Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Glauben & Weltbild/Lebenssinn Re: Re: Ungläubige (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 05.12.2003 12:54 schrieb mrw:

Am 2003-12-04 20:10:12 schrieb Pegasos:
Falls es doch
einen Gott gibt und er Wert darauf legt, von mir
verehrt zu werden, kann er mir das ja sagen -
sonst muss ich davon ausgehen, dass es keinen
gibt bzw. es ihm egal ist.

Das finde ich einen ganz wesentlichen Punkt. Wenn es einen Gott gäbe (und er an uns interessiert wäre), müssten wir nicht an ihn glauben, sondern wir wüssten, dass es ihn gibt, weil er genug Möglichkeiten hätte, uns das klar zu machen.

Glauben ist immer gleichzusetzen mit nicht wissen, oder noch tragischer mit nicht wissen wollen. "Ich glaube, es wird morgen regnen", heisst nichts anderes, als "ich weiss nicht, was morgen für ein Wetter sein wird, so wie ich es einschätze, wird es regnen."

Man glaubt (oder man glaubt nicht) an…

weil es sie nicht gibt.

Man glaubt nicht an…

  • Elefanten
  • Schweine
  • Nashörner

weil man weiss, dass es die gibt.

Man kann aber nicht sein ganzes Leben auf etwas ausrichten, das man nicht wissen kann! Man darf an etwas glauben, aber ein Glaube darf niemals das ganze Leben dominieren!

Dieser Umstand hat
den Nebeneffekt, dass ich es mir nicht einmal
vorstellen kann, mich von der Logik zu
verabschieden und an einen Gott zu glauben.

Das ist ein weiterer wesentlicher Punkt. Mit "glauben" wird jegliches Fehlen von Logik und Methodik kaschiert. Dies ist nur möglich, indem man Menschen ganz massiv von Kindsbeinen an indoktriniert.

Dennoch beschäftige ich mich mit diesem Thema, um
meinen eigenen Standpunkt zu finden und zu
festigen.

Da Du diese Seite nicht von Haus aus kennst, muss ich Dir raten, Dich auch mit den verschiedenen Religionen möglichst unvoreingenommen zu beschäftigen. Höre Dir die Religionsvertreter an, schau Dir an, was ihre Religionen in der Welt erreicht oder angerichtet haben, und entscheide frei und selbst.

Auch als Atheist darf man nicht nur Atheist sein, weil man als Atheist geboren wurde, sondern nur als Resultat von harter Auseinandersetzung mit allen Seiten, sorgfältigen Überlegungen und Abwägungen. Das andere sind diese berühmten, anektotischen Atheisten, die im Sterbebett plötzlich doch noch beten. Das kann einem Atheisten, der sich wirklich mit dem Thema Religionen auseinandergesetzt hat, nicht passieren. Darum gibt es in einem abstürzeneden Flugzeug eben doch Atheisten

Bist Du schon Mitglied bei den Freidenkern (http://www.freidenker.ch)?

Wie gesagt: Ich würde gerne erfahren, wie die
Weltbilder anderer "Ungläubiger" aussehen und
wie sie dazu gekommen sind.

Mein Weltbild deckt sich mit der wissenschaftlichen Erkenntnis, wobei ich durchaus auch damit leben kann, dass nicht alles bis ins letzte Detail bekannt ist. Das was bekannt ist, passt und ist stimmig.

Darüber hinaus bin ich offen für jede Art von Spekulation, die der wissenschaftlichen Erkenntnis nicht widerspricht (Matrix, Multiversen, etc.), wobei ich solche Weltbilder immer als das betrachte, was sie sind: reine Spekulationen. Nie würde ich mein Leben danach ausrichten.

Den Sinn des Lebens definiert sich aus dem Leben selbst:

  • das Leben an sich ist ein Selbstzweck der Natur
  • das Leben ist so zu gestalten, dass man selber glücklich ist damit, dass man am Ende selber nichts bereuen muss
  • dies führt automatisch dazu, dass man andere anständig behandelt und respektiert (der Mensch ist ein soziales Lebewesen, als reiner Egoist kann er nicht dauerhaft glücklich werden)
  • dies führt auch automatisch zu einer grossen Toleranz gegenüber alternativen Lebensgestaltungen, da jede Peroson das Recht hat, sein Leben auf seine Weise zu gestalten, solange sie andere damit nicht schädigt
  • Familie, Freunde, Arbeit, Spiel, Spass und Hobby sind wichtige Bestandteile eines glücklichen Lebens
  • und wenn mal schwere Zeiten kommen, so wird es zur neuen Lebensaufgabe, diese zu überwinden und das Beste daraus zu machen
Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Re: Glauben & Weltbild/Lebenssinn Re: Re: Ungläubige (Pegasos)


Am 06.12.2003 11:09 schrieb Pegasos:

Danke für diese Anregung.

Um sich mit den verschiedensten Religionen auseinanderzusetzen, ist das Internet sicherlich ziemlich nützlich - vor allem, da man nicht sofort mit einem Fanatiker konfrontiert wird, der versucht, einem einzureden, dass diese Religion die absolute Wahrheit besitzt.

Ich werde mir mal ansehen, was die Freidenker zu sagen haben. (Dafür nehme ich dann aber die deutsche Vereinigung, da die sich mir eher anbietet.)

Eine Frage noch: Welche (bekannteren) atheistischen Religionen gibt es? Aus bereits genannten Gründen kann ich mich mit Religionen, die in irgendeiner Weise ein theistisches Weltbild vertreten, ganz und gar nicht anfreunden. Google findet bei dem Stichwort "atheistische

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