Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Evolutionstheorie (ckrulez)

Nur angemeldete Nutzer dürfen mitdiskutieren.
Diskussionsbeitrag:

Am 10.10.2004 04:12 schrieb ckrulez:

Für die Evolutionstheorie spricht vor allem ihr
durchschlagender Erfolg. Gegen massiven
Widerstand aller Theologen hat sie sich
durchgesetzt.
Sie liefert eine relativ einfache Erklärung für
die beobachtete Artenvielfalt, oder z.B. die
Variationen der berühmten darwinschen Finken,
wie auch für die Funktionsweise der Zucht, bis
hin zur Gentechnologie.

Die Genetik widerpricht aber auch nicht der Schöpfungsthese.

Die Entdeckung der Gene und ihr Mechanismus ist
ein weiteres Glied, dass sich nahtlos in die
Evolutionstheorie hineinfügt. Man bedenke, dass
man zu Darwins Zeiten noch nichts von Genen
wusste. Trotzdem passt diese Entdeckung ins Bild
der Evolution.

Darwin erkannte aber auch Mängel seiner Theorie: Es fehlten ihm die archäoligischen Beweise, denn die Evolution müsste viele Zwischenformen von Lebewesen aufweisen, was sie jedoch nicht machen. Zitat: "Warum ist nicht jede geologische Formation und jede Schicht voll von solchen Zwischenformen? Die Geologie zeigt sicherlich keine solch feine gradualistische organische Kette; und dies ist wahrscheinlich der offensichtlichste und schwerste Einwand, den man gegen meine Theorie vorbringen kann." Nur weil Verwandte Lebewesen ähnliches Genmaterial besitzen, heisst es noch lange nicht, dass sie voneinander abstammen, bzw. gleiche Vorfahren haben. (Es ist eine Möglichkeit)

Des weiteren spricht für die Evolutions, dass sie
vereinbar ist mit anderen Entdeckungen, z.B.
archäologische Ausgrabungen zeigen, dass Flora
und Fauna früher ganz anders ausgesehen hatten.
Sie haben sich offenbar im Laufe der Zeit massiv
verändert und neuen Bedingungen angepasst.

Wie schon erwähnt, sind die Fossilien, die besten Beweise gegen nicht für die ET.

Die Archäologie zeigt auch, dass im Laufe der
Zeit viele Arten entstanden

(nein, das tut sie nicht!)

# Zuviel Zufall
# Zweiter Hauptsatz der Wärmelehre

Du hasst das Massenwirkungsgestz vergessen…ein ziemlich starkes Argument gegen die Abiogenese!

Zuviel Zufall

Dieses Argument besagt im wesentlichen, dass die
abiotische Entstehung von Leben sehr
unwahrscheinlich sei, weil die Wahrscheinlichkeit
für die richtige Kombination zu klein sei.

Im weiteren besagt dieses Argument, dass das Leben
nicht aus einzelnen kleinen Schritten hätte
entstehen können, sondern dass alles
gleichzeitig hätte da sein müssen.

Christian De Duve geht in seinem Buch "Aus Staub
geboren" auf beide Aussagen im Detail ein. Er
zeigt einen möglichen (vielleicht nicht den
exakt richtigen, aber zumindest einen möglichen)
Weg auf, wie sich die Entwicklung des Lebens in
kleinen Schritten und mit genügend grosser
Wahrscheinlichkeit hätte abspielen können.

Zwar ist es selbstverständlich möglich, dass
sich De Duve irrt, und sich das Leben
tatsächlich ein klein wenig anders entwickelt
hat, als er es sich vorstellt. Sein grosses
Verdienst ist es aber, dass er zeigt, dass es
grundsätzlich möglich ist, dass sich in kleinen
Schritten und mit grossen Wahrscheinlichkeiten
Leben aus toter Materie entwickeln konnte.

Ich weiss nicht was De Duve herausgefunden und überlegt hat und ob er folgenden Kreisschluss erklären konnte (welche zwingend für eine plötzliche Enstehung und somit gegen die ET und für die ST spricht…): Jeder Schritt von der Umwandlung der Information in der DNA für den Proteinaufbau benötigt Proteine, die einmalig und sehr kompliziert aufgebaut sind. Diese Proteine werden in einem Prozess hergestellt, indem die geleichen Proteine kritisch beteilgt sind. Dieses System ist nur funktionsfähig, wenn alle Proteine und die DNA von Anfang an zusammen sind. Ein weiterer Einwand ist die Chirliät der DNA und der Proteine.

Zweiter Hauptsatz der Wärmelehre

Hier ist die Antwort einfach: Der zweite Hauptsatz
der Wärmelehre gilt nicht unbeschränkt, sondern
nur für die Wärmelehre. Er gilt insbesondere
nicht für biologische Systeme, z.B. weil diese
Energie von aussen aufnehmen.

Auch hier zeigt De Duve in seinem Buch, dass eine
Evolution möglich ist, in der sich die
Entwicklung des Lebens so abgespielt hat, dass
der zweite Hauptsatz der Wärmelehre aufgeht. Er
verwendet das Bild, dass die Entwicklung
kontinuierlich den Berg hinunter gehen musste
(die Entropie zunimmt, respektive die chemischen
Reaktionen Energie abgeben oder katalysiert
werden), höchstens könntem kleine Hügelchen
mit dem gewonnenen Schwung überwunden werden.

Ich gehe dem mal nach…

Argumente gegen Kreationismus

Die Schöpfungsgeschichte entspricht einer
primitiven, unwissenden, kindlichen Sicht auf die
Welt. Angeblich lief die Schöpfung wie folgt ab:
- Ausgangspunkt: Die wüste und leere Erde →

Hhh? Am Anfang war Gott. (Joh.1, 1+2) Er erschuf Himmel und Erde. Kein Wort über die Entstehung des Universums, unseres Sonnensystems oder unseres Planeten. Die Erde war einfach da. …Er erschuff sie (das mit dem Universum kommt später…)

- 1. Tag: Gott macht Licht und schied Licht von der Dunkelheit → erst von da an gab es Tag und Nacht.
- 2. Tag: Gott scheidet Wasser und Himmel.
- 3. Tag: Gott scheidet Wasser und Land.
- 3. Tag: Gott lässt Gras, Kräuter und Bäume wachsen.
- 4. Tag: Gott macht Jahre und Tage und die Zeit → das heisst, vom 1. zum 4. Tag gab es noch gar keine Tage!

Ich weiss nicht was für eine Bibel du hast, aber viell. würde sich der Kauf einer Neuen anbieten. (könnte es daran liegen, dass wir das was in der Bibel steht so verschieden interpretieren?;) Gott erschuff "Lichter" damit man Tag und Nacht (und Tage Jahreszeiten und Jahre) unterscheiden kann. Es gab sie seit dem ersten Tag an. (also die Jahre natürlich erst theoretisch…)

- 4. Tag: Gott macht "Lichter" am Himmel, sprich Sonne Mond und Sterne.
- 5. Tag: Gott macht Tiere im Wasser und Vögel.
- 6. Tag: Gott macht Landtiere und den Menschen.

Dagegen spricht direkt:
- 1. Tag: Die Reihenfolge ist falsch: Nach der Bibel war zuerst die Erde da, dann erst kam das Licht. Nach der wissenschaftlichen Erkenntnis kam zuerst das Licht und dann die Planeten. Die Sonne war vor der Erde da.

Wieso falsch nach der Bibel gab es keinen Urknall, worauf die Wissenschaft ja plädiert (und welcher nicht passiert sein kann, aber das wird ja anderswo besprochen…)

- 2. Tag: Himmel und Erde sind nicht so getrennt, wie die kindliche Fantasie der Bibelautoren das sieht. Es ist nicht so, dass der Himmel irgendwo aus dem Wasser heraus kommt. Die Erde ist eine Kugel, die durch den Weltraum fliegt, daher gibt es den Himmel seit es die Erde gibt.

(?wie meinst du das?)

- 3. Tag: Es widerspricht der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass vor einer Trennung von Wasser und Land unser Planet einmal nur aus Wasser bestanden haben soll.

Er bestand nicht nur aus wasser, das wasser bedekte nur die ganze erde…genauer lesen!

- 3. Tag: Nach wissenschaftlicher Erkenntnis entstand das Leben im Wasser, nicht im Land. Die ersten Lebewesen waren nicht Gräser und Kräuter, sondern irgendwelche Vorstufen von Einzellern, dann kamen die Einzeller. Die ältesten erhaltenen und erkennbaren Fossilien sind meines wissens Einzeller.

Das basiert wiederum auf der Annahme, dass das Leben sich eben Schrittweise aus eben Einzellern entwickelt hat. Dies ist jedoch bei einem Allwissenden Gott logischerweise nicht nötog…oder?

- 4. Tag: Logischer Widerspruch: offenbar schuff Gott am ersten Tag nur das Licht, startete Tag und Nacht aber erst am 4. Tag. Wenn das so ist, gab es vor dem 4. Tag gar keine Tage, das heisst die Aussage "Da ward aus Abend und Morgen der n. Tag." ist gelogen für n=1..3, Abend und Morgen gab es erst ab dem 4., Tag, der somit eigentlich der 1. Tag sein müsste.

(siehe oben)

- 4. Tag: "Lichter am Himmel", das heisst Sonne, Mond und Sterne, gab es (ausser dem Mond) lange bevor es die Erde gab. Die Reihenfolge des Schöpfungsmythos ist falsch.

(siehe oben)

- 5. Tag: Falsche Reihenfolge, die Vögel kamen nach den Landtieren.

(siehe oben)

- 6. Tag: Mensch und Tiere kamen nicht gleichzeitig, und es kamen nicht alle Arten von Fischen, Vögeln, Tieren gleichzeitig.

(?)

In der Bibel steht, die Erde sei in sechs Tagen
erschaffen worden. Wenn man das auch nur
einigermassen wörtlich nimmt, so ist diese
Aussage unvereinbar mit den Fossilienfunden.
Lange Zeit vor den Menschen lebten Dinosaurier,

Nach radiologischen Messungen, welche auf reiner Spekulation beruhen…Beweis, gefällig, dass sie falsch sind? Im Grand Canyon, gibt es versteinerte Baumsteine, welche senkrecht, ohne Wurzlen, in zwei Sandsteinschichten stehen. Diese, und alle darin entahltenen Fosslien, wurden mit mehreren Mio. Jahren unterschied datiert, was ja nicht sein kann, denn dann wäre der Baum verwest.

aber zu dem Zeitpunkt, als die ersten Menschen
erschienen, waren sie längst ausgestorben (daher
können sie auch nicht in der Sindflut
untergegangen sein, weil diese stattfand, als es
schon Menschen gab - ausserdem wurden der Legende
nach ja alle Tiere gerettet, je ein Paar).

(ausser man geht von einer jungen Erde aus… von wenigen tausend Jahren)

Der Schöpfungsmythos sagt, alle Pflanzen und
Tiere seien auf einmal entstanden, "und er sah,
dass es gut war". Die Wahrheit ist aber, dass
einige Arten früher, andere später auftraten,
während wieder andere später ausstarben. Die
Tatsache, dass sich die archäologischen
Ausgrabungen in diesem Punkt nicht mit der
Schöpfungsgeschichte vereinbaren liess, war
überigens zu Darwins Zeiten der Grund, warum man
am Schöpfungsmythos zu zweifeln anfing! Die
Evolutionstheorie wurde vor allem auch deswegen
akzeptiert, weil sie Tatsachen erklären konnte,
die der Schöpfungsmythos zuvor nicht erklären
konnte.

Erklärung: Statt dass die Fossilien eine evolutionäre Folge darstellen, zeigen sie eine fortlaufende Zerstörung der ökologischen Zonen durch die weltweite tektonische und hydrologische Katastrophe. Diese Interpretation erklärt auch, warum die für Darwin so wichtigen Übergangsformen systematisch fehlen - die Fossilgeschichte dokumentiert eine kruze intensive, welweite Zerstörung des Lebens und nicht ein lange Evolutionsgeschichte!

Man vergesse nicht: Vor der Evolutionstheorie war
der Schöpfungsmythos die offizielle,
wissenschaftlich anerkannte Theorie über den
Ursprung des Lebens! Die Evolutionslehre konnte
die Schöpfungslehre nur deshalb (gegen
erbitterten Widerstand) ablösen, weil sie die
Tatsachen, damals insbesondere die
Fossilienfunde, besser erklären konnte!

Wie Du siehst muss man, wenn man der Bibel glauben
will, sich nicht nur gegen die Evolutionstheorie
behaupten, sondern gegen fast jede
wissenschaftliche Erkenntnis.

Stimmt, doch sie steht mit beiden Beinen fest auf dem Boden! Fakt ist aber, dass

im Streit Wissenschaft gegen Religion noch immer
die Wissenschaft gesiegt hatte, das aus dem ganz
einfachen Grund, weil sie über die bessere
Methodik und Werkzeuge vefügt. Religion kann
nicht objektiv sein, die Wissenschaft hingegen
schon.

sie kann, tut es aber oft nicht (hast du das Zitat gelesen oder soll ich es nochmals posten? ich würde es mit freuden tun!)

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
Dies ist eine Reaktion auf den gewählten Beitrag. Gemäss Deiner Konfiguration wird er mit angezeigt.

Re: Re: Evolutionstheorie (mrw)


Am 11.10.2004 15:38 schrieb mrw:

Am 2004-10-10 04:12:57 schrieb ckrulez: > Die Genetik widerpricht aber auch nicht der

Schöpfungsthese.

1. Ein Mechanismus, wie die Gene wird von der Evolutionstheorie vorhergesagt. Der Schöpfungsmythos macht keine derartige Vorhersage.

2. Wenn man der Bibel glaubt, so hat Gott die Welt so erschaffen, wie sie ist, "und er sah, dass es gut war". Eine nachträgliche kontinuierliche Veränderung dieser Schöpfung widerspricht der biblischen Genesis!

Die Entdeckung der Gene und ihr Mechanismus ist
ein weiteres Glied, dass sich nahtlos in die
Evolutionstheorie hineinfügt. Man bedenke, dass
man zu Darwins Zeiten noch nichts von Genen
wusste. Trotzdem passt diese Entdeckung ins Bild
der Evolution.

Darwin erkannte aber auch Mängel seiner Theorie:

weiterlesen …

Hier können allgemeine Diskussionen zum Thema Atheismus stattfinden, die sich nicht direkt auf einen Artikel beziehen. Eine Anmeldung ist erforderlich. Es gelten die Teilnahmebedingungen.

Dies sind keine redaktionellen Beiträge! Hier melden sich die Gäste von atheismus.ch zu Wort.

Ein neues Thema starten: Neues Thema eröffnen.

Nur angemeldete Benutzer können antworten.
Seitenzugriffe seit 19.01.2009: hier: 733, atheimus.ch insgesamt: 1218635
Wiki-Verweis auf diese Seite: [[:10_diskussionsforum:29960324142745:20041010041257:00_index]]
Nächste Seite