Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Lebensziel von Atheisten (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 16.09.2003 05:39 schrieb mrw:

Kay wirft im Gästebuch die Frage nach dem Lebensziel von Atheisten auf: "Was habt ihr dann überhaupt für Ziele? Worauf baut ihr euer Leben auf? Partys? Immer Spaß haben/machen?" Ich will versuchen, diese Frage hier zu beantworten.

Die Gegenfrage lautet narürlich wie immer: "Was sind die Lebensziele von Christen (oder sonstigen Gottgläubigen)?" Durch die Beantwortung dieser Gegenfrage wird es möglich, Unterschiede aufzuzeigen und vielleicht sogar die atheistische Lebensweise den Gläubigen verständlich zu machen.

Lebensziele von Christen

(Christen mögen mich in der folgenden Diskussion hier bitte gern korrigieren, wenn ich etwas falsches sage. In anderen Religionen mag es ähnlich sein, es wäre aber schön, wenn Vertreter anderer Religionen ihre Lebensziele einbringen würden.)

  • Ein gottgefälliges Leben führen.
  • Jedes Schicksal tapfer ertragen, und sich fügen.
  • Die Mühsal des irdischen ertragen, um im Jenseits glücklich zu werden.

Lebensziele von Atheisten

  • Ein Leben führen, das man nicht bereuen muss.
  • Positive Spuren hinterlassen, in Form von Erinnerungen und Werken.
  • Für eine bessere Zukunft kämpfen.
  • Sich selber entfalten, sein eigenes Potential ausschöpfen.
  • Hier im Leben, im Diesseits glücklich und zufrieden leben.

Wie wird ein Atheist glücklich?

  • Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.
  • Realistische Ziele stecken und realistische Erwartungen entwickeln.
  • Aufbau und Pflege des Familien- und Freundeskreises.
  • Arbeit und Freizeit nach den eigenen Vorstellungen sinnvoll gestalten.

Der Atheist geniesst sein Leben, wohlwissend, dass er nur dieses eine hat. Anders der Christ, dem sein diesseitiges Leben nur eine Last und Plicht auf dem Weg ins Himmelreich ist. Der Atheist sucht sein Glück in einem ausgewogenen Leben, dass er nach seinen Vorstellungen gestaltet. Extremsport, Orgien, Partys und Rauschmittel geniesst er massvoll, ohne sie zu verteufeln, da langandauerndes Glück nicht auf Exzessen beruhen kann.

Der Atheist bekämpft Ungerechtigkeiten und versucht, sein diesseitiges Leben zu verbessern, weil er genau weiss, dass es keine Gerechtigkeit nach dem Tode gibt. Er vertraut nicht einem mystischen Gottwesen, dass die Menschen nach dem Tod richtet, sondern er sucht Gerechtigkeit im diesseitigen Leben.

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Anmerkung (Re: Lebensziel von Atheisten) (mrw)


Am 17.09.2003 09:46 schrieb mrw:

Ich vergass zu betonen: Anders als bei den Religionen, die das Lebensziel aufdiktieren, liegt es im Atheismus vielmehr in der eigenen Verantwortung, dieses zu definieren. Wie jede Freiheit verlangt auch die Religionsfreiheit mehr Verantwortung vom Individuum. Das mag einigen nicht passen, ist es doch weniger bequem. Am einfachsten lebt es sich halt in einer totalen Diktatur, wo alles bis ins Detail vorgeschrieben ist, man nur Befehlen gehorchen muss und sich das Denken sparen kann. Dem Atheisten behagt dies nicht. Er besteht auf seiner Freiheit (und bekämpft daher auch die Religionen) und will seine Verantwortung wahrnehmen.

Einen schönen Spruch dazu habe ich im Internet gefunden (weiss nicht mehr genau von wem der war, Bertrand Russel, glaube ich):

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Re: Lebensziel von Atheisten (freak)


Am 17.09.2003 14:32 schrieb freak:

salümzZel…

hmmm… zu diesen zielen der christen wollte ich doch noch etwas anmerken. ich muss sagen, ich bin zwar christ, aber kann mich nur teilweise mit diesen vo dir formulieretn lebenszielen anfreunden. ja, ich versuche nach der bibel zu leben. das soll aber nicht heissen, das ich nicht meinen spass habe. es gibt christen, die keinen bock auf party haben, aber es gibt auch nichtchristen, die darauf keinen bock haben. und ich gehe genauso gerne auf partys wie andere leute. habe dort genauso meinen spass, nur habe ich nicht das gefühl, das ich dazu sturzbesoffen sein muss. denn der suff, genauso wie das kiffen ist ein moment des vergessens, alles ist easy und lustig, man hat keine hemmungen mehr usw.(zumindest habe ich das so erlebt. und ich habe nicht nur einmal

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