Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Skandale in der Kirche (Franz hose)

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Diskussionsbeitrag:

Am 13.07.2004 21:39 schrieb Franz hose:

Hab ich zufällig gesehen. Und wer meint das dies ein Einzelfall ist den kann ich eines besseren belehren. Denn selbst in unserer Kleinstadt ist sowas schon passiert.

Dienstag, 13. Juli 2004 Österreich unter Schock Sex-Skandal im Priesterseminar

In den Redaktionen österreichischer Zeitungen traf vor wenigen Tagen eine ungewöhnliche E-Mail ein: "Bitte helfen Sie mit Ihrer aufdeckenden Berichterstattung" und "handeln Sie zum Wohle der Kirche in Österreich und St. Pölten", flehte der Schreiber. Der Anlass für die anonyme Post schockiert inzwischen das zu 75 Prozent katholische Alpenland.

Im Priesterseminar von St. Pölten (Niederösterreich) ging es seit Jahren drunter und drüber. Studenten beschafften sich nicht nur tausende Porno-Fotos aus dem Internet und schauten sich Kinder- und Gewaltpornos an. Die Priesterschmiede wurde auch zum homoerotischen Treffpunkt, wo Studenten mit den beiden Seminarleitern fröhliche Gelage feierten.

Tausende Porno-Fotos

Die beiden Deutschen sind inzwischen zurückgetreten. Doch auch der umstrittene St. Pöltener Bischof, Kurt Krenn (68), kommt immer stärker unter Druck. Zwar lehnte der als erzkonservativ beschriebene Gottesmann die Rücktrittsforderung seiner Co-Bischöfe energisch ab, doch die Kritik aus den eigenen Reihen wird immer stärker. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, von den Zuständen an dem von ihm organisierten Seminar längere Zeit gewusst und schließlich sogar die seit Monaten laufenden Ermittlungen der Polizei gebremst zu haben.

Nicht nur gläubige Katholiken sind von den Enthüllungen erschüttert, die zuletzt an diesem Montag vom Nachrichtenmagazin "Profil" veröffentlicht wurden. Danach fanden die seit Wochen ermittelnden Kriminalpolizisten auf insgesamt sechs Computern des Seminars nicht nur tausende Porno-Fotos, die angehende Priester von vornehmlich polnischen Internet-Seiten heruntergeladen hatten. Sie entdeckten auch Kinderpornos und Gewaltsex mit Tieren auf einem der PCs, der offenbar allen Studenten zugänglich war.

Gegen acht Studenten wird zurzeit im Zusammenhang mit den Kinderpornos ermittelt, denn dies ist bisher der einzige Straftatbestand in der Affäre. Frühestens in vier Wochen sollen die Ermittlungen abgeschlossen sein.

"Inniger Zungenkuss"

Doch mindestens ebenso schockierend, wenn auch nicht strafbar, sind für die meisten Österreicher die Zustände, die an dem Seminar herrschten. Obwohl die katholische Kirche von ihren Priestern Keuschheitsgelübde verlangt und Homosexualität grundsätzlich als Sünde bezeichnet, wurde die Priesterschmiede von St. Pölten offenbar zum Homo-Treff.

Der zurückgetretene Leiter der Schule, Ulrich Küchl, und sein Stellvertreter Wolfgang Rothe, der Rechtsberater von Bischof Krenn, lebten monatelang mit ihnen anvertrauten Studenten zusammen, bis die Pfarrgemeinde bei ihrem Bischof intervenierte.

Auf einer Party ließ sich Rothe beim "innigen Zungenkuss" mit einem Studenten fotografieren. Ein weiteres Bild, das die Medien veröffentlichten, zeigt Seminarleiter Küchl, der einem von ihm umarmten Studenten die Hand auf den Schritt legt.

"Buben-Dummheiten"

Während der gesundheitlich angeschlagene Krenn das Verhalten seiner Seminarleiter als "Buben-Dummheiten" bezeichnete, erkannte die Österreichische Bischofskonferenz den Ernst der Lage für die Kirche. Der Stellvertretende Leiter der Bischofskonferenz, Egon Kappelari, wollte zunächst zwar keine öffentliche Rücktrittsforderung aussprechen, kündigte jedoch an, man wolle sich "nicht hinter dem Problem verstecken" und "den Sumpf trocken legen".

Doch der vor 13 Jahren unter zahlreichen Protesten ernannte Bischof Krenn sträubt sich. Inzwischen liegt seine Akte bereits auf dem Schreibtisch des einflussreichen deutschen Kurienkardinals Joseph Ratzinger im Vatikan. Doch in Rom hieß es auf Anfragen österreichischer Medien: "Kein Kommentar".

Inzwischen sind die Veröffentlichungen der Presse unerwartet scharf kritisiert worden. Die "Österreichische Gesellschaft für Sexualforschung" meinte in einer Erklärung, die Schilderung homosexueller Akte durch die Medien sei "ebenso unerträglich wie die Scheinheiligkeit der konservativen Geistlichkeit ". Nicht die sexuellen Beziehungen der Seminaristen seien der Skandal, "sondern die Heuchelei der katholischen Kirchenmänner".

Christian Fürst, dpa

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Re: Skandale in der Kirche (Pegasos)


Am 16.07.2004 22:18 schrieb Pegasos:

Das Zölibat ist eine der sinnlosesten Regelungen, die die katholische Kirche ihren Priestern auferlegt. (Zumindest heute, wo keine Gefahr mehr besteht, dass ein Pfarrer eine ganze Dynastie von Geistlichen aufzieht, die dann die Kirche beherrscht …) Dieses Verhalten ist für Menschen vollkommen unnatürlich und wenn genügend kriminelle Energie vorhanden ist, kann so etwas wie das in dem Artikel beschriebene dabei herauskommen. Pfarrer und Theologiestudenten sind eben genauso Menschen wie alle anderen auch - es ist nicht realistisch, anzunehmen, dass es dort niemanden gibt, der Gesetze missachtet.

Einen bestimmten Rang in einer Religion zu haben, macht einen nicht automatisch zu einem besseren Menschen.

Pegasos

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