Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Re: Objektives Kriterium (mrw)

Nur angemeldete Nutzer dürfen mitdiskutieren.
Diskussionsbeitrag:

Am 22.07.2003 14:39 schrieb mrw:

Am 2003-07-14 22:33:00 schrieb David:
Für mich ist der Glaube nicht einfach ein
billiges hinterherrennen hinter einer Idee,

Das ist die (Natur-) Wissenschaft auch nicht. Sie ist vielmehr ein Wettstreit der Ideen, wobei die beste und überzeugendste Idee jeweils den Titel Lehrmeinung gewinnt.

Du glaubst nicht an einen Gott, somit ist
ein Entstehen der Welt mit dem ganzen Universum
ein Ding der Unmöglichkeit.

Diese Aussage ist natürlich falsch. Der Glaube an einen Gott hinterlegt lediglich dem Universum einen Metafüsischen Hintergrund.

Die korrekte Frage muss lauten:

  • Woher kommt das Universum, woher kommt die Existenz an sich?

Die Wissenschaft hat (mit dem aktuellen Kenntnisstand) keine Antwort darauf.

Die Antwort "Weil sie von einem Gott erschaffen wurde" ist aber nur eine pseudo Antwort mit lediglich aufschiebender Wirkung. Die korrekte Folgefrage muss dann lauten:

  • Woher kommt dann Gott?

Auch hier gibt es wiederum keine befriedigende Antwort, die nicht auch auf das Universum an sich angewendet werden könnte.

Wenn z.B. die Antwort lautet:

  • Gott existiert aus sich selbst heraus.

Lautet meine Entgegnung darauf:

  • Das Universum existiert aus sich selbst heraus. Das Konstrukt "Gott", diese Erklärungskrücke, ist unnötig.
Andersrum ist es aber für einen Gott, der
alle Möglichkeiten hat, das zu tun und
lassen, was er gerade will und auch zu
schaffen was er will in der Art wie er
will und in der Zeit die er will, ein
Leichtes, dieses Universum, in seiner
ganzen Fülle mit den ganzen Physikalischen
Grundsätzen aller Schönheit und so, in
den biblischen sieben Tagen zu erschaffen.

Ja, das kann er. Er hat selbstverständlich auch die Möglichkeit, das Böse zu erfinden (Jesaia 45:7), Menschen nach belieben abzuschlachten, den Teufel zu tolerieren, ein Blutopfer am Kreuz zu forden, Religionskriege inszenieren zu lassen, u.s.w. (siehe auch unter Religionskritik: "Die Bibel, ein teufliches Buch!").

Aber eines kann er ganz sicher nicht: Sich als liebenden, gnädigen Gott feiern zu lassen!

Ein solcher Gott ist Satan in Personalunion!

Wenn wir annehmen, dass es einen Gott gibt, dann müssen wir diesen Gott an seinen Taten messen! Wir müssen uns die Welt um uns herum ansehen und entscheiden, ob diese Welt, in der wir leben tatsächlich von einem gütigen, liebenden Gott erschaffen worden sein kann! Ist diese Welt, mit all ihren Abgründen, Kriegen, Morden, Psychosen wirklich das Werk eines allmächtigen, allwissenden, allgütigen Gottes? Oder eher das Werk von emotionslosen, unbarmherzigen Naturgesetzen?

Selbst wenn es einen Gott gäbe, könnten wir aus seinem Werk, der Welt, darauf schliessen, dass diser Gott ein bösartiger, sadistischer Dämon ist. Wenn wir an Gott glauben würden, müssten wir ihn bekämpfen, nicht verehren!

In sich widerspricht die Bibel somit nicht
so sehr der Wissenschaft

Sie widerspricht nicht nur der Wissenschaft (darum haben sich in der Vergangenheit (bis heute, wie man sieht) immer wieder Christen gegen wissenschaftliche Erkenntnis aufgelehnt), sondern auch sich selbst (wie u.a. viele Artikel und Beiträge auf dieser Seite belegen).

Die Bibelschreiber wussten instinktiv, warum sie die (Frucht der) Erkenntnis verboten: Erkenntnis führt zu Wahrheit und Wahrheit widerlegt ihren dümmlichen Glauben, der auf blindem Vertrauen basiert.

Der Punkt ist, dass bei Streitigkeiten zwischen (allen) Religionen und der Wissenschaft immer die Wissenschaft gewinnt. Das war in der Vergangenheit immer so und wird auch in Zukunft immer so sein. Der Grund ist der, dass nur die Wissenschaft über ein Instrumentarium verfügt, um Erkenntnisse zu objektivieren (jeder kann wissenschaftliche Erkenntnisse (u.a. durch Experimente) überprüfen, den Religionen fehlt diese Möglichkeit).

Die Wissenschaft ist vertrauenswürdig: International, kulturunabhängig, nachprüfbar, eindeutig (verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Kulturen gelangen zu denselben Erkenntnissen).

Die Religion ist beliebig: Lokal geprägt, kulturabhängig, zeitabhängig, uneindeutig (unabhängig voneinander kommen verschiedene Menschen (abgesehen von einigen Ähnlichkeiten) nie auf die selbe Religion). Jeder kann eine Kirche gründen, wenn er genügend Anhänger findet (und das ist leider meist kein grosses Problem, von Uriella bis zu den Raelianern).

(Zudem es einige
ganz berechtigte Zweifel an der Evolution
und deren Zeitberechnung gibt

Diese Zweifel sinbd mir bekannt. Sie sind keineswegs berechtigt, sondern ziemlich idiotisch. Dennoch: Diese Zweifel unterstehen wie alle anderen auch der wissenschaftlichen Methodik. Sie wurden (und werden) mit wissenschaftlichen Krtiterien untersucht (und verworfen).

Nochmals: Die Wissenschaft ist das einzige Instrumentarium, das und Menschen ein objektives Kriterium für den Wahrheitsgehalt einer Aussage in die Hand gibt. Jede Idee (und Religion) muss sich an der Wissenschaft messen und wird entweder akzeptiert oder verworfen.

- Frage der Sekten und anderen Dingen:
Gerade diese Frage ist für mich als
"Freikirchler" eine, welche mich
interessiert, da es einige "Landeskirchliche"
Leute gibt, welche behaupten, alles ausser
Landeskirchen seien Sekten. Dann gibt es
diejenigen, die behaupten, alle
Gruppierungen, welche behaupten, es gäbe
nur einen Weg der Erlösung das seien
Sekten (und es gibt noch einige mehr).

Gäbe es einen Gott, so wäre er verpflichtet hier Klarheit zu schaffen. Solche Streitereien liegen ja wohl nicht in seinem Interesse. Da er das nicht tut, gibt es ihn offensichtlich nicht.

Meine Definition

Tut mir leid, aber "Deine Definition" ist vollkommen uninteressant. Jeder "Christ" hat "seine Definition". Leider decken sie sich nicht, was ein Grund ist, dem Christentum jegliche Objektivität abzusprechen.

Die einzige Definition, die interessiert, ist die Gottes, aber leider bleibt er (oder sie?) die uns schuldig… (logisch, wenn es ihn nicht gibt)

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
Dies ist eine Reaktion auf den gewählten Beitrag. Gemäss Deiner Konfiguration wird er mit angezeigt.

Objektive Wissenschaft (David)


Am 22.07.2003 21:32 schrieb David:

Hallo

Ich werde mehrere Antworten geben, da diese ganze Sache sonst ewig lange und unübersichtlich wird…

Hier mal zu Objetktivität der Wissenschaft.

Die Wissenschaft ist genauso wenig objektiv wie eine Religion. So wie Du sie darstellst greift die Wissenschaft NUR Dinge auf, welche sie auch erklären kann, resp. bei welchen eine Erklärung potentiell als erreichbar scheint. Der Mensch wird, rein auf Wissenschaft basiert, nie seinen eigenen Horizont überschreiten. Diesen wird er sicher immer weiter ausdehnen, aber er wird ihn nie überschreiten - wie soll er auch, er kann das über seinem Horizont ja gar nicht erfassen, geschweige denn einordnen. Was sich aber jenseits unseres Horizontes befindet, können wir weder erfassen noch begreifen. Das Problem hat der

weiterlesen …

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
Dies ist eine Reaktion auf den gewählten Beitrag. Gemäss Deiner Konfiguration wird er mit angezeigt.

Gibt es Gott? (David)


Am 22.07.2003 22:11 schrieb David:

Ich sage ja. Weder kann ich es Dir beweisen, noch kannst Du mir die "nicht-Existenz" Gottes beweisen.

Wenn es Gott gibt, ist irrelevant, ob er gut oder böse ist, ob wir ihn sehen oder nicht, geschweige denn, ob wir ihn nachweisen und/oder verstehen können.

Auch kannst Du von einem Gott überhaupt nichts fordern - womit willst Du ihn bewegen? Was tun, damit er Deiner Forderung nachkommt und sich beweist, oder dass er seine Handlungsweisen in einer Art und Weise darlegt, damit wir sie in unserem beschränkten und begrenzten Wissen nachvollziehen können?

Wenn es Gott gibt, dieser existiert, denkst Du, es wäre für Ihn echt schwierig, ein Universum zu erschaffen, welches wir mit aller Wissenschaft nicht erklären können? Er könnte getrost etwas

weiterlesen …

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
Dies ist eine Reaktion auf den gewählten Beitrag. Gemäss Deiner Konfiguration wird er mit angezeigt.

Die "böse" Bibel (David)


Am 22.07.2003 23:05 schrieb David:

Gehen wir in diesem Teil mal davon aus, es gebe Gott (was ich aus den vorhergehenden Threads als durchaus berechtigte Ansicht betrachte, also Fragen dazu bitte bei den anderen Threads anbringen).

Du mischelst da gehörig 'was zusammen: Der wohl am meisten gehörte Satz in diesem Zusammenhang (weiss nicht mehr, ob Du den auch aufgeführt hast): Auge um Auge, Zahn um Zahn. Steht irgendwo geschrieben, dass ich auf ein ausgestochenes Auge nur mit der Vergeltung desselbigen des Täters reagieren darf? Ich habe das göttliche Recht, gleiches mit gleichem zu vergelten. Dies ist aber weder Pflicht noch die Idee, wie sich Gott unser Verhalten wünscht. In Gott verstehe ich zwei Personen (nebst der Dreieinigkeit, welche wir aber an der Stelle mal

weiterlesen …

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
Dies ist eine Reaktion auf den gewählten Beitrag. Gemäss Deiner Konfiguration wird er mit angezeigt.

Wie Christen zu leben haben (David)


Am 22.07.2003 23:31 schrieb David:

Das wissen vor allem all die Leute mega gut, welche nicht an Gott glauben - interessant. Wie will das ein aussenstehender beurteilen?

Wenn ich hier so einen Titel wage, dann begebe ich mich reichlich weit aufs Glatteis, da die Gefahr sehr gross ist andere zu beurteilen. So möchte ich an dieser Stelle festhalten, dass es nicht darum geht.

Du Schreibst immer wieder davon, dass der Glaube nicht objektiv ist. Auch die Ethik nimmst Du da als Besipiel. Da wage ich, Dir zu widersprechen: Wenn irgendjemand eine objektive Perspektive darüber haben kann, was richtig oder falsch ist, dann NUR jemand aussenstehender. Unter uns Menschen, wer ist aussenstehend? Wer hat das Recht zu behaupten, er habe recht mit seiner persönlichen Ethik?

weiterlesen …

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
Dies ist eine Reaktion auf den gewählten Beitrag. Gemäss Deiner Konfiguration wird er mit angezeigt.

Warum ich das Christentum als richtig erachte (David)


Am 23.07.2003 00:11 schrieb David:

Der Titel sagt schon alles. Denke, dieser Teil wird nochmal etwas "sachlicher".

In der Welt geht es immer darum, dass der Mensch dafür sorgen muss, dass er besser wird, gerecht ist, sich mit anderen arrangiert und so weiter. Bei anderen Religionen hat es der Mensch in der Hand, sich mit seinen Taten zu erlösen, oder der Erlösung näher zu kommen. In einer Atheistischen Welt hat es ebenfalls der individuelle Mensch in der Hand, sich zu entwickeln und das beste aus seinem Leben zu machen. In jedem Fall stehe ich als Individuum zuoberst in meiner persönlichen Hirarchie! Da werde ich zum puren Egoisten. Wenn es mir gut geht, kann ich es mir leisten, nett und gut zu anderen zu sein. Wenn es mir schlecht geht, dann tue ich das eher

weiterlesen …

Hier können allgemeine Diskussionen zum Thema Atheismus stattfinden, die sich nicht direkt auf einen Artikel beziehen. Eine Anmeldung ist erforderlich. Es gelten die Teilnahmebedingungen.

Dies sind keine redaktionellen Beiträge! Hier melden sich die Gäste von atheismus.ch zu Wort.

Ein neues Thema starten: Neues Thema eröffnen.

Nur angemeldete Benutzer können antworten.
Seitenzugriffe seit 19.01.2009: hier: 1193, atheimus.ch insgesamt: 1218635
Wiki-Verweis auf diese Seite: [[:10_diskussionsforum:29971104093832:20030722143935:00_index]]
Nächste Seite