Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Ungläubige (mrw)

Nur angemeldete Nutzer dürfen mitdiskutieren.
Diskussionsbeitrag:

Am 05.12.2003 10:04 schrieb mrw:

Am 2003-12-04 20:10:12 schrieb Pegasos:
Ich selbst sehe mich als Atheistin, da es meines
Erachtens nicht genug vernünftige Gründe gibt, an
irgendeinen Gott zu glauben. Falls es doch
einen Gott gibt und er Wert darauf legt, von mir
verehrt zu werden, kann er mir das ja sagen -
sonst muss ich davon ausgehen, dass es keinen
gibt bzw. es ihm egal ist.

Das sehe ich genauso. Im Gegensatz zu Dir komme ich aus einem gläubigen Elternhaus, bin also Atheist der 1. Generation. Als ich 14 war, habe ich mich vom Glauben meiner Eltern abgewandt. Damals vor allem aus folgenden Gründen:

  • Die Religion widerspricht in vielen Punkten der Wissenschaft. In meinem konkreten Fall ging es vor allem um die "Schöpfungssage". Da stellte sich mir die Frage, welche der beiden Seiten glaubwurdiger ist, die Wissenschaft, die ihre Wahrheiten mit nachvollziehbaren Methoden und strengen Spielregeln findet, oder die Religion, die auf Offenbarungen und Behauptungen beruht, aber keine überzeugenden Beweise liefern kann.
  • Die Religion beantwortet Fragen nur sehr unzureichend und oberflächlich (eine der ersten Fragen in meiner Kindheit): Frage: Woher kommen wir? Antwort: Gott hat uns geschaffen. Gegenfrage: Woher kommt Gott? Antwort: Gott gab es schon immer. Schlussfolgerung: Wenn Du sagst, Gott habe es schon immer gegeben, dann kann man Gott geradesogut sagen, dass es das Universum schon immer gegeben hat. Wenn Gott aus sich selber heraus existieren kann, kann geradesogut das Universum aus sich selber heraus existieren. Gott ist da nur ein unnötiger Zwischenschritt aus fragwürdiger Quelle, der nichts erklärt, aber alles verkompliziert.
  • Ich habe festgestellt, dass es auf der Welt unzählige Religionen gibt, die in unzählige Sekten aufgesplittert sind. Jede davon mein, die absolute Wahrheit zu besitzen. Da kann ja etwas nicht stimmen! Also habe muss man versuchen, möglichst Abstand von der eigenen Herkunft gewinnen, in die man ja nur durch den Zufall der eigenen Geburt hineingekommen ist, um die verschiedenen Religionen möglichst neutral beurteilen zu können. Dabei bin ich zum Schluss gekommen, dass man unmöglich mit Sicherheit sagen kann, dass irgendeine davon die absolute Wahrheit besitzt. Die einzige zuverlässige Wahrheitsquelle ist noch die Wissenschaft.
  • Ausserdem konnte ich das grosse Glücksgefühl meiner Eltern nach einem Kirchenbesuch nicht nachvollziehen, im Gegenteil, bei mir machte sich eher Langeweile breit. (Und an alle christlichen Fundies, die meinen, ich müsse nur mein Herz öffnen und Gott eine Chance geben, damals hatte er die Chance, aber sie wurde ungenutzt vertan!) In der Kirche haben sie denselben Quatsch, der nichts mit der wirklichen Welt zu tun hat, immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt. Ich war der festen Überzeugung, dass ich einen guten Priester abgegeben hätte, ich kannte ihr immergleiches Geschwätz so gut, dass ich ohne weiteres einen "Gottestdienst" hätte leiten können. Dabei waren die noch stolz darauf, dass sie anders als die anderen Religionsgemeinschaften keine Reden aufschreiben müssen, sondern "Gott" ihnen alles auswendig zuflüstert - kein Wunder, wenn man immer den gleichen Stuss rauslässt…

Noch nebenbei bemerkt für Insider: Die Sekte meiner Eltern, wohin ich als Kind mitgeschleift wurde, nennt sich "Neoapostolische Kirche".

Hier können allgemeine Diskussionen zum Thema Atheismus stattfinden, die sich nicht direkt auf einen Artikel beziehen. Eine Anmeldung ist erforderlich. Es gelten die Teilnahmebedingungen.

Dies sind keine redaktionellen Beiträge! Hier melden sich die Gäste von atheismus.ch zu Wort.

Ein neues Thema starten: Neues Thema eröffnen.

Nur angemeldete Benutzer können antworten.
Seitenzugriffe seit 19.01.2009: hier: 967, atheimus.ch insgesamt: 1218635
Wiki-Verweis auf diese Seite: [[:10_diskussionsforum:29970128055149:20031205100439:00_index]]
Nächste Seite