Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Film "The Passion of the Christ" (Pegasos)

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Diskussionsbeitrag:

Am 11.03.2004 20:11 schrieb Pegasos:

Danke, dass du dieses Thema ansprichst. Ich hatte mit dem Gedanken gespielt, es selbst zu tun, aber jetzt hast du mir diese Entscheidung ja abgenommen.

Ich fand "Luther" ja schon beschissen - aber wie es aussieht, ist "The Passion of the Christ" sogar noch die Krönung. Ich habe auch schon einige Ausschnitte gesehen und selten war ich bei einem Film an diesem Punkt schon so sicher, dass ich ihn niemals in meinem Leben sehen möchte. Er würde höchstwahrscheinlich unverzüglich einen heftigen Brechreiz bei mir auslösen - so weit hat es "Luther" nicht gebracht. Der war vor allem ärgerlich, weil er so stark beschönigt war (durch ein paar "kleinere" Auslassungen) - bei "The Passion of the Christ" ist ja offenbar genau das Gegenteil der Fall. (Mal vorausgesetzt, das Zeug, das die Evangelisten geschrieben haben, entspricht auch nur irgendwie der Wahrheit. An Augenzeugen mangelte es ihnen ja ein wenig.)

Also wirklich: Es gibt selbst Christen, die diesen Film nicht sehen wollen und anderen davon abraten. Mir persönlich reicht die "Bildung" in dieser Richtung völlig aus, die ich erfahren habe, da ich nun einmal in einer christlichen Gesellschaft aufgewachsen bin.

*Das "Neue Testament" ist nicht weniger
blutrünstig, als das alte*

Auch nicht weniger frauenfeindlich:

"3Ihr sollt aber wissen, dass Christus das Haupt des Mannes ist, der Mann das Haupt der Frau und Gott das Haupt Christi." (1 Korinter 11,3)

"7Der Mann darf sein Haupt nicht verhüllen, weil er Abbild und Abglanz Gottes ist; die Frau aber ist der Abglanz des Mannes. 8Denn der Mann stammt nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann. 9Der Mann wurde auch nicht für die Frau geschaffen, sondern die Frau für den Mann." (1 Korinter 11,7ff)

und auch die Nächstenliebe hat Grenzen:

"9Jeder, der darüber hinausgeht und nicht in der Lehre Christi bleibt, der hat Gott nicht. Wer aber in der Lehre bleibt, hat den Vater und den Sohn. 10Wenn jemand zu euch kommt und bringt diese Lehre nicht, dann nehmt ihn nicht in euer Haus auf und verweigert ihm den Gruß. 11Denn wer ihm den Gruß bietet, macht sich mitschuldig an seinen bösen Taten." (2 Johannes 9ff)

Christen behaputen oft, dass es eine wesentliche
Wandlung gibt vom alten zum "Neuen Testament"
der "Bibel". Gott hätte sich vom rachsüchtigen
zum vergebenden Wesen gewandelt.

Dann haben sie selbst aber auch nicht alles gründlich gelesen.

"34Denkt nicht, ich sei gekommen, um den Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert. 35Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; 36und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein." (Matthäus 10,34ff)

(Merke: Man kann die Bibel auch gegen die Christen verwenden, indem man ein paar solcher netten Äußerungen in der "Heiligen Schrift" bereit hält. Man muss sich ja nicht unbedingt alles antun.)

Im Übrigen finde ich diese Spalterei zwischen Altem und Neuem Testament, die Christen gerne betreiben, schlichtweg lächerlich. Da die Bibel eben beide umfasst, bildet auch das Alte Testament das Fundament des Christentums. Sie können sich nicht einfach nur die Sachen herauspicken, die ihnen gefallen und die anderen einfach wegreden! Wenn es in der Bibel Dinge gibt, die nicht vertretbar sind, sollten sie nicht übersehen werden, sondern Zweifel aufkommen lassen … Damit redet man nur meistens gegen eine Wand.

Das Christentum ist archaisch

Klar, die Texte sind schließlich 4000 bis fast 2000 Jahre alt.

Christen sind Judenhasser

An dieser Stelle danke ich unmoralische.de. Durch diese Seite habe ich erst erfahren, was für eine freundliche Person Martin Luther wirklich war. Vorher wusste ich kaum etwas über diesen Kerl - er hat mich auch nicht wirklich interessiert. Jetzt finde ich, dass man so einen Mann nicht ohne Einschränkung verehren darf.

Das Christentum ist eine brutale Religion

Das sowieso.

"Keine Religion hat so viele Menschenopfer gefordert und auf eine so schmähliche Weise hingeschlachtet als diejenige, die sich rühmt, sie für immer abgeschafft zu haben." (Bruno Bauer, Theologe)

Pegasos

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Wahrheit in der Berichterstattung... (mrw)


Am 12.03.2004 10:31 schrieb mrw:

Am 2004-03-11 20:11:57 schrieb Pegasos:
(Mal vorausgesetzt, das Zeug,
das die Evangelisten geschrieben haben,
entspricht auch nur irgendwie der Wahrheit. An
Augenzeugen mangelte es ihnen ja ein wenig.)

Nicht nur das: Der erste Evangelist, Markus, hat seinen Bericht 50 (fünfzig!) Jahre nach dem Tod von Jesu geschrieben (so Jesus denn überhaupt je gelebt haben sollte). Die anderen Evangelisten waren noch später. Keiner der Evangelisten war Augenzeuge, sie schrieben nach Hörensagen und das in einer Zeit, in der es keine Zeitungen, Radio, Fernsehen, Internet oder Telefon gab! Dafür gab es damals viel viel Aberglaube, noch viel mehr als heute.

Was meinst Du, wie glaubwürdig da die Evangelien

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