Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Religiöse Symbole (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 25.02.2004 00:42 schrieb mrw:

Hinweis: Es gibt einen interessanten Artikel zu dem Thema im aktuellen Bereich unter http://freidenker.ch

Am 2004-02-24 09:50:30 schrieb Pegasos: > eine Fundamentalistin, die als Lehrerin nun ihre

Schüler beeinflussen könnte. …

Ein demokratischer Staat muss laizistisch, religiös neutral sein, um nicht Teile der Bevölkerung zu diskriminieren. Beamte (Lehrer) müssen den Bürgern (Schülern) gegenüber als Vertreter eines religiös neutralen Staates gegenüber treten. Daher dürfen sie daher in ihrem Beruf keinerlei religiösen Symbole auf sich tragen. Nicht nur Kopftücher sondern auch Kreuze sind im öffentlichen Raum fehl am Platze. Grundsätzlich dürfen im öffentlichen (nicht kirchlichen) Raum weder religiöse Symbole platziert werden, noch dürfen Vertreter des Staates solche auf sich tragen.

Da den Deutschen laut Grundgesetz eine Glaubens-
und Bekenntnisfreiheit und deren freie Ausübung
zugesichert wird, halte ich das äußerst einseitige
Verbot des Kopftuches sogar für verfassungswidrig.

Nicht wenn alle religiösen Symbole gleichermassen verboten werden. Staatsbedienstete müssen halt eine minimale Kleiderordnung einhalten. In der Berufsausübung sind religiöse Bekenntnisse nicht angebracht, wenn man den Staat vertritt. Privat darf jeder tragen, was er will. Auch am Bankschalter oder bei McDonalds gelten Kleidungsvorschriften, mal sind es Kravatte, mal lächerliche Uniformen. Beim Staat ist es halt die geforderte religiöse Neutralität.

Das das Kopftuch (sofern die Frau es freiwillig
trägt)

Das ist genau das Problem. Anders als in der humanistischen westlichen Gesellschaft spielt in Islamischen Gesellschaften die Religion und das Patriarchat noch eine wichtige Rolle. Die Entscheidung, das Kopftuch zu tragen geschieht nur zu oft nicht freiwillig. Toleranz verdient aber nur, wer selber tolerant ist.

Denn so wie es aussieht läuft dieser Konflikt auf
eine einseitige Diskriminierung einer anderen
Religion durch konservative Christen heraus.

Das hätten die christlichen Fundies wohl gerne. Je länger je mehr merken sie aber, dass islamische Symbole nur verboten werden können, wenn gleiches für die christlichen auch gilt. Frankreich hat in dieser Hinsicht fair und konsequent entschieden, auch wenn ich den Eingriff in die Religionsfreiheit der Schüler (im Gegensatz zum Eingriff in die Religionsfreiheit von Staatsangestellten) für unangemessen und übertrieben halte.

Wenn Mädchen von der Familie zum Tragen eines Kopftuchs gezwungen werden, sollte aber in erster Linie nicht der Staat einschreiten, sondern die Mädchen sollten sich selbst wehren, das Kopftuch veweiger oder in der Schule ausziehen und den Konflikt mit den Eltern austragen. Nur gibt es in Frankreich halt noch das soziale Problem der Banlieus, wo die Islamisten unter sich sind und dadurch der Druck und die Kontrolle von aussen enorm zunimmt. Unter diesem Aspekt ist die Massnahme vielleicht angemessen. Allerdings sollte man eher auf eine bessere Vermischung der Bevölkerung hin arbeiten. Nur wenn einige Ausländer auf viele Franzosen kommen ist eine Integration möglich, ansonsten bilden sich mehr und mehr Ghettos.

Und wenn man schon einmal dabei ist, alle
religiösen Objekte aus den Schulen zu entfernen,

Religiöse Symbole haben an öffentlichen Schulen nichts zu suchen und sind zu entfernen. Ich würde mich weigern, meine Kinder an eine Schule zu schicken, wo religiöse Symbole vorhanden sind, respektive ich würde diese Symbole eigenhändig entfernen.

Es sollte zumindest nicht so sein, dass man vom
Religionsunterricht "befreit" werden muss - man
sollte sich aktiv darum kümmern müssen, wenn man
diesen wünscht.

Richtig.

jetzt in der Oberstufe ist
Religion bzw. Philosophie Pflicht!

Religion muss immer freiwillig sein, unabhängig davon, welche Fächer sonst noch besucht werden, und ist grundsätzlich durch die Glaubensgemeinschaften zu führen und zu bezahlen.

Filosofie ist ein sehr interessantes Fach. Aber Filosofie muss entweder für alle freiwillig sein, oder für alle obligatorisch. Alles andere ist eine Form von Diskriminierung, die ich niemals akzeptieren würde.

Die Wahl "Religion oder Filosofie" würde ich verweigern. Das würde ja aussagen, dass Religion ein vollwertiger Filosofieersatz sei, was nicht stimmt, oder dass diejenigen, die Religion nicht besuchten ein Defizit hätten, was ebenfalls nicht stimmt.

Eine atheistische Alternative gibt es nicht.

Doch: Weder noch! Die Verweigerung, die Konfrontation, die dauernde Absenz in beiden Fächern aus (a-/anti-)religiösen Motiven. Hätte es zu meiner Schulzeit bei uns so etwas gegeben, ich hätte mich aus Prinzip verweigert.

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