Atheismus in der Schweiz
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Evolution Re: Re: Wieviele Kilometer hat eine Sekunde? (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 04.10.2004 13:43 schrieb mrw:

Am 2004-09-20 19:11:13 schrieb Pegasos:
Die ET besagt, dass aus einer "Ursuppe" aus
geeigneten einfachen Molekülen (wie Wasser,
Kohlenwasserstoffe etc.) sich im Laufe der Zeit
immer komplexere Moleküle wie Aminosäuren, DNA
und Lipide gebildet haben und daraus schliesslich
erste einfache Einzeller.


Man hat wohl herausgefunden, dass Ammoniak, Alkane
usw. (das Zeug in der "Ursuppe" eben) unter
Einfluss von elektrischen Entladungen
tatsächlich "von selbst" komplexere Moleküle
wie Aminosäuren bilden.

Diese Erkenntnis gilt meines Wissens bereits wieder als veraltet, weil es sich, zumindest nach Auffassung von De Duve, anders abgespielt hat.

Das Experiment war, soweit ich weiss, aus den 50er Jahren. Mittlerweile geht man von einer anderen Zusammensetzung der Atmosfäre aus, als bei jenem Experiment. Aber beeindruckend ist das Resultat allemal, auch wenn es sich nicht genau so abgespielt hat, zeigt es dennoch, dass mittels willkürlich und ungerichtet Zufuhr von Energie (Blitzen) aus etwas einfacherem etwas komplexeres entstehen kann. Das ist ja genau das, was Christen oft aus Unwissenheit bestreiten.

> Dass die ET noch nicht erklärt hat, wie es von

den durcheinander schwimmenden Molekülen zu dem
ersten sich reproduzierenden Lebewesen gekommen
ist, dürfte eigentlich auch bekannt sein…

Falsch, es gibt recht gute Erklärungen, z.B. bei De Duve.

(Sorry, dass ich immer wieder auf De Duve zu sprechen komme, aber sein Buch "Aus Staub geboren" hat mir alle offenen Fragen beantwortet. Es gibt bestimmt noch andere gute Bücher von anderen guten Evolutionsbiologen, De Duve ist kein Heiland und seine Bücher keine Bibel, aber es ist das Buch, das ich gelesen habe, und daher kann ich darüber reden.)

Schon einmal etwas von der RNA gehört? Man nimmt
an, dass diese auf Ribose statt Desoxiribose
basierte Verbindung älter ist - zumindest nennt
man Viren mit RNA statt DNA "Retro"-Viren.

Korrekter Einwand!

Eine ganz neue Art entsteht nicht von jetzt auf
gleich. Das anzunehmen ist vollkommener Unsinn.
Es handelt sich immer um einen Generationen
dauernden Prozess.

Hunderte oder tausende von Generationen. Andererseits kann eine rasche Aenderung in den Rahmenbedingungen eine schnellere Anpassung ermöglichen.

Klar, viele Mutationen bringen keinen Vorteil für
das Individuum oder sogar einen Nachteil (Krebs,
Erbkrankheiten). Entsteht aber durch Mutation
zufällig ein Merkmal, das seinem Träger einen
Vorteil verschafft (z.B. bessere Augen), setzt
dieses sich durch, da dieser Mutant durch diesen
Vorteil mit grösserer Wahrscheinlichkeit
überlebt und sich fortpflanzt, während
diejenigen mit den "schlechten" Mutationen
schlechtere Chancen haben. (Selektion)

Stichwort: Sichelzellanemie. Eine "Erbkrankheit", die die Blutgefässe sichelförmig werden lässt. Dadurch kann das Blut weniger Sauerstoff transportieren. Also ist es eigentlich ein Nachteil. Andererseits erhöht diese "Krankheit" wesentlich die Resistenz gegen Malaria. Nun beobachtet man, dass diese "Krankheit" unter Negern relativ stark verbreitet ist. In Gebieten mit hohem Malaria Risiko überwiegt der Vorteil der Malariaresistenz den Nachteil des schlechteren Sauerstofftransports und das Gen setzt sich durch. Bei einer Mutation ist es eben nicht immer klar, ob es sich um eine Krankheit oder um einen Vorteil handelt. Das zu entscheiden ist einzig Sache der Natur. Weshalb alle Rassismus Programme und Ansätze zur Erbgutsäuberung, wie es von den Nazis betrieben wurde, aus atheistischer Sicht abzulehnen sind. Nur die Natur hat das Recht zu entscheiden, was sich durchsetzt und was nicht. Wie Du siehst, man kann sogar gewisse ethische Prinzipien aus der Evolutionstheorie ableiten.

Generell setzen sich Merkmale durch, die einen
Vorteil oder zumindest keinen Nachteil bringen.
Die anderen sterben einfach aus.

Oft bleiben Mutationen, die keinen wesentlichen Nachteil bringen über viele Generationen erhalten, bis sie plötzlich zusammen mit einer oder mehreren anderen Mutationen (oder einer Veränderung in den Lebensbedingungen) einen Vorteil erbringen können und so alle anderen Variationen verdrängen, die zuvor erfolgreich waren. Aus diesem Grund geht die Evolution oft schubweise voran.

�brigens: Laut der Bibel (Genesis 4 und 5) hatten
Adam und Eva zusammen drei Kinder: Kain, Abel und
Set - alles Söhne. Danach haben sich die Männer
weiter fortgepflanzt - mit anderen Frauen, die
auf einmal da waren, obwohl nicht gesagt wird,
wie sie entstanden sind. Es ist nämlich von dem
Land Nod die Rede (das Gott nicht geschaffen hat)
und von Kains Frau (die Eva nicht geboren hat).

Danke Pegasos, dass Du das so genau nachgelesen hast.

Dafür gibt es zwei Erklärungen:

  • Frauen spielen in der patriarchalischen Gesellschaft der Bibel keine Rolle, daher wurden die Töchter nicht erwähnt.
  • Die Bibel ist das heilige Buch der Juden. Alles ausserhalb des jüdischen Volkes wird von der Bibel nicht tangiert, sie gilt nur für die Juden.

Mit der ersten Erklärung könnten die Christen wohl noch leben, aber sie erklärt nicht, was mit dem Land Nod los ist. Ausserdem hat die Bibel noch mehr derartige seltsame Lücken. Beispielsweise: Woher kommen die Engel? Als Adam und Eva aus dem Garten Eden vertrieben wurden waren da plötzlich (ich hoffe, ich erinnere mich richtig) zwei Engel mit flammenden Schwertern vor der Tür, die diese bewachten. Woher die plötzlich kamen, darüber verliert die Bibel kein Wort, sie waren plötzlich einfach da.

  • Hat Gott sie erschaffen? Wenn ja, warum steht in dem Schöpfungsmythos nichts davon?
  • Sind sie wie Gott, Partner (oder im Fall Satans Gegner oder Konkurrenten) von ihm? Andere Götter, von Gott besiegte und unterworfene Götter? Oder was?
Die Zeugen Jehovas haben diese Stellen, wo von
den anderen Menschen die Rede ist, deshalb
gestrichen.

Auch die evangelischen streichen gelegentlich Dinge aus der Bibel, die ihnen nicht passen. Entweder man nimmt die Bibel als ganzes für wahr, oder gar nicht. Aber eine Rosinenpickerei ist in jedem Fall verwerflich - Es sei denn, man nehme die Bibel als normales weltliches Buch, aus dem man aussuchen kann, was einem passt und was nicht.

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