Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Warum bin ich Atheist? (Dunderdon)

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Diskussionsbeitrag:

Am 12.04.2004 03:19 schrieb Dunderdon:

Anlässlich der Osterfeierlichkeiten hab ich mir diese Frage wieder einmal gestellt. Ich bin an sich Atheist, weil ich bei bestimmten Problemen, falls beides vorhanden ist, die rationale Erklärung der irrationalen vorziehe.

z.B: es blitzt. Ich gehe davon aus, dass die Elektrizität in der Luft den Blitz ausgelöst hat, und nicht, dass Gott ihn geschickt hat.

(Ich kann es aber nicht beweisen. Ich kann aber beweisen, dass es unsinnig wäre, anzunehmen, es sei Gott gewesen, denn genausogut könnte ich behaupten, wir seien alle Igel und träumen gerade nur, wir seien Menschen. Wir sehen auch, dass ziemlich wenig Leute sowas glauben.)

Jetzt werdet ihr sagen, dass ist doch klar. Es ist aber so: Wenn jemand an die Auferstehung von Jesus Christus glaubt, dann glaubt er in der Regel daran, dass es ein Wesen gibt, dass die Möglichkeit hat, den Tod rückgängig zu machen.

Ereignis: Jesus ist gekreuzigt worden und tot. Annahme: Seine Gehirnströme haben aufgehört zu fließen, es ist nicht möglich, dass sie zurückkommen (mal so eine saloppe Definition von tot). das ist die rationale Annahme. Die irrationale wäre: Jemand weckt ihn auf. Jemand der das kann. (Gott)

So.. da brauchen wir noch ein wenig Theorie. Was ist rational, was ist irrational? Rational, kommt von Vernunft, ich würde es so definieren: Was mit Argumenten begründet ist. Irrational ist das Gegenteil.

Wieso ist also jetzt die Gott-Variante irrational? Wir haben ja ein Argument, nämlich: es steht so in der Bibel. Die Frage welche Arguemtationsweise wir in diesem Fall heranziehen ist aber eine entweder-oder Frage, das heißt die von mir als rationale variante (hirnströme weg, tot, aus) und irrationale variante (nein, das geht, gott kann es) abgestempelten können nicht beide gelten. Das heißt, dass ich infrage stelle, dass Menschen bei beendigung ihrer Hirnaktivitäten unwiederruflich tot sind, es sogar verneine.

Nun hat es die Religion aber so auf sich, dass sie dann weiter argumentiert, und es gibt ja noch genügend andere Beispiele in der Bibel. Wenn es eine Instanz gibt, die derartige Eingriffe in die Welt machen kann, nämlich Leute aufwecken, kann die sicher noch viel mehr. und tut viel mehr. genau das behauptet die religion ja die ganze zeit.

Und wenn ich davon ausgehe, dass es so eine Instanz gibt, hat die irrationale Problemlösungsvariante generell keine Nachteile der argumentativen gegenüber. Denn wenn ich davon ausgehe, dass es Gott gibt, kann ich genausogut sagen, dass seine Erzürnung für einen Blitz verantwortlich ist wie die Elektrizität.

Wenn ein Arzt so denkt, gibt es keinen zwingenden Grund mehr, bei einer Verletzung zu operieren, da ja noch alternativ die Möglichkeit besteht, es mit einem Gebet zu versuchen, da wir ja davon ausgehen, dass eine andere Instanz auch für die Heilung sorgen kann.

Es wird noch eine Stufe schwieriger. Gott hat nämlich auch die Welt erschaffen, und deshalb, so die religion, müssen wir uns dankbar erweisen und in seinem Sinne handeln. Wenn es Menschen schlecht geht, müssen sie die Prüfung Gottes über sich ergehen lassen und nicht für eine bessere Welt kämpfen. wenn du ein sklave bist, sei froh, dein lohn im Himmelreich wird groß sein, wenn du nicht revoltierst.

So, jetzt bin ich müde und schreibe daher den rest ohne argumenation:

Wir können die Existenz Gottes nicht widerlegen, da wir nicht genau wissen, wo das Universum hergekommen ist. In allen anderen Punkten können wir sagen, dass es unlogisch ist, von seinem eingrefen und daher von seiner existenz auszugehen. Wir können sogar sagen, dass die vermutung, dass es auch für die Existenz des Universums eine argumantative Lösung ohne Gott gibt, begründet ist.

Der Glaube an Gott ist aber schlecht, da er der rationalen Weltanschauung im Weg steht. Wir wissen inzwischen, dass die Welt aus sich selbst erklärbar ist und wir mit erklärungsansätzen ohne Gott weiter kommen als mit ihm. (Was hilft bei Krankheiten besser, Medizin oder Gebet? In kleinen Sachen bestreitbar, möchte aber sehen, wieviele Christen bei Diabetes auf Insolin verzichten)

Religion ist ok, wenn erkannt wird, dass sie nichts mit dem Leben und mit der Gesellschaft zu tun hat und nur als Alibi gehalten wird. (was glücklicherweise heutzutage immer mehr in den Vordergrund tritt)

Sie ist sehr problematisch, wenn aus ihr abgeleitet wird, die Menschheit bestimme ihre Geschichte nicht selbst!

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Re: Warum bin ich Atheist? (daniel)


Am 12.04.2004 19:42 schrieb daniel:

hallo dunderdon. mir fallen ein paar bemerkungen zu deinem text ein, die dich vielleicht interessieren:

Es ist aber so: Wenn jemand an die Auferstehung

von Jesus Christus glaubt, dann glaubt er in der
Regel daran, dass es ein Wesen gibt, dass die
Möglichkeit hat, den Tod rückgängig zu machen.

ich glaube (…ich glaube!), das wichtigste element im repertoire der religionen ist der tod. den menschen aufschwatzen, es gebe ein weiterleben danach, und ihnen drohe aber die hölle und seligkeit gebe es nur für wenige, ganz wenige - also, wenn die menschheit in den zeiten vor diesen famosen 'religionen' keine angst vor dem tode gehabt hätte - seither sitzt die furcht tief, sehr tief. schlimmer, die hölle droht, als aus und finstere nacht! ergo gehören drei dinge

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Re: Warum bin ich Atheist? (andi)


Am 22.11.2005 18:26 schrieb andi:

Hallo Dunderdon! Ich habe deine Argumetation gelesen. Ich dachte ähnlich. Doch habe ich Probleme bei der Argmetation, wenn ich Das Leben (Gegenteil von Tod) als Gehirnströme ansehe. Meine Frage, worauf ich bei Jesus eine andere Antwort gewonnen habe ist, ich (mein sein…) bin mehr als die Summe meiner Gehirnströme.

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Re: Warum bin ich Atheist? (mrw)


Am 24.11.2005 11:53 schrieb mrw:

Am 2004-04-12 03:19:36 schrieb Dunderdon:
Wir haben ja ein Argument, nämlich: es steht so
in der Bibel.

In dem Fall haben wir kein Argument! Die Bibel lügt nachweislich. Und: «Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht», sagt der Volksmund. Ander gesagt: Eine einzige Unwahrheit, eine einzige Ungenauigkeit, und die Bibel verliert als ganzes ihre Glaubwürdigkeit und ihren göttlichen Anspruch.

Nun ist nachweislich z.B. der Schöpfungsmythos falsch.

Ebenso ist nachweislich die Geschichte Israels, insbesondere das erste Buch Moses mit dem Auszug aus Ägypten falsch. Quelle zum selber nachlesen: Die aktuelle Bild der Wissenschaft, Ausgabe 12/2005, Titelgeschichte: «Wo die Bibel irrt»

Folge: Nur weil etwas in der Bibel steht, muss es noch lange nicht wahr sein. Das ist ein unbrauchbares Argument. Genausogut kann ich sagen: «Es ist wahr, weil ich es im Internet gelesen habe.» Im Internet, wie in der Bibel haben viele Autoren vieles zusammengetragen, manches ist wahr, manches erstunken und erlogen und vieles völlig übertrieben.

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