Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Ethik als das Beste im Menschen? (daniel)

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Diskussionsbeitrag:

Am 11.05.2004 05:53 schrieb daniel:

ja, die diskussion dreht sich seit wochen im kreise. unvereinbare standpunkte; immerhin haben mein streitpartner und ich uns einiges abverlangt. ich denke, jeder hat sein bestes gegeben. da du, pegasos, seine meinung im grossenundganzen teilst, werde ich nun nicht mehr auf alles eingehen und meine sache zum dutzendsten male wiederkäuen. doch ganz zu dem schweigen, was du schreibst, mag ich auch nicht.

die
menschen sind so schlecht, dass man ihnen unter
keinen umständen waffen in die hand drücken
sollte, geschweige atombomben, (…)


Wer ist "man" in diesem Falle? - Doch wohl auch
ein Mensch. Wer hat das also zu entscheiden?
(Gott fällt da ja weg.)

immerhin eine lebensgefährliche entscheidung über hunderttausende, ja millionen köpfe hinweg. ich entscheide für mich, du wirst es für dich tun. was sich durchsetzt, ist grauenhaft. ob demokratisch oder undemokratisch.

Wei�t du, irgendwie finde ich deine Argumentation

widersprüchlich. Einerseits sagst du, dass die
Menschen schlecht sind und andererseits gehst du
von diesem hypothetischen Ideal des guten
Menschen aus.

ich glaube, auch üble kerle haben von anfang an ein gutes in sich. ich glaube, jeder mensch verfinstert und verschlechtert sich, wenn er gewaltbereit ist, und wenn das auch in einem ganz besonderen, vielleicht nie eintretenden falle wäre, für den er sich rüstet. ich glaube das, weil es in mir so ist. es ist meine eigene lebenserfahrung. gerade die aber bildet auch die (einzige) grundlage meiner ethik.

Vergiss bitte nicht, dass die Menschen, die in der

Armee des Gegners sind, dich töten, wenn du
dich nicht verteidigst. Au�erdem: Wenn sie
Berufssoldaten sind, haben sie es sich so
ausgesucht und sollten wissen, worauf sie sich
einlassen.

wieso soll ich das 'bitte nicht' vergessen? kann schon selber auf mich aufpassen.

Hass, Neid und Missgunst sind zum Beispiel auch

Gefühle - und zwar keine, die zum Frieden
beitragen.

ja, genau. und genau daraus entsteht die atombombe. einfach nicht mehr atombombe basteln, ganz einfach. entschieden dagegen protestieren gegen raketen, nahkampftechnik, kasernendrill und augustreden. ( wenn du das wort kennst: das ist der ch-nationalfeiertag, der 1. august, und da entweicht manch trutzigem manne ein tränchen, wenn er den lobhudeleien über sein freies land lauscht).

ohne die führen keine autos und gäbs
keine börsenkurse und keine liebe und keine
atombomben.

�brigens habe ich dieses Argument nicht so ganz

verstanden.

ja, bisschen schmerzhaft, die logik:) wollte wahrscheinlich andeuten, dass 'die realität' folge lauter unwahrscheinlichkeiten ist, die eintreten. und dass der mensch aber seine sache machen oder lassen, verändern oder befördern kann. nichts muss für alle zeiten sein, wies ist.

Die Definition von "glücklich" hängt

nun einmal ganz von dem betreffenden Menschen ab
und ein Sadist stellt sich darunter nun einmal
etwas ganz anderes vor als ein Humanist.

keiner kommt als sadist zur welt. oder siehst du das anders?

"Insel des Friedens" - diese Metapher hat

übrigens auch John F. Kennedy in seiner
berühmtesten Rede verwendet, allerdings im Bezug
auf West-Berlin als Insel im "Feindesland".
(Kleine Bemerkung am Rande.)

hätt nicht viel gefehlt, und der gute alte kennedy wär auch als atombombenschmeisser in die geschichte eingegangen. natürlich atombomben für den frieden, versteht sich. auch dies aber nur am rande.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass du gar nicht

versuchst, ihn zu verstehen.

verstehe ihn schon. habe nur versucht, vergeblich wohl, die schwachstellen seiner argumentation aufzuzeigen. amen.

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Ethik als das Beste im Menschen? (Pegasos)


Am 12.05.2004 10:46 schrieb Pegasos:

immerhin eine lebensgefährliche entscheidung
über hunderttausende, ja millionen köpfe
hinweg.

Wie mrw schon sagte: Wir müssen Waffen nicht verteilen - wer unbedingt eine haben will, kommt auch an eine heran.

ich glaube, auch üble kerle haben von anfang an
ein gutes in sich. ich glaube, jeder mensch
verfinstert und verschlechtert sich, wenn er
gewaltbereit ist, und wenn das auch in einem ganz
besonderen, vielleicht nie eintretenden falle
wäre, für den er sich rüstet.

Der Kommunismus basiert auch auf der Annahme, jeder Mensch habe etwas gutes, altruistisches in sich - und der Stalinismus ist das, was in der Realität dabei herausgekommen ist.

Es ist eine Streitfrage, wie viel des Charakters eines Menschen angeboren (also genetisch festgelegt) ist und wie viel durch die Prägung durch das Umfeld entsteht. Bisher ist das noch nicht wirklich wissenschaftlich fundiert geklärt worden - falls das überhaupt möglich ist.

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