Objektives Kriterium (mrw)
Am 28.02.2003 16:23 schrieb mrw:
Ich wurde in den Diskussionen mehrmals gefragt, was ich denn damit meine, wenn ich nach einem objektiven Kriterium verlange.
Definition: Objektives Kriterium
Ein objektives Kriterium ist eine Methode, die jeder beliebige Mensch anwenden kann, um eine Streitfrage zu klären. Charakteristisch daran ist, dass es immer zum selben Resultat führen muss, wenn keine Fehler gemacht werden. Zwei Menschen, die einander nicht kennen, müssen zum gleichen Resultat gelangen, unabhängig von ihrer Kultur, Erziehung, religiösen oder politischen Meinung.
Objektivität in der Wissenschaft
Die Wissenschaft bietet eine solche Objektivität: Weltweit gibt es nur eine einheitliche Wissenschaft. Für einen Wissenschafter kommt es nicht darauf an, ob er Liberaler, Freidenker, Atheist, Agnostiker, Kommunist, Christ, Buddhist, Shintoist, Hindi, Neger, Chinese, Eskimo, Iraker oder Iraner ist. Das ist genial!
Das objektive Kriterium der Wissenschaft lautet:
- Übereinstimmung mit der Natur (im Experiment)
- Schlussfolgerungen mittels Logik
- Korrekte Vorhersagen mittels Mathematik
Keine Objektivität in der Religion
Religion ist im Gegensatz dazu, und darauf will
ich hinaus, alles andere als objektiv. Wenn zwei
Religionen sich widersprechen, z.B. der
Buddhismus und das Christentum, dann gibt es
kein objektives Kriterium, mit dem man diesen
Streit entscheiden könnte. Anders als bei der
Wissenschaft stehen sich bei Religionen nicht
Fakten, sondern nur Meinungen gegenüber. Daher
sind religiöse Diskussionen auch so unfruchtbar
Warum ein objektives Kriterium so wichtig ist
Ich stelle fest, objektiv und unvoreingenommen: Es gibt unzählige verschiedene, sich widersprechende Religionen auf dieser Welt. Diese Tatsache macht es sehr unwahrscheinlich, dass irgendeine dieser Religionen die absulute Wahrheit für sich alleine beanspruchen kann, wie es z.B. das Christentum tut. Eben gerade weil die Richtigkeit einer Religion so unwahrscheinlich ist, verlange ich handfeste Beweise. Je unwahrscheinlicher eine Behauptung ist, desto höher ist der Anspruch an Beweise. Darum verlange ich ein objektives Kriterium, das jere Mensch anwenden kann, welches zwingend darauf führt, dass eine Religion recht hat. Ansonsten kann nämlich jeder behaupten, was er will.
Dazu kommt noch, dass wenn es einen Gott gäbe, der uns alle erschaffen hat, und der an uns interessiert ist, dann müssten alle Menschen dieser Erde selbstständig, und ohne Missionierung oder Offenbarung, in der Lage sein, diesen Gott eindeutig zu erkennen. In Anbetracht der vielen Religionen, die es gibt, ist das offensichtlich nicht der Fall. Das sagt mir aber, dass es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen solchen Gott gibt.
Die Behauptung, "Es gibt einen Gott" widerspricht meiner alltäglichen Beobachtung. Ich sehe keinen Gott, es spricht auch kein Gott mit mir. Daher ist diese Behauptung für mich absurd. Wenn nun aber jemand eine absurde Behauptung aufstellt, bin ich nur bereit, ihm zu glauben, wenn er dafür überzeugende, eindeutige und objektiv nachvollziehbare Beweise präsentieren kann.
Wenn jemand die Bibel als Basis für Religion präsentiert, dann muss er dementsprechen objektiv und nachvollziehbar beweisen, dass die Bibel göttlichen Ursprungs ist. Ausserdem muss sich die Bibel mir Widerspruchsfrei und plausibel präsentieren. Dies ist nicht der Fall. Ich sehe viele Widersprüche in der Bibel und ich bin nicht bereit, diese einfach wegdiskutieren zu lassen. Die Widersprüche und Ungereimtheiten sind da und ich setze mir keine gefärbte Brille auf, um sie zu ignorieren!
Im Prinzip kann man sogar "beweisen", dass die Bibel widersprüchlich ist: Wäre sie es nicht, so wären alle Christen gleicher Meinung und es gäbe keine verschiedenen Konfessionen, keine Religionskriege, denn wie die Wissenschaft hätte man ein objektives Kriterium, mit dem jeder Streit eindeutig entschieden werden könnte. Dies ist offensichtlich nicht der Fall!
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Re: Objektives Kriterium (David) Am 14.07.2003 22:33 schrieb David:
So, sage auch was. Zuerst, bin Christ und glaube
an Gott, die Sünde und was da noch so alles ist
(verkehre in einer Freikirche) - lebe ganz gut
damit Zu den objektiven Kriterien - naja, die gibts nur in Teilbereichen des Glaubens. Der Glaube selber lässt sich NICHT objektiv erklären. Muss ich Dir recht geben. Für mich muss das bei einem Glauben gar nicht sein. Für mich ist der Glaube nicht einfach ein billiges hinterherrennen hinter einer Idee, sondern ein Erleben einer Beziehung zwischen Gott und mir, sozusagen die Praxis, welche über der Theorie steht. Zwei, drei Dinge sind mir da wichtig:
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Re: Re: Objektives Kriterium (mrw) Am 22.07.2003 14:39 schrieb mrw:
Das ist die (Natur-) Wissenschaft auch nicht. Sie ist vielmehr ein Wettstreit der Ideen, wobei die beste und überzeugendste Idee jeweils den Titel Lehrmeinung gewinnt.
Diese Aussage ist natürlich falsch. Der Glaube an einen Gott hinterlegt lediglich dem Universum einen Metafüsischen Hintergrund. Die korrekte Frage muss lauten:
Die Wissenschaft hat (mit dem aktuellen Kenntnisstand) keine Antwort darauf. Die Antwort "Weil sie von einem Gott erschaffen |
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Re: Objektive Wissenschaft (mrw) Am 23.07.2003 12:28 schrieb mrw:
Im Gegensatz zur Religion ist die Wissenschaft weltweit identisch, sogar Ausserirdische würden mit wissenschaftlicher Methodik die selben Resultate erzielen, wie wir Menschen. Darum ist Wissenschaft objektiv, sie ist unabhängig vom Betrachter! Ganz anders die Religion, da geht es um persönliche Erfahrungen mit Gott, und der kulturelle Kontext spielt eine wesentliche Rolle.
Nein, das ist falsch. Die Wisenschaft ist zuständig für alles, was irgendwie mit unserer weiterlesen … |
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Gott beweisen (Re: Gibt es Gott?) (mrw) Am 23.07.2003 13:44 schrieb mrw:
Das siehst Du völlig falsch. Es ist nicht meine Pflicht, Dir zu beweisen, dass es keinen Gott gibt, sondern es ist Deine Pflicht, mir zu beweisen, dass es einen Gott gibt! Wenn ich behaupte, es gibt kleine grüne ausserirdische Männchen, die unter uns leben, dann muss ich das beweisen, nicht Du das Gegenteil. Immer derjenige, der eine Behauptung aufstellt, muss sie beweisen. Es ist gänzlich unmöglich, die Nichtexistenz von etwas zu beweisen, darum muss die Existenz bewiesen werden, nicht die Nichtexistenz. Ein Beispiel: Ich behaupte: "Es gibt blaue Schwäne!" Nun ist es Dir vollkommen unmöglich, |
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Blutiger Gott und meine eigene Story (Re: Die böse Bibel) (mrw) Am 23.07.2003 15:21 schrieb mrw:
Wird auf dieser Domain (soweit ich weiss) nie zitiert, jedenfalls nicht von mir. Offenbar hast Du meine Bibelkritik (Religionskritik - Die Bibel, ein teuflisches Buch) nie gelesen, jedenfalls redest Du total an meiner Bibelkritik vorbei. "Auge um Auge, Zahn um Zahn." ist aber gar nicht mal so ein schlechtes Beispiel, zumal es z.B. in Saudi Arabien immer noch wörtlich umgesetzt wird. Im weiteren sagst Du:
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Objektive und subjektive Ethik (Re: Wie Christen zu leben haben) (mrw) Am 23.07.2003 17:05 schrieb mrw: Ich verstehe nicht, worauf Du ansprichst, daher eine Klarstellung: Ethik ist objektiv. Ehtik ist eine Ubereinkunft von Menschen darüber, wie sie sich gegenseitig verhalten. Nicht ein einzelner Mensch bestimmt die Ethik, sondern eine Gruppe von Menschen. Ethik ist subjektiv! Damit ist Ethik zwar immer noch subjektiv, nur auf diese Gruppe bezogen. Sie ist, wie Religion auch, Kultur und Kontextabhängig. Aber Ethik ist anders! Sie ist sowohl objektiv, wie auch subjkektiv, das heisst, man kann die an sich subjektive Ethik sehr wohl objektivieren, und das geht so: |
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Egoismus (Re: Warum ich das Christentum als richtig erachte) (mrw) Am 23.07.2003 17:50 schrieb mrw:
Das wesentliche dazu ist im Beitrag zur objektiven und subjektiven Ethik schon gesagt.
Tja, da hast Du wieder einmal die Evolution nicht verstanden. In der Evolution gewinnen nicht die Egoisten. Lebewesen, die in Gruppen leben, wie der Mensch, sind auf andere angewiesen. Stell Dir vor:
jeden Bissen, üben Mord und Totschlag aus, um sich einen Vorteil zu verschaffen.
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Re: Re: Unendlichkeit, Matrix und andere Theorien (Re: Objektive Wissenschaft) (mrw) Am 24.07.2003 13:03 schrieb mrw:
Gäbe es einen Gott, wäre es seine Pflicht, uns in die Lage zu versetzen, dies nachvollziehen zu können. Zumindest dann, wenn er von uns etwas will (Verehrung, Anbetung, …). Wenn wir nicht in der Lage sind, dies nachvollziehen zu können, können wir sehr wohl daraus schliessen, dass es nicht so ist. Zumal die Wissenschaft eine sehr gute Alternative zu bieten hat.
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Re: Re: Wie ist Gott? (Re: Gibt es Gott?) (mrw) Am 24.07.2003 13:44 schrieb mrw: Dann ist er keiner, denn offenbar hat er es nötig: "Du sollst keine anderen Götter neben mir haben", etc. Der christliche Gott ist eitel, agressiv und herrschsüchtig. Wehe dem, der einen anderen Gott anbetet oder gar ihm den Gehorsam verweigert. Offenbar hat er diese Schmeicheleien nötig. Offenbar hat er es auch nötig, dass man für ihn missioniert.
Satan, Schaitan, der Teufel. Offenbar ist er |
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Re: Re: Blutiger Gott und meine eigene Story (Re: Die böse Bibel) (mrw) Am 24.07.2003 15:21 schrieb mrw:
Das ist auch so etwas, was der Vorstellung eines allwissenden und allmächtigen Gottest widerspricht: Warum macht ein solcher Gott so fehlerbehaftete Menschen? Es hat vielleicht etwas mit dem "freien Willen" zu tun: Wenn ich nur das richtige tun kann, habe ich keinen freien Willen. Andererseits würde das automatisch auch heissen, dass der freie Wille eine schlechte Sache ist, nur wegen des freien Willens ist der Mensch schlecht, fehlerhaft und nur deswegen gibt es Leid auf dieser Welt. Aber ein freier Wille wäre auch denkbar, der dem Menschen erlaubt, zwischen verschiedenen |
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Re: Re: Objektive und subjektive Ethik (Re: Wie Christen zu leben haben) (mrw) Am 24.07.2003 16:00 schrieb mrw:
Die objektiven ethischen Grundregeln sind die, |
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Re: Re: Egoismus (Re: Warum ich das Christentum als richtig erachte) (mrw) Am 24.07.2003 16:16 schrieb mrw:
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Re: Objektives Kriterium (David) Am 22.12.2003 16:53 schrieb David: So, dies wird vermutlich mein letzter Beitrag hier
natürlich auch darauf hindeutet, dass ich das ganze echt interessant finde!) Einfach etwas möchte ich noch loswerden, weil ich denke, das stimmt: "Einem, der nicht glaubt, wird kein Beweis genügen, einer, welcher glaubt, braucht keinen"
Weiss nicht mal, von wem der Spruch ist - finde
ihn aber treffend. Wenn Du wissen willst, ob es
Gott gibt, oder wenn Du mal aus Langeweile
einfach mal etwas unnötiges ausprobieren willst,
dann Setz Dich hin und rede zu dem inexistenten
Gott und fordere Ihn heraus, Dir zu zeigen, wenn
es ihn gibt. Darfst mir das Resultat ruhig
schreiben, nimmt mich wunder Ich hoffe für diese Seite, und im speziellen für |
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Re: Re: Re: Re: Unendlichkeit, Matrix und andere Theorien (Re: Objektive Wissenschaft) (mrw) Am 22.12.2003 17:53 schrieb mrw:
Ganz einfach, angenommen es gäbe einen solchen Gott, und er erfüllt diese Pflicht nicht, dann ist es uns nicht möglich, ihn zu erkennen. Da die Bibel und die christliche Religion nur eine unter |
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