondern weil sie den messbaren Tatsachen am besten entspricht), ist noch nicht abzusehen. Die Forschung steckt in diesem Punkt noch am Anfang. Aber aktuell läuft auf diesem Gebiet sehr viel. Sollte man eine vereinigte Weltformel entdecken, die die Quantenmechanik mit der Gravitation verbindet, käme man der Antwort wohl einen grossen Schritt näher.

Der wesentliche Punkt aber ist, dass die Chancen gut stehen, dass diese Frage in den nächsten zwanzig, oder vielleicht auch hundert Jahren weitgehend beantwortet sein wird.

Auf der anderen Seite hat die Erklärung "Gott schuf das Universum" ein grosses Manko: Woher kommt Gott? Hier besteht im Gegensatz zum wissenschaftlichen Ansatz keine Aussicht auf eine Antwort. Die Religion wird diese Frage auch in tausend Jahren nicht beantworten können.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Wissenschaft und Religion ist der, dass die Wissenschaft immer wieder neue und bessere Antworten auf immer mehr offene Fragen findet. Die Religion hingegen hat mal ihre heiligen Schriften, danach stagniert sie, kann sich nur noch aus der Defensive heraus verteidigen und neue Erkenntnisse sind auch höchstens durch (umstrittene) Neuinterpretation der gleichen alten Texte möglich. Anders als die Wissenschaft kann sich die Religion nicht dauernd wandeln und verbessern. Sie wälzt die immer gleichen Fragen und Antworten jahrhunderte lang hin und her! Die religiösen Fragen, die hier diskutiert werden, wurden teilweise vor hunderten von Jahren bereits gestellt. Seither befassten sich Generationen von Theologen damit, haben aber immer noch keine befriedigende Antwort (z.B. auf die Theodizee des Leids). Anders die Diskussionen über das Für und Wider der Evolution. Hier bringen neue wissenschaftliche Erkenntnisse (eben z.B. die, die De Duve sammelte) neue Antworten auf alte Vorwürfe. Gleiches gilt für die Astro- und Teilchenfüsik. Laufend lernen wir neues über den Ursprung des Universums und seinen Aufbau. Theorien kommen, werden widerlegt und verschwinden wieder. Was aber bleibt ist die fortschreitende Zunahme an Erkenntnis.

Alles was der Bibel dazu einfällt, ist den Genuss der Früchte vom Baum der Erkenntnis zu verbieten…

Woher kommt das Sein

Die eigentliche Frage ist nicht "Woher kommt das Universum?" oder christlich formuliert "Woher kommt Gott?", die eigentliche Frage lautet: "Woher kommt das Sein, warum gibt es überhaupt irgendetwas und nicht einfach nichts?"

Diese Frage konnte bisher niemand beantworten, weder aus der Religion, noch aus der Wissenschaft.

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