Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Nietzsche über Luther (und den Buddhismus) Re: Re: Christliche Ignoranz (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 17.12.2003 22:12 schrieb mrw:

Ach ja, wenn Du etwas lustiges, rasantes und zutreffendes über das Christentum lesen willst, wobei Nietzsche vor allem auf das Christentum als Verteidiger der Schwäche (wobei er übersieht, dass das nur ein Aspekt des Christentums ist):

http://www.gutenberg2000.de/nietzsch/antichri/antichri.htm

Ueber Luther sagt er:

Kapitel 61: "Re: … Cesare Borgia als Papst … Versteht man mich? … Wohlan, das wäre der Sieg gewesen, nach dem ich heute allein verlange -: damit war das Christenthum abgeschafft! - Was geschah? Ein deutscher Mönch, Luther, kam nach Rom. Dieser Mönch, mit allen rachsüchtigen Instinkten eines verunglückten Priesters im Leibe, empörte sich in Rom gegen die Renaissance … Statt mit tiefster Dankbarkeit das Ungeheure zu verstehn, das geschehn war, die Überwindung des Christenthums an seinem Sitz -, verstand sein Hass aus diesem Schauspiel nur seine Nahrung zu ziehn. Ein religiöser Mensch denkt nur an sich. - Luther sah die Verderbniss des Papstthums, während gerade das Gegentheil mit Händen zu greifen war: die alte Verderbniss, das peccatum originale, das Christenthum sass nicht mehr auf dem Stuhl des Papstes! Sondern das Leben! Sondern der Triumph des Lebens! Sondern das grosse Ja zu allen hohen, Schönen, verwegenen Dingen! … Und Luther stellte die Kirche wieder her: er griff sie an … Die Renaissance - ein Ereigniss ohne Sinn, ein grosses Umsonst! - Ah diese Deutschen, was sie uns schon gekostet haben! Umsonst - das war immer das Werk der Deutschen. - Die Reformation; Leibniz; Kant und die sogenannte deutsche Philosophie; die Freiheits-Kriege; das Reich - jedes Mal ein Umsonst für Etwas, das bereits da war, für etwas Unwiederbringliches … Es sind meine Feinde, ich bekenne es, diese Deutschen: ich verachte in ihnen jede Art von Begriffs- und Werth-Unsauberkeit, von Feigheit vor jedem rechtschaffnen Ja und Nein. Sie haben, seit einem Jahrtausend beinahe, Alles verfilzt und verwirrt, woran sie mit ihren Fingern rührten, sie haben alle Halbheiten - Drei-Achtelsheiten! - auf dem Gewissen, an denen Europa krank ist, - sie haben auch die unsauberste Art Christenthum, die es giebt, die unheilbarste, die unwiderlegbarste, den Protestantismus auf dem Gewissen … Wenn man nicht fertig wird mit dem Christenthum, die Deutschen werden daran schuld sein …"

Kapitel 39: "Der 'Glaube' war zu allen Zeiten, beispielsweise bei Luther, nur ein Mantel, ein Vorwand, ein Vorhang, hinter dem die Instinkte ihr Spiel spielten -, eine kluge Blindheit über die Herrschaft gewisser Instinkte …"

In Kapitel 10 schreibt er über die Theologien, die die deutsche Filosofie vergiften, Kant, Luther und Leibnitz. das wäre auch 'was für Deinen Filosofieunterricht…

Ab Kapitel 20 gibt er dem Buddhismus die Ehre ;-)

Auch sonst hat's im "Antichrist" viele tolle Zitate für den Religionsunterricht. Auch wenn man Nietzsche nicht in allen Punkten recht geben mag, so ist seine Analyse doch von erstaunlicher Klarheit:

"Es steht Niemandem frei, Christ zu werden: man wird nicht zum Christenthum "bekehrt", - man muss krank genug dazu sein"

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