Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Gibt es Gott? (David)

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Diskussionsbeitrag:

Am 22.07.2003 22:11 schrieb David:

Ich sage ja. Weder kann ich es Dir beweisen, noch kannst Du mir die "nicht-Existenz" Gottes beweisen.

Wenn es Gott gibt, ist irrelevant, ob er gut oder böse ist, ob wir ihn sehen oder nicht, geschweige denn, ob wir ihn nachweisen und/oder verstehen können.

Auch kannst Du von einem Gott überhaupt nichts fordern - womit willst Du ihn bewegen? Was tun, damit er Deiner Forderung nachkommt und sich beweist, oder dass er seine Handlungsweisen in einer Art und Weise darlegt, damit wir sie in unserem beschränkten und begrenzten Wissen nachvollziehen können?

Wenn es Gott gibt, dieser existiert, denkst Du, es wäre für Ihn echt schwierig, ein Universum zu erschaffen, welches wir mit aller Wissenschaft nicht erklären können? Er könnte getrost etwas bauen, woran wir Millionen Jahre forschen können, riesen Fortschritte machen aber wir ergründen dieses nie!

Es ist alleine seine Entscheidung, ob wir je etwas von ihm erfahren oder nicht - wobei er es ist, welcher festlegt, wie, in welcher Art und Weise, wieweit wir ihn erfahren, sehen, fühlen oder was auch immer.

Eine Denkweise, welche einen persönlichen Gott explizit als inexistent erachtet, bis dieser nachgewiesen werden könnte, dies ist eine recht beschränkte Denkweise:

  • Eine Wissenschaft, welche bewusst einen Faktor ausschliesst, dessen Inexistenz sie aber nicht beweisen kann, diese kann ich nicht ernst nehmen. Fakten zu finden, welche einem an einem Gott nicht passen oder die man nicht versteht, ist noch lange kein Beweis gegen dessen Existenz!
  • Eine Wissenschaft, welche voraussetzt, dass nur das zutrifft, was sie selber erfahren, erfassen und erklären kann, ist unvollständig und überheblich, da sie nichts toleriert, was sie nicht erfassen kann.

Wo ist da eine reine Wissenschafts-Denkweise besser als eine Religion mit Wahrheitsanspruch? Überhaupt nicht, nur dass sie obendrein noch beschränkt in deren Sichtweise ist. (→ Bitte fühle Dich nicht persönlich angegriffen, als beschränkt intolerant betittelt oder so - es sind einfach Schlüsse, welche ich aus diesen Aussagen ziehe und sollen so keinen Menschen werten! Das ist mir hier ganz wichtig. Ich will diskutieren, nicht streiten (Wobei man natürlich auch hier über deren Definition diskutieren könnte, was ich aber sein lasse ;-) ), geschweige denn, jemanden beleidigen…)

Die Frage, ob Gott existiert, in welcher Form auch immer, kann also gar nicht objektiv beantwortet werden. Ein Denkmodell: Es gibt einen Gott, der alles gemacht hat, er offenbart sich nur genau einmal, und nur genau einem Menschen, und zwar nur so weit, dass dieser weiss, dass es Gott gibt. Wer hat nun recht? Alle 7 Mia. Menschen, welche behaupten, es gibt keinen Gott, oder dieser eine, der die Wahrheit kennt?

  • > Nur ein Denkmodell, aber doch sicher einen Gedanke wert bei dieser Frage…

Nur Gott könnte diese Frage, ob es ihn gibt oder nicht, objektiv beantworten.

Ich kann bei dieser Frage nur für mich antworten. Ja, ich glaube, dass es Gott gibt. Nicht weil ich ihn beweisen kann, oder weil ich keine Fehler habe, oder weil ich keine Probleme habe, oder alles wüsste - nein, weil ich ihn erlebe. Sorry, da kannst Du nicht argumentieren. Da kann die ganze Welt und alle Vernunft gegen mich sprechen. Das hat nichts mit Toleranz, resp. Intoleranz zu tun, sondern einfach damit, was ich persönlich erlebt habe - wie subjektiv dies auch immer aussehen kann! Somit ist es für mich sogar wissenschaftlich zu behaupten, es gebe Gott, da ich ihn für mich nachweisen kann.

Objektiv betrachtet kann es nur folgende Möglichkeiten geben: Entweder es gibt Gott, mit allen Konsequenzen oder nicht. Dies gilt für alle Menschen, egal ob diese wollen oder nicht und ob diese das verstehen oder nicht. Nur kann man "leider" weder die eine noch die andere Möglichkeit beweisen - es bleibt ein Glaube

Wissenschaftlich konsequent muss man daraus aber schliessen, dass es durchaus Gott geben kann, und dieser selbst dann existieren würde, wenn er nicht mal nachgewiesen werden kann… Du kannst ihn also wissenschaftlich nicht ausschliessen

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Wie ist Gott? (Re: Gibt es Gott?) (mrw)


Am 23.07.2003 14:12 schrieb mrw:

Am 2003-07-22 22:11:22 schrieb David:
Wenn es Gott gibt, ist irrelevant, ob er gut oder
böse ist, ob wir ihn sehen oder nicht, geschweige
denn, ob wir ihn nachweisen und/oder verstehen
können.

Nein ist es nicht.

Es ist für und wichtig, zu erkennen, ob ein Gott gut oder böse ist:

  • Wenn es ihn gäbe und er wäre gut, wäre es

unsere moralische Pflicht, ihn zu unterstützen (z.B. durch Gottesdienste, Gebete, …)

  • Wenn es ihn gäbe und er ist böse, wäre es

unsere moralische Pflicht, ihn zu bekämpfen (z.B. indem wir seine Gegenspieler unterstützen, die Menschen über seine Bosheit aufklären, die Menschen am Gottesdienst/Gebet hindern, …)

Ich sage:

  • Es gibt keinen Gott.

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