Atheismus in der Schweiz
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Buddhismus und Laizismus Re: Re: Re: Re: Re: Re: Leben nach dem Tod (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 17.12.2003 20:30 schrieb mrw:

Am 2003-12-17 16:45:03 schrieb Pegasos:
Ich halte den Buddhismus an sich für recht
vernünftig - zumindest der Allgemeinheit
gegenüber, denn Buddhisten sind ja tolerant.

Na ja, ich bin da mit meiner Beurteilung etwas vosichtiger, der Buddhismus ist auch nur eine Religion, wenn auch zugegebenermassen weitaus weniger blutig, als andere. Nimmt man aber z.B. den tibetanischen Buddhismus, so wurde auch der missbraucht, um die weltlichen Machtansprüche des Dalai Lama zu rechtfertigen und eine feudale Sklavenhaltergesellschaft zu stützen. Und es gibt, laut "zehn vor zehn" im tibetanischen Buddhismus blutige Glaubensstreitigkeiten zwischen verschiedenen Strömungen. Andererseits habe ich noch nie gehört, dass sich Atheisten verschiedener Strömungen (Gibt es das überhaupt im Atheismus? Die Unterscheidung zwischen Atheisten und Agnostikern z.B. ist auch mehr theoretischer Natur.) wegen Glaubensfragen bekämpft hätten - gestritten ja, aber mit Argumenten, nicht mit Fäusten.

Mit dieser Definition sehe ich zumindest auf den
ersten Blick keinen eklatanten Widerspruch mehr.

Ich glaube, ich schon. Die Widergeburt kann ja
logischerweise erst nach dem Tod erfolgen - aber
wie stirbt tote Materie? Gibt es dafür auch eine
Erklärung? Wenn ja, würde sie mich interessieren.

Tut mir leid, ich verstehe nicht, wie Du das meinst. Kannst Du das etwas ausfühlicher erläutern?

Das ist vermutlich wieder der alte Streit zwischen Materialismus und Idealismus:

  • Besteht der menschliche Geist nur aus der Wirkung von Materie?
  • Oder existiert er unabhängig von der Materie?

Im ersten Fall ist es klar, wenn der Mensch stirbt, ist auch der Geist tot, wie bei einem kaputten Computer, wo die Daten auch verloren sind, wenn die Festplatte zerstört ist.

Man könnte in Variation dazu aber auch agrumentieren, dass der Geist zwar nur in Materie existiert, diese Materie aber feinstofflicher Natur ist, wie ein Gas oder ein Nebel, der aufsteigt und sich einen neuen Körper sucht.

Im zweiten Fall ist es dann so, dass der Geist sich von er Materie vollkommen trennen kann, und zu einem anderen Lebewesen (oder ins Jenseits) schwebt, wo er genau zum Zeitpunkt der Empfängnis Besitz ergreift.

Alles was ich dazu sagen kann ist, ich weiss es nicht. Meiner Meinung nach deuten alle wissenschaftlichen Untersuchungen und logischen Ueberlegungen eindeutig in Richtung Materialismus ohne Wiedergeburt. Aber wissen kann Mensch das nicht und jede andere Behauptung ist unredlich.

Schlimm
finde ich übrigens, dass der Kreationismus ganz
eindeutig in der Declaration of Independence
auftaucht. Dabei sind die USA doch ein Land, das
sich rühmt, Religionsfreiheit zu garantieren. -
Da sollten sie in dieser Hinsicht doch allgemein
bleiben, oder? (Vermutlich ist damit die Freiheit
gemeint, sich jeder christlichen Sekte
anzuschließen, die es dort gibt. "In God we
trust" - ein wunderbarer Grundsatz für ein Land,
das keine offizielle Staatsreligion besitzt.)

Die VSA sind alles andere, als religiös neutral. Ein Grossteil der Amerikaner sind extreme Christen (Stichwort: "Bibel belt"). Der neue Präsident ist sowieso ein Gottgesander Extremist. Eine seiner ersten Amtshandlungen war es, die Kirchen als Dienstleister gegenüber dem Staat zu stärken. Auf ihren Geldscheinen prangen Götzenhuldigungen ("in God we trust"), ihre Gesetze regeln den Sexualverkehr (in Florida ist beispielsweise alles ausser der "Missionarsstellung" gesetzlich verboten), ihre Präsidenten rufen Gott an für ihre Kriege, beten öffentlich, und und und…

Wenn Du einen laizistischen Staat willst, musst Du nach China gehen. Auch Frankreich schreibt den Säkularismus gross. Deutlich weniger säkular ist Deutschland, noch weniger die Schweiz, aber am allerschlimmsten unter den "westlichen" (pseudo-) Demokratien sind die VSA.

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Re: Buddhismus und Laizismus Re: Re: Re: Re: Re: Re: Leben nach dem Tod (Pegasos)


Am 18.12.2003 15:50 schrieb Pegasos:

Nimmt man aber z.B.
den tibetanischen Buddhismus, so wurde auch der
missbraucht, um die weltlichen Machtansprüche
des Dalai Lama zu rechtfertigen und eine feudale
Sklavenhaltergesellschaft zu stützen. Und es
gibt, laut "zehn vor zehn" im tibetanischen
Buddhismus blutige Glaubensstreitigkeiten
zwischen verschiedenen Strömungen.

Das wusste ich nicht. Weltanschauungen provozieren vermutlich häufig Streit - die Frage ist nur, ob dieser Streit blutig ausartet oder anders beigelegt werden kann.

Tut mir leid, ich verstehe nicht, wie Du das
meinst. Kannst Du das etwas ausfühlicher
erläutern?

Ok, ich versuche, es verständlicher darzulegen:

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