Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Warum bin ich Atheist? (daniel)

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Diskussionsbeitrag:

Am 12.04.2004 19:42 schrieb daniel:

hallo dunderdon. mir fallen ein paar bemerkungen zu deinem text ein, die dich vielleicht interessieren:

Es ist aber so: Wenn jemand an die Auferstehung

von Jesus Christus glaubt, dann glaubt er in der
Regel daran, dass es ein Wesen gibt, dass die
Möglichkeit hat, den Tod rückgängig zu machen.

ich glaube (…ich glaube!), das wichtigste element im repertoire der religionen ist der tod. den menschen aufschwatzen, es gebe ein weiterleben danach, und ihnen drohe aber die hölle und seligkeit gebe es nur für wenige, ganz wenige - also, wenn die menschheit in den zeiten vor diesen famosen 'religionen' keine angst vor dem tode gehabt hätte - seither sitzt die furcht tief, sehr tief. schlimmer, die hölle droht, als aus und finstere nacht! ergo gehören drei dinge zum repertoire einer erfolgreichen sekte (deren erfolgreichste unter dem begriff christentum, katholisch, protestantisch figurieren): 1. die ankündigung des weltuntergangs - in der zeit des sogenannten christus sehr en vogue, die urchristen haben in der steten erwartung des nahen endes gelebt. damit verbunden natürlich: angst und verzweiflung schüren. 2. dann aber hoffnung machen: nur, wenn ihr an mich (uns) glaubt und mir folgt, werdet ihr errettet. denn ich bin gott, gottessohn, profet, sprachrohr gottes und dergleichen. 3. zum beweis: wunder wirken, kranke gesund, gelähmte wieder springen, tote quietschfidel wieder lebendig machen, und andere dinge mehr. ich bezeichne diese art menschenfängerei etwas neudeutsch als 'prinzip uriella'. wer sich gegen 'fiat lux' ereifert (z. b. im 'zischtigsclub' vor ein paar jahren ein katholischer und ein reformierter geistlicher) und nicht zugleich gegen die grosskirchliche christliche anmache, den halte ich für unredlich.

Rational, kommt

von Vernunft, ich würde es so definieren: Was mit
Argumenten begründet ist. Irrational ist das
Gegenteil.

vielleicht ist es so. was wäre denn gefühlsmässig? ein kriterium der irrationalität? vielleicht ist die vernunft der versuch, durch sprache (und denken) etwas in ein logisches, beschreibbares, mitteilbares system zu bringen, was schon vorher da war - als gefühl, empfindung, reflex. wenn das aber irrational wäre? und wenn es nur irrational wäre, weil wir verdreht, verhext, verwirrt und veränstigt worden sind? etwas typisches in unserer zivilisation ist der vielbesungene gegensatz von gefühl und verstand. sind das wirklich im grunde gegensätze? sollte nicht die logik dem unverdorbenen gemüte folgen? also, vor die wahl gestellt, gegen meine gefühle etwas rationales anzuerkennen, etwas, was meinem gefühls-verstand fremd ist oder aber als irrationalist abgestempelt zu werden - ich zögerte kaum, die abstrakte ratio zu verwerfen.

Wieso ist also jetzt die Gott-Variante irrational?

die ist schlecht-irrational, weil sie der erfahrung widerspricht. vielleicht gibt es zwei empfindungssysteme: solche empfindungen, die sich aus unseren eigenen erfahrungen speisen ( und damit in den verstand verlagert werden können, (falls sie eh nicht schon dazugehören)) und andere empfindungen, die man uns fremdpflanzt, eintrichtert, aufnötigt. weil sie so dermassen künstlich und fremd wie eine andere haut auf uns wirken, müssen wir sie uns ständig suggerieren. ich glaube, es ist möglich, zu träumen, der hl. michael sei einem im schlaf erschienen und habe dies und das profezeit, und das auch noch für bare münze zu nehmen als etwas, was alle andern ebenso angeht. das wäre (und ist) wahnsinn. ob allerdings unsere ratio etwas wesentlich anderes als wahn - - - naja, eine andere gute chance, zusammenzufinden und auf bekömmliche weise miteinander umzugehen, sehe ich trotzdem nicht.

Wenn es Menschen

schlecht geht, müssen sie die Prüfung Gottes über
sich ergehen lassen und nicht für eine bessere
Welt kämpfen. wenn du ein sklave bist, sei froh,
dein lohn im Himmelreich wird groß sein, wenn du
nicht revoltierst.

ja genau! jede kirchturmspitze ein gesslerhut, feiertäglichst urbietorbi und vordeminsbettgehen betend brav zu grüssen! hunderte gesslerhüte im land, tausende! daher das interesse der mächtigen an einem staate mit gott in der verfassung!

möchte aber sehen,

wieviele Christen bei Diabetes auf Insolin
verzichten)

hihi! ich auch!


Religion ist ok, wenn erkannt wird, dass sie
nichts mit dem Leben und mit der Gesellschaft zu
tun hat und nur als Alibi gehalten wird. (was
glücklicherweise heutzutage immer mehr in den
Vordergrund tritt)

dann ist sie an sich immer noch nicht okay, aber viel unschädlicher. wenn das um sich griffe, wären wir den krempel endlich los, zu guter letzt.

Sie ist sehr problematisch, wenn aus ihr

abgeleitet wird, die Menschheit bestimme ihre
Geschichte nicht selbst!

es müsste in unserer dollen helvetischen verfassung eigentlich - höchstens - stehen: im namen des volkes. aber das wäre auch schon zu feierlich. es sollte, wenn schon vorausgehend etwas dort stehen soll, ungefähr lauten: wir wollen uns mühe geben.

amen? tamen!

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