Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Ethik als das Beste im Menschen? (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 06.05.2004 11:03 schrieb mrw:

Unter "Ist Logik denn die letzte Wahrheit?" vertrat Daniel die Ansicht, Quelle der Ethik sei: "das Beste im Menschn", während ich de Ansicht war, Quelle der Ethik sei im Wesentlichen die Einigung einer Gruppe von Menschen auf gemeinsame Werte.

Nachdem ich nochmals eingehend darüpber nachgedacht habe, komme ich zum Resultat, dass wohl beide ein wenig recht haben.

Nimmt man Grundsätze wie die Menschenrechtserklärung, persönliche Freiheit, Gleichberechtigung, dann kann man sicher sagen, es ist das Beste in jedem Menschen, der sich als Erbe der Aufklärung versteht, denn es sind die Werte von Humanismus und Aufklärung. Jeder, der in diesem Umfeld aufgewachsen ist, weiss in seinem Innersten, was richtig ist und was falsch. Soweit hat Daniel sicher recht.

Mein Einwand kommt ins Spiel, wenn ich sage, dass das Beste im Menschen total anders sein kann! Das was das Beste in einem Menschen ist, hängt vom Umfeld und seiner Geisteshaltung ab. Für einen Atheisten ist es klar, dass jeder Mensch die gleichen Rechte und Möglichkeiten haben muss, unabhängig vom zufälligen Ort und Umstand seiner Geburt, unabhängig von seinen Finanzen, oder den Finanzen seiner Eltern. Für den Atheisten ist die individuelle Selbstbestimmung und Selbstgestaltung ein hohes Gut. Für jemand, der an Wiedergeburt glaubt, ist Ort und Umstand der Geburt nicht mehr zufällig: wer arm oder in einer niedrigen Kaste geboren wird, ist daran selber Schuld, er hat es im vorherigen Leben selbst verschuldet. Das führt zu einer anderen Vorstellung darüber, was das Beste in einem ist und führt daher zu einer ganz anderen Ethik. Nochmal anders ist esbei den Christen: Für sie ist das Beste im Menschen sein Glaube an Gott. Der Glaube an Gott ist vielen Christen mehr Wert, als ein Menschenleben, denn das Leben geht seiner Ansicht nach weiter. Verbrennt man beispielsweise eine Hexe, so ist sie zwar tot, aber ihre Seele geläutert, man hat ihr also geholfen. Wenn Christen dem Besten in sich folgen, tun sie oft Dinge, die wir als grauenvoll empfinden, wie jener bekannte katholische Führer der Deutschen, der glaubte, er handle im Willen des Allmächtigen, wenn er sich gegen die Juden wehre. Natürlich Daniel, Du würdest den Christen die Ethik absprechen, aber mit welchem Recht? Sie tun das, was sie in ihrem Innersten als das Beste bestrachten.

Fazit: Was man als das Beste in sich sieht, ist das Resultat der Geschichte und von gesellschaftlichen Errungenschaften. Von daher ist es schon richtig, dass die Ethik auf dem basiert, was man als das Beste im Menschen sieht, nur was das Beste ist, ist nicht eindeutig. Darum bevorzuge ich eine andere Definition von Ethik, eben die der Einigung auf gemeinsame Werte.

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