Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Re: Re: Leben nach dem Tod (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 16.12.2003 09:50 schrieb mrw:

Am 2003-12-15 18:38:27 schrieb Pegasos:
- da es offenbar kein Leben vor der Geburt gibt, ist es naheliegend, anzunehmen, dass es auch kein Leben nach dem Tod gibt
Die Buddhisten (und die Hindus, glaube ich, auch)
glauben ja an die Wiedergeburt. Es könnte sein,
dass das Individuum sich nur nicht an seine
vorherigen Leben erinnern kann. (Was das Ganze
dann bringen soll, ist eine andere Frage.)

Eben, diese Vorstellung finde ich etwas seltsam. Ausserdem sin diejenigen, die berichten, sich an ein früheres Leben erinnern zu können genauso unglaubwürdig, wie diejenigen, die angeblich von einem UFO entführt wurden. Lustig finde ich auch, dass diejenigen, die sich angeblich an ihr früheres Leben erinnern können, immer Napoleon, Caesar oder ähnlich waren, aber nie irgendein unbedeutender Wicht, der irgendwo mehr schlecht als recht dahinvegetiert ist (was rein statistisch gesehen sehr viel wahrscheinlicher wäre).

Da sehe ich aber bereits zwei Schwierigkeiten: Da
es nicht schon immer Leben auf der Erde gegeben
hat, läuft auch dieses Modell auf eine endlose
Kette hinaus, die allerdings einen Anfang hat
(der liegt nur weiter zurück).
Und auch die Evolution schiebt dem Ganzen einen
Riegel vor. Wenn sich die Wiedergeburt nur auf
Menschen beschränkt, haben wir wieder das Problem
mit der verschwommenen Grenze zwischen Vorfahren
und "Menschen".

Das muss nicht sein. Die Wiedergeburt kann unmöglich nur auf Menschen beschränkt sein (das glauben die Hindi und Buddhisten ja auch nicht), sonst wäre sie gleich widerlegt, da es immer mehr Menschen gibt. Geht man davon aus, dass einige Menschen auch das Nirvana erreichen, musste es sonst immer weniger Menschen geben - es sei denn, es gäbe eine weitere Quelle, und hier kommt die Tierwelt ins Spiel. Ein schlechter Mensch kann ja auch als Wurm wiedergeboren werden. Wenn man nun zusätzlich hinzunimmt, dass auch tote Materie, z.B. Steine als Tiere geboren werden (das hat mir mal ein Buddhist auf ebendiese Frage erklärt), dann geht die Sache sogar auf und ist evolutionskompatibel:

  • Ursprünglich gab es nur tote Materie
  • Aus dieser wurden die ersten primitiven Tiere wiedergeboren
  • Durch "guten" Lebenswandel entwickelten sich diese immer weiter und wurden als immer höhere Lebensformen wiedergeboren
  • Bis hin zum Menschen
  • Weil es mehr Lebewesen gibt, die in der Hierarchie aufsteigen, als absteigen, entwickelt sich das Leben als ganzes weiter, wir nennen das Evolution, und es gibt immer mehr Menschen

Mit dieser Definition sehe ich zumindest auf den ersten Blick keinen eklatanten Widerspruch mehr. Beweisen kann man die Behauptung natürlich nicht, wie bei allen Religionen. Sie ist aber zumnindest weniger unsinnig, als das Christentum.

Wenn man nun noch sagt, dass de Mensch nach dem Tod wieder in seine Bestandteile zerlegt wird, und diese (z.B. über die Nahrungskette) wieder Bestandteil von neuem Leben werden, so haben wir eine Wiedergeburt - allerdings rein materiell. Der Geist hingegen lebt weiter in den Werken, die ein Mensch schafft, in den Kindern, die er erzieht und in den Spuren, die er hinterlässt. Ein Nietzsche (z.B.) ist zwar tot, aber dennoch unsterblich.

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Re: Re: Re: Re: Leben nach dem Tod (Pegasos)


Am 17.12.2003 16:45 schrieb Pegasos:

Wenn man nun
zusätzlich hinzunimmt, dass auch tote Materie,
z.B. Steine als Tiere geboren werden (das hat mir
mal ein Buddhist auf ebendiese Frage erklärt),
dann geht die Sache sogar auf und ist
evolutionskompatibel:

Ich halte den Buddhismus an sich für recht vernünftig - zumindest der Allgemeinheit gegenüber, denn Buddhisten sind ja tolerant. Diese Vorstellung ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass die buddhistischen Lehren das eigenständige Denken nicht verbieten, sondern sogar anregen, dass man über sie nachdenkt. So hat sich der Buddhismus mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen weiterentwickelt, während gewisse andere Religionen an ihrem überholten Bild festhielten.

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