Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Die "böse" Bibel (David)

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Diskussionsbeitrag:

Am 22.07.2003 23:05 schrieb David:

Gehen wir in diesem Teil mal davon aus, es gebe Gott (was ich aus den vorhergehenden Threads als durchaus berechtigte Ansicht betrachte, also Fragen dazu bitte bei den anderen Threads anbringen).

Du mischelst da gehörig 'was zusammen: Der wohl am meisten gehörte Satz in diesem Zusammenhang (weiss nicht mehr, ob Du den auch aufgeführt hast): Auge um Auge, Zahn um Zahn. Steht irgendwo geschrieben, dass ich auf ein ausgestochenes Auge nur mit der Vergeltung desselbigen des Täters reagieren darf? Ich habe das göttliche Recht, gleiches mit gleichem zu vergelten. Dies ist aber weder Pflicht noch die Idee, wie sich Gott unser Verhalten wünscht. In Gott verstehe ich zwei Personen (nebst der Dreieinigkeit, welche wir aber an der Stelle mal auslassen):

  • einerseits der Gott, welcher perfekt ist und absolut gerecht. In sich selber hat er absolute Objektivität, wenn es darum geht, da er diese Gerechtigkeit definiert. Ob wir diese mit unserem kleinen menschlichen Verstand verstehen oder nicht ist irrelevant. In dieser Gerechtigkeit geht es darum, dass auf jede ungerechte Handlung einem Menschen gegenüber dieselbige dem Täter zusteht: Gleiches mit gleichem. Auf der anderen Seite gibt uns Gott unser Leben und definiert, wie wir mit diesem Leben umgehen sollen. Wenn wir gegen dieses verstossen, dann verspielen wir unser Recht auf das Leben insgesammt. Wenn ich nun jemanden beklaue habe ich zwei Schuldner: Den beklauten (muss ihm das geklaute gleichwertig zurückgeben) und Gott (Da ich mich nicht an seine Auflagen fürs Leben halte, hab eich auch kein Recht darauf).
  • andererseit ist Gott der Vater, der mich nicht einfach so gemacht hat, sondern weil er mich liebt und mich als seinen Partner auf gleicher Stufe gemacht hat. Es tut ihm leid, das ich als Konsequenz meines Lebenswandels duch seine eingenen Massstäbe mein Leben verlieren werde. Nun ging es im alten Testament darum, ein Tier an Stelle des Menschen zu töten, mit Jesus gab er sich selber als Opfer hin - Gott will in sich selber konsequent sein, ich habe kein Recht auf mein Leben, akzeptiert aber ein stellvertretendes Opfer.

Ich darf durchaus selber bestimmen, ob ich von meinen Recht gebrauch machen will oder nicht. → Lies in dem Zusammenhang noch Matthäus 18, 21-35

Du schreibst viele Beispiele, in welchem tatsächlich ganze Blut-Exzesse dargestellt sind. Wenn es Gott gibt, kannst Du nicht ausschliessen, dass ein getötetes Kind tatsächlich bei Gott in den Himmel kommt (Claudia hat mal was in der Art in einem anderen Thread geschrieben). Wie er Gerechtigkeit handhabt kannst Du NICHT beurteilen, geschweigen denn fordern - oder verstehst Du Gott? Wo Du ihn nicht einmal kennst? Oder behauptest Du, Du würdest jemanden (eben Gott) kennen, von dessen Handlungen Du nur eine Beschreibung vorfindest und bewertest?

Gott sagt NIE in der Bibel, wir müssen alle Menschen töten. Wenn er einen Befehl zum töten gab, dann waren das immer punktuelle konkrete Anweisungen in eine klar definierte Situation. NIE hat Gott den Befehl dazu gegeben, global Menschen zu töten.

Es ist eine Lüge zu behaupten, die Kreuzzüge, oder andere heiligen Kriege seien biblisch legitimiert

  • irrelevant was Menschen sagen, die dies so

interpretieren.

Nach dem höchsten Gebot gefragt, sagt Gott (in Jesus) ganz klar: Matthäus 22, 36-40 Meister, welches ist das höchste Gebot im Gesetz? Jesus aber antwortete: Du sollst den Herrn, Deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt (übrigens bereits nachzulesen im alten Testament, 5. Mose 6, 5). Dies ist das höchste und grösste Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst Deinen nächsten lieben wie Dich selbst (bereits vorhanden in 3. Mose 19, 18). In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

Steht da irgend was von Zwangsbekehrung? Von morden und abschlachten? Wenn Gott punktuell eine Strafe über einen anderen Menschen ausspricht, dann ist das sein Recht als Gott - wie wolltest Du ihm das verwehren? Du darfst das falsch finden, und es macht auch nichts, wenn Du es nicht verstehst, das wird NIRGENDS verboten! Aber in all dem sollen die Menschen einander uneingeschränkt annehmen und akzeptieren (was wiederum nicht heisst, dass ich alles, was ein Mensch macht als gut erachten muss! Aber als Menschen und von Gott geliebte Person soll ich ihn annehmen).

Deine Reaktion auf das Argument von Claudia, wegen den Kindern töten, war auch etwas kurzsichtig. Wenn es Gott gibt, dieser gerecht ist und zum Schluss kommt, dass es richtig ist, ein "unschuldiges" Kind zu töten, auf dieser beschränkten, kleinen, verderblichen Welt, wieso ist es da so abwegig auf einen Ort und auf eine Zeit zu bauen, welche wir nach unserem irdischen Leben noch kennenlernen werden? Versuche mal die Relationen zu betrachten, was doch durchaus im Bereich des möglichen ist: Gott nimmt letzt endlich einen Menschen aus diesem irdischen Leben und nimmt es auf in eine Ebene, wo alles ok ist… In sich betrachtet in meinen Augen kein Problem!

  • > Dies ist allerdings KEIN Argument, dass wir Menschen die Berechtigung haben ein solches Urteil zu fällen. Wir Menschen haben auch nicht über Krieg und Frieden zu bestimmen, wir sollen eifach einander lieben - weiss nicht wie Mr. Bush unter diesen Umständen sein Handeln in seiner Politik begründen kann…

Im Weiteren essen wir beim Abendmal NICHT das Fleisch von Jesus oder trinken sein Blut! Wir nehmen Brotstückchen (→ sollte gebrochen darstellen) und Traubensaft (kann den Wein gut ersetzen, bin ich überzeugt) um uns daran zu erinnern, dass Jesus eben sein Fleisch und Blut an unserer Stelle gegeben hat. Es soll EIN ZEICHEN sein! Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wenn Jesus es anders gewollt hätte, hätte er seinen Jüngern ein echtes Gruselmahl angeboten und nicht Brot und Wein.

Über die Bibel können wir uns eh noch lange unterhalten: Deren Wahrheitsgehalt: Interessant, dass uralte Schriftrollen und überlieferte Texte nicht oder höchstens in unwesentlichen Details voneinander abweichen, interessant, wie diese verschiedenen Personen den gleichen Gott in einem Facettenreichtum beschreiben und doch geht es immer um denselben Gott.

Wenn Du schon all diejenigen Stellen gelesen hast und Dir Gedanken darüber gemacht hast, was denn alles falsch ist, hast Du es auch mal andersrum VERSUCHT?

Die Frage nach dem Glauben an Jesus Christus ist weniger eine Frage des Könnens sondern vielmehr eine Frage des Wollens. Und wenn jemand NICHT will, dann muss man gar nicht vesuchen, ihn "zu bekehren" - selbst mit schlüssigen Argumenten.

Ich gestehe, dass ich lange nicht alles in der Bibel verstehe, und dass ich auch so meine Fragen an Gott habe, aber doch zeichnet für mich die Bibel ein Bild von Menschen, die so voller Fehler und Problemen sind und eines Gottes, der die Menschen sucht und ihnen begegnen will.

Hast Du Gott mal angerufen und gefragt, ob es ihn gibt? Hast Du ihn gesucht? Wie kannst Du dann behaupten, er sei böse, resp. es gibt ihn nicht?

  • > Sorry, da sehe ich auch ein wenig Inkompetenz den Christen gegenüber. Diese erleben Gott UND die Wissenschaft, welche Du über alles stellst. Du kennst nur die Wissenschaft

So, weiss nicht, ob ich die ganze Zeit beim Thema geblieben bin, hoffe aber, Du verstehst meine Argumente

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