Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Re: Re: Was ist Ethik? (daniel)

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Diskussionsbeitrag:

Am 21.04.2004 15:14 schrieb daniel:

das paradies auf erden,

ja. meine vorstellung vom leben ist eine
paradiesische.

Es war auch en wenig ironisch gemeint. Der

Kommunismus ist an zwei Dingen gescheitert:
- Glück lässt sich nicht mit Gewalt erzwingen.
- Er basiert auf einem idealisierten Menschenbild, das nicht der Realität entspricht.

ich meins nicht ironisch, mir ist es sehr ernst. das wort paradiesisch, von dir eingebracht, hätt ich mich vielleicht nicht dafür gehabt, es gerade auf dieser page ernstgemeint hinzuschreiben. :) aber es entspricht etwa dem, was ich meine und denke. warum sich das nicht ersehnen und also sich danach verhalten, dass man dem zustand näherkommt? mit verhalten meine ich in meinem falle auch: denken. dein denken arrangiert sich in höherem masse als meines mit den dingen, wie sie schlecht sind. ich finde das nicht unberechtigt, aber ich persönlich kann mich damit nicht abfinden. ich würde mich in meiner identität verbiegen (lassen). meine identität: damit meine ich hier, an dieser stelle, was mir von meinem innersten bewusst ist und was ich auch zur sprache zu bringen suche. im bezug auf den kommunismus weiss ich gewiss viel weniger als du, ich habs zwei- dreimal versucht, was von marx und engels zu lesen, auch dann und wann in einer kommunistischen zeitung, von jungen menschen gemacht, was herauszufinden. gerade weil ich im gegensatz zu dir den eindruck hatte, kommunismus könne nicht auf einem idealen menschenbild basieren, lasse ich die beschäftigung damit seither sein. ich komme also diesbezüglich zu einem ganz andern schluss, was den kommunismus betrifft. allerdings finde ich eine weltanschauung, die auf einem idealen und idealistischen menschenverständnis aufbaut, gerade gut. ich empfinde alles andere, insbesondere, was die 'realitäten', wie du es nennst, so stark einbezieht in die weltanschauung, anpasserisch und nur den verhältnissen dienend, wie wir sie haben, ob bewusst oder unbewusst.

Krieg ist falsch, unbestritten.

umso verwunderlicher für mich, dass du ihn, wie du am beispiel mit irak gezeigt hast, eben doch unter bestimmten bedingungen akzeptierst, mehr, erforderlich findest. wenn auch, ich habs schon begriffen, nicht den aktuellen irakkrieg. das kommt mir ein wenig so vor wie ein wort des papstes darüber (der ja einer feindesliebesreligion vorsteht!), der irakkrieg sei ungerecht, weil man dem hussein seine massenvernichtungswaffen nicht beweisen könne. er geht also davon aus, kein zweifel, sonst würde er sich nicht so äussern, dass es gerechte kriege gebe. wenn ich also wie du sagte, krieg sei falsch, an andern stellen sogar, krieg sei immer das falsche mittel, dann könnte ich nicht doch noch ein hintertürchen offenlassen, um mir nicht unredlich vorzukommen. entweder also, so scheint es mir, du findest krieg eben doch nicht immer falsch, oder du findest, man müsse aus ethischen erwägungen manchmal das falsche tun. beides leuchtet mir gar nicht ein, ganz und gar nicht.

Je demokratischer und offener, desto schwieriger

ist di Korruption und desto sensibler reageren
die Menschen darauf.

dem halte ich entgegen, dass man in unserer zivilisation, meiner bescheidenen ansicht nach, von klein auf dazu gezwungen wird, sich korrupt zu verhalten. einfach zu sagen, demokratie sei an sich schon das beste, blendet die frage aus, wie es denn um den menschen bestellt ist und bestellt sein kann, dem von kind auf natürliche reaktionen ausgetrieben werden. eine demokratie kann auch nicht besser sein, als wie die leute draufsind. und die sind zu sehr verbogen, duckmäuserisch, anpasserisch und frustriert, als das was wirklich gutes dabei herauskommen könnte. man muss viel tiefer gehen, ein politisches system kann daran nichts ändern, das fände ich augenwischerei.

Wo auf dieser Welt schafft man das noch, ausser in

der Schweiz?!? Die Schweiz kommt dem perfekten
Staat schon sehr nahe!

ich habe am politischen system der schweiz wenig bis nichts auszusetzen. es ist gut, weil das volk alles ändern kann, wenn und wie es will. die frage ist: wie ist das volk drauf? (siehe oben).

Selber Schuld, wenn Du nicht stimmst, hast Du auch

kein Recht, Dich zu beschweren.

merci.

niemand setzt lösungen durch. meine alternative

wäre die aufhebung des geldsystems, des
kapitalismus, der lohnausteilerei und
-empfängerei. meine lösung wäre eine andere
zivilisation.
Zurück in die Steinzeit…

ach komm, halte dein niveau, ja?

Da lebst Du (auf der real existierenden Welt) in

dem Staat, wo Du vermutlich am meisten Freiheiten
und Möglichkeiten hast. Nutze sie! Verändere die
Welt!

ich versuchs wie du hier zum beispiel in diesem forum. oder so was ähnliches. bisschen anmassend find ichs schon, die welt verändern zu wollen. gerade so würd ichs nicht ausdrücken, aber sinngemäss.

dann müsstest du auch absolut einverstanden sein,
dass man dich tötete. vielleicht wärst du ja
zufällig iraner. wenn nicht, geht deine ethik
über leichen. wenn ja, immerhin auch noch über
die deine.

Die Frage ist: Darf ich ein Leben opfern, um ein

anderes zu retten?

da weichst du aber aus, was du mir ja weiter unten vorwirfst. wenn du iraker wärst, fändest dus gewiss nicht ethisch gut, dass sie dich zubomben. bist du auch bereit, für deine ethik dein leben zu opfern, oder sollen das einfach bloss die andern tun, die du unter gegebenen umständen in den krieg ziehen lassen willst? weiche jetzt auch nicht aus!

Willkommen in der Realität! Wer sagt, dass jeder

nur gut ist?

ich sage, das jeder im grunde gut ist. von nur hab ich nie was geschrieben. ethik muss an dieses gute und beste appellieren, alles andere wäre höchstens eine änderung der regie, damit man das gruselstück weiter aufführen kann.

Weich' mir nicht aus, beantworte die Frage! Wenn's

Dir lieber ist: Ich habe einen Kugelschreiber und
ein Taschenmesser dabei. Weil ich Mac Gyver bin,
bastle ich daraus in einer Sekunde eine Pistole.
So, jetzt beantworte bitte die Frage.

ja, das ist mir bedeutend lieber. das ist schon mal was ganz anderes, sehr viel 'realer'. (für meinen fall, und ich nehme an, für den deinen ebenso). ich habe die frage aber schon beantwortet, entsinne ich mich. oder nicht? also: ich darf keine pistole tragen, das wär mal endgültig geklärt. ich darf, nein, muss unter umständen gewalt anwenden. dann verhalte ich mich aber nicht ethisch, das hab ich doch klar herausgearbeitet. hast dus überlesen?

Darum finde ich die Frage nach der Beurteilung der
Qualität einer Ethik wichtig.


ich glaube, das ist dein satz, oder? hab etwas die
übersicht verloren. entsinne mich aber, an deiner
definition von ethik bemängelt zu haben, dass sie
keine qualität beinhaltet. ein widerspruch?
jedenfalls rennst du offene türen ein mit dieser
aussage, bei mir.


Mein Problem: Deine Definition von Etik gibt kein
Qualitätskriterium ab.

womit wir uns im kreise drehen und uns gegenseitig dasselbe vorhalten. müssen wir jetzt diskutieren, was ein qualitätskriterium sei? DASS SICH ETHIK NACH DEM BESTEN IM MENSCHEN RICHTEN MUSS. mehr habe ich in der momentanen situation der diskussion nicht zu sagen. findest du das etwa keine qualität?

Also kann jeder tun und lassen, was er für richtig

hält und keiner darf ihm dreinreden?

ja, wenn du so von mir denkst, dann muss ich aufhören. was ich geschrieben habe, ist zu tiefschürfend und redlich, als dass man mich dahingehend interpretieren könnte. das putzt einfach das meiste weg und nimmts nicht zur kenntnis.

Was ist, wenn ein gewisser Adolf H. das Gefühl
hat, Juden seien keine richtigen Menschen,
sondern etwas, das man ausrotten muss? Natürlich
im Dienst der Menschheit und zum Wohl aller
richtigen Menschen? Darf man ihn nicht daran
hindern? Darf sich wirklich jeder auf seine
Gefühle verlassen und diese ausleben, wie er
das for ethisch richtig hält?

Ich finde Deine Ansicht zu beliebig und darum
falsch.

nein. ich vertete keine beliebige ansicht, und in bezug auf hitler hab ich auch schon einiges gesagt. wenn du das findest, willst du mich oder kannst du mich nur missverstehen. meine sprache, meine texte geben das nicht her, keinesfalls.

Ich z.B. finde Morden schlecht und wenn jemand in

meiner Umgebung das trotzdem tut, tue ich mein
möglichstes, es zu verhindern. Also setze ich
meine Ansicht durch.

Wenn Du daneben stehst und

zuschaust, dann finde ich das unethisch!

also bitte, nicht mehr auf diesem niveau! es soll ja, gerade du hast mirs zu anfang erklärt, nicht darum gehen, hier jemanden herabzuwürdigen, oder?

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