Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Objektive Wissenschaft (David)

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Diskussionsbeitrag:

Am 22.07.2003 21:32 schrieb David:

Hallo

Ich werde mehrere Antworten geben, da diese ganze Sache sonst ewig lange und unübersichtlich wird…

Hier mal zu Objetktivität der Wissenschaft.

Die Wissenschaft ist genauso wenig objektiv wie eine Religion. So wie Du sie darstellst greift die Wissenschaft NUR Dinge auf, welche sie auch erklären kann, resp. bei welchen eine Erklärung potentiell als erreichbar scheint. Der Mensch wird, rein auf Wissenschaft basiert, nie seinen eigenen Horizont überschreiten. Diesen wird er sicher immer weiter ausdehnen, aber er wird ihn nie überschreiten - wie soll er auch, er kann das über seinem Horizont ja gar nicht erfassen, geschweige denn einordnen. Was sich aber jenseits unseres Horizontes befindet, können wir weder erfassen noch begreifen. Das Problem hat der Mensch ja bereits bei einem Begriff wie "Unendlichkeit".

Ich möchte nun am Beispiel dieser "Unendlichkeit" erklären, was ich meine: Mich dünkt, alles in der Wissenschaft dreht in die Richtung, für alles und jedes einen endlichen, definierbaren Status zu finden:

  • Mit riesen Berechnungen wird versucht, der Zahl Pi immer mehr auf die Schliche zu kommen (Für mich versteckt sich da auch die Hoffnung, doch noch ein Ende dieser Zahl zu erreichen)
  • Der Urknall in seiner ursprünglichen Theorie hat eine endliche Grösse und Masse zur Folge
  • Die Blasen-Theorie, nach der wir in einem von vielen Universen sind, bedingt endliche Rahmenbedingungen in Raum und Zeit für ein in sich abgeschlossenes Universum (In der Physik eine ernsthaft diskutierte Theorie)
  • Das Streben danach, Alles messen zu müssen: Eine Unendlichkeit kann man weder messen noch nachweisen - weil sie eben unendlich ist - und somit nie nachweisbar. Du kannst sie erahnen, annehmen kombinieren, aber NIE messen. Und was ist ein Beweis wert, welcher sich nicht nachvollziehen lässt? Nichts…
  • > Eine bewiesene Unendlichkeit würde den Menschen vor beträchtliche Schwierigkeiten in seinem Denken und Handeln bringen

Einige Beispiele wo die Wissenschaft als unsere Empfindung und sogenannte Objektivität versagt:

  • Ich finde den Film "Matrix" faszinierend - stell Dir mal vor, da gibt es einen Computer, der direkt an Deine Nerven angeschlossen ist und Dir alles, was Du zu erfassen glaubst, vorgaukelt. Er könnte Dir irgendein Universum zur Erforschung geben - Du würdest es nie merken
  • Eine andere Theorie: Nur Du existierst - niemand und nichts sonst. Du schwebst in einer Unendlichkeit von nichts (unabhängig, wie Du dort existierst und wie Dein Körper aussieht und beschaffen ist) und träumst. Du träumst Dir alles zurecht, was Du empfindest, Deine ganze Umgebung, Deine Freunde, die ganze Wissenschaft… Auch das würdest Du nie merken, geschweige denn, dass Du das nachweisen könntest.

Dies sind in meinen Augen legitime Möglichkeiten, welche Dich die Wissenschaft als objektiv zu sehen erlauben, aber letztendlich ist sie es doch nicht!

Du weisst sicher, worauf ich nun hinaus will: Die Religion ist nun nichts anderes als ein weiterer Versuch, die Welt auf einer Ebene zu erklären, wo eben die Wissenschaft versagt. Als solche ist es durchaus legitim, diese gleichwertig mit anderen Theorien und Ansichten anzusehen.

  • > Das diese Theorie nun ein höheres Wesen mit einbezieht, das obliegt der Freiheit dieser Theorie. Jeder Mensch kann nun, so er denn will, für sich - auf eine subjektive Weise - ob diese Theorie für ihn stimmt oder nicht.

In meinen Augen hat eine rein wissenschaftlich denkende Weise auch einen anderen riesen Nachteil: Beweise Dich selber! Beweise, dass Du existierst und lebst - das kannst Du nicht. Du kannst höchstens Deine subjektiven Empfindungen , Erfahrungen und Gedanken sammeln, für Dich auswerten und daraus schliessen, dass Du demnach wahrscheinlich existieren musst. Du kannst es sogar damit kombinieren, was Du der Meinung bist, von anderen, Dich bestätigende Meinungen zu sein. Egal, welchen Aufwand Du betreibst, Du kannst Dich selber NIE beweisen.

Wenn Du nun aber mit der Wissenschaft nicht einmal in der Lage bist, das für uns Menschen elementarste zu beweisen, unsere eigene Existenz, wie kann diese dann objektiv sein und als einzige Erklärung für unser Universum gelten?

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Unendlichkeit, Matrix und andere Theorien (Re: Objektive Wissenschaft) (mrw)


Am 23.07.2003 12:59 schrieb mrw:

Am 2003-07-22 21:32:56 schrieb David:
Eine bewiesene Unendlichkeit würde den
Menschen vor beträchtliche Schwierigkeiten
in seinem Denken und Handeln bringen

Das ist purer Unsinn. Ich sehe absolut kein Problem im Umgang mit Unendlichkeit.

- Ich finde den Film "Matrix" faszinierend

Ich auch :-)

- Eine andere Theorie: Nur Du existierst -
niemand und nichts sonst.
Die Religion ist nun nichts anderes als ein
weiterer Versuch, die Welt auf einer Ebene zu
erklären, wo eben die Wissenschaft versagt.

Der Witz am ganzen - was Du offenbar nicht bemerkt hast - ist, dass Sowohl die Matrix-Theorie, wie auch Deine andere Theorie und auch die Gott-Theorie zwar grundsätzlich (unter

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