Atheismus in der Schweiz
Diskussion

ET und Schöpfung (Pegasos)

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Diskussionsbeitrag:

Am 21.09.2004 08:49 schrieb Pegasos:

Ich habe die Diskussion mal ausgelagert, weil es mir ehrlich gesagt ein wenig auf die Nerven geht, dafür diesen vollen Thread zu nehmen.

Re: Anmerkung der Redaktion: Und wir haben es wieder zusammengefügt und das Ganze ausgelagert.

sie kommt einfach gar nicht zum Tragen, da es nach dem 1.
TDG ja nichts durch Zufall geben kann, was sich hätte
entwickeln können.

Wie gesagt - es hat nichts miteinander zu tun. Die Evolutionstheorie ist schließlich nicht der einzige Versuch, die Welt zu erklären.

Es gibt auch genug Christen, die gleichzeitig an Gott glauben und die Evolutionstheorie für wahr halten. Ein Beispiel dafür ist meine ehemalige Religionslehrerin. Sie war der Ansicht, die Schöpfungsgeschichte sei ein Konstrukt der Leute, die die Bibel geschrieben haben, da diese es sich einfach nicht anders vorstellen konnten…

Ich will dir nichts vorschreiben - das ist nur eine Anmerkung.

Die Wahrscheinlichkeit wird erneut verschwindend klein,
wie bei meiner anderen Rechnung (was hältst du übrigens
davon?)

Ich kann mit diesen Berechnungen ehrlich gesagt nicht sonderlich viel anfangen (Mathe-LK - peinlich, peinlich). Es kann sein, dass sie so stimmen, aber ich verstehe in diesem Bereich nicht genug von der Materie, um nachvollziehen zu können, ob das wirklich so ist. Eigentlich kann ich dazu nur sagen: Unwahrscheinlich ist nicht unmöglich.

Dann wunderts mich aber, u.a. hier auf der Page oder
auch im Biologieunterricht behauptet wird, die ET sei
bewiesen, ist sie es doch in einem der "Knackpunkte"
(wenns hier nicht klappt. gehts nicht weiter) (noch?)
nicht.

Die Entstehung des Lebens ist 3 Milliarden Jahre her. Nachforschungen über einen solch immensen Zeitraum hinweg sind außerordentlich schwierig. Wenn man den Verantwortlichen noch Zeit gibt, kriegen sie es vielleicht noch heraus.

So wie wir Menschen auch, ist die Evolutionstheorie nicht perfekt. Sie wurde seit Darwin (oder auch schon Lamarck) immer wieder verbessert, weil Irrtümer entdeckt wurden. Wie bereits gesagt, ist alles Wissen nur hypothetisch (und das wissen wir) - so auch die ET. Wir können nicht mehr davon ausgehen, dass wir die Wahrheit finden und so müssen wir die Schlussfolgerungen, die wir aus bestimmten Sachverhalten ziehen, immer wieder verifizieren. So lange, bis ein eindeutiger Beweis gegen sie auftaucht.

(Was oder welche erkenntnis widerlegt sie denn. nähme
mich wunder, wann für dich die ET nicht mögl. ist)

Bisher ist nicht abzusehen, dass die ET jemals falsifiziert wird - oder wie. Ich bin kein Hellseher, also kann ich nicht sagen, ob und wie das geschehen wird.

Das Wort Lebensdauer ist vielleicht irreführend. Doch
auch tote Materie hat eine gewisse Lebensdauer(das muss
ja nicht heissen, dass sie lebt;). Sie unterliegen
ständigem Aufbau und Spaltung. (→ Massenwirkungsgesetz)
Je komplexer die Moleküle sind, umso kürzer ist ihre
Lebensdauer, da sie mehr Angriffsfläche bieten.

Das MWG beschreibt das chemische Gleichgewicht, also sowohl den Abbau als auch den Aufbau dieser Moleküle. Natürlich zerfallen Moleküle (unter verschiedensten Einflüssen) immer wieder in verschiedene Bestandteile, aber sie werden auch wieder neu gebildet. (Sonst redet man nicht vom MWG, weil es sich nicht um ein Gleichgewicht handelt.)

Ein besseres Beispiel, wo sich Mutation poditiv
ausgewirkt hat ist z.B. die Resistenz von Bakterien
gegenüber dem Antibiotika Penicillin. Logischerweise
sind resistente Bakterien den nicht resistenten stark
überlegen und werden sich rasch durchsetzen. Doch worauf
beruht die Resistenz? auf dem Verlust über die Produktion
eines Enzyms, welches Penicillin zersetzt. Jedoch: In
der feindlichen Umgebung ist es den "normalen" Bakterien
zwar überlegen, in einer neutralen, sit es jedoch wieder
umngekehrt, da die resistenten Bakterien, viel Energie
für den unnötigen Enzymaufbau verschwenden.

Übrigens: Penicilin zerstört die Zellwand der Bakterien. Resistente Bakterien verfügen also über eine andere Zellwand, die von diesem Stoff nicht angegriffen und zerstört werden kann - und das muss nicht unbedingt mit andauerndem großen Energieaufwand verbunden sein.

Ausserdem ist keine neu Art entstanden.

Das habe ich auch nicht behauptet. Die Entwicklung neuer Arten dauert viele Generationen und es ist unmöglich, eine Grenze zu ziehen, wo die "alte" Art aufhört und die "neue" anfängt.

Das stimt, doch kann keine höhere Art entstehen, da
DNA-Replikation auf grund des 2. TDG bestenfalls das
gleiche Ergebnis, oft jedoch mit Informationsverlust
verbunden ist, nie jedoch Informationsgewinn beinhaltet.
Wir stehen vor der Tatsache, dass E. Coli über Jahr mrd.
(nach der ev. Zeitskala;) E. Coli geblieben ist.

Mutationen entstehen unter anderem durch UV-Licht, Antibiotika oder Röntgenstrahlung. (Oder auch nur durch Replikationsfehler.) Ihre Auswirkungen kann niemand überblicken und man kann nicht absolut sagen, dass dadurch keine (also gar keine) Informationen gewonnen werden.

Ich nehme schon an, dass Colibakterien sich im Laufe der Zeit verändert haben, um sich den jeweils neuen Lebensbedingungen anzupassen. Diese Veränderungen waren nur nicht gravierend. Bei der Auseinanderentwicklung der Arten muss die "alte" nicht zwangsläufig aussterben. Wenn sie ebenso erfolgreich ist wie die neue, bleibt sie ebenfalls bestehen.

Hör ich zum ehrlich gesagt zum ersten mal. Könntest du
mir die Genauen Bibelstellen angeben, damit ich es
nachlesen kann? (ich befasse mich eher mit dem N.T.,
da für mich als Christ die alten jüd. Gesetze nun mal
nicht zentral sind)

Wenn du an die Schöpfungslehre glaubst, solltest du dann nicht mit ihr vertraut sein?… Ich habe die Bibel nicht ganz gelesen (als Atheist muss ich das nicht), aber Genesis 1 bis 4 haben wir im Unterricht durchgenommen.

"Dann ging Kain vom Herrn weg und ließ sich im Land Nod nieder, östlich von Eden" (Gen 4, 16)

"Kain erkannte seine Frau und sie gebar Henoch." (Gen 4, 17)

Weder von diesem Land Nod noch von Kains Frau ist vorher die Rede. Von Eva wird nur gesagt, dass sie drei Kinder zur Welt bringt. Kain (Gen 4, 1), Abel (Gen 4, 2) und Set (Gen 4, 25) - und wenn sie die einzige Frau ist, wird das etwas schwierig… Dass Gott diese anderen Menschen auch erschafft, wird nicht gesagt.

Meiner Meinung nach fürchten sich Atheisten (das ist
mein Vorurteil), dass er seine Taten vor Gott (…)
verantworten muss.

Ich fürchte mich nicht vor deinem Gott. Warum sollte ich mich vor etwas fürchten, von dem ich noch nicht einmal denke, dass es existiert?

Ich bin Atheistin der zweiten Generation, d.h. ich habe nie ernsthaft an einen Gott geglaubt. Ich komme mit dieser Vorstellung wahrscheinlich mindestens genauso gut klar wie du mit der Vorstellung, dass es den christlichen Gott gibt.

Du sagtest, dass du tolerant bist - ich bin es auch. Es hat mich nicht zu interessieren, welchem Glauben oder Unglauben meine Mitmenschen nachgehen. Ich will niemandem seinen Glauben ausreden, wenn er damit glücklich ist. Diese Diskussionen führe ich nicht aus Intoleranz, sondern weil ich eben gerne diskutiere - und jeder, der hier etwas beiträgt, signalisiert damit selbst Diskussionsbereitschaft.

Dein Wort in Gottes Ohr! ;) Du bist wenigstens konsequent!

Ich bin nun einmal sowohl atheistisch als auch skeptisch.

Pegasos

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Re: ET und Schöpfung (ckrulez)


Am 21.09.2004 17:18 schrieb ckrulez:

Am 2004-09-21 08:49:47 schrieb Pegasos:
Es gibt auch genug Christen, die gleichzeitig an
Gott glauben und die Evolutionstheorie für wahr
halten. Ein Beispiel dafür ist meine ehemalige
Religionslehrerin. Sie war der Ansicht, die
Schöpfungsgeschichte sei ein Konstrukt der
Leute, die die Bibel geschrieben haben, da diese
es sich einfach nicht anders vorstellen
konnten…

Stimmt, doch ist die theistische Evolution, wie es gennant wird, meiner Meinung nach nur verwirrend. Es ist ein Kompromis zweier Weltbilder der keinen Sinn ergibt. Ich denke viele Christen denken so weil, sie glauben die Wissenschaft kann ja nicht irren. z.B. was das Erdalter anbelangt. (kann sie aber, was genügend oft bewiesen wurde.) In der Bibel wird ganz klar von einer Schöpfung in 6 wortwörtlichen Tagen gesprochen (es wird das hebr. Wort "iom", was ausschliesslich einen 24- Std. Tag bedeutet) Ausserdem heisst es jedesmal: " es wurde Abend und wieder Morgen, der x. Tag ist vergangen.

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