Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Wie Christen zu leben haben (David)

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Diskussionsbeitrag:

Am 22.07.2003 23:31 schrieb David:

Das wissen vor allem all die Leute mega gut, welche nicht an Gott glauben - interessant. Wie will das ein aussenstehender beurteilen?

Wenn ich hier so einen Titel wage, dann begebe ich mich reichlich weit aufs Glatteis, da die Gefahr sehr gross ist andere zu beurteilen. So möchte ich an dieser Stelle festhalten, dass es nicht darum geht.

Du Schreibst immer wieder davon, dass der Glaube nicht objektiv ist. Auch die Ethik nimmst Du da als Besipiel. Da wage ich, Dir zu widersprechen: Wenn irgendjemand eine objektive Perspektive darüber haben kann, was richtig oder falsch ist, dann NUR jemand aussenstehender. Unter uns Menschen, wer ist aussenstehend? Wer hat das Recht zu behaupten, er habe recht mit seiner persönlichen Ethik? Du kannst noch so darüber wettern, wie die Christen nicht einheitlich, geschweige denn, gut leben. ok, hast Du recht. Was sie aber gemeinsam haben ist die Akzeptanz dessen, dass sie sich nicht anmassen (jedenfalls in der Regel) Ihre Ethik sei die richtige. Sie Stellen Gottes Ethik, resp. deren Auslegung über ihre eigene Meinung. Dass das natürlich immer wieder anders interpretiert wird und die komischsten Auswüchse haben kann versteht sich von selber. Aber wir Christen bemühen uns zumindest, eine Ethik zu akzeptieren, welche wir über unseren eigenen Willen stellen (ok, nicht immer viel darüber, aber es geht doch um meine innere Haltung…)

Es ist interessant, wie die Menschen immer betonen, wie wichtig es ist, den inneren Menschen zu betrachten und nicht die Äusserlichkeiten bis zu dem Punkt, wo es darum geht einen Christen nach dessen Fehlern zu beurteilen! Ist das vielleicht objektiv, fair oder sogar konsequent?

Als Christ zu leben ist nicht einfach, das soll hier mal gesagt sein. Es geht mir dabei weniger darüm, zu reklamieren oder gar mich zu rechtfertigen, als vielmehr Dich zum Nachdenken zu bewegen. Stell Dir folgende Situation vor: Da ist die Bibel mit vielen Gesetzen viele Übersetzungen, und Interpretationen von anderen Menschen. Dann kommt noch hinzu, Deine eigene Meinung dazu, die Meinunen anderer Christen und noch alle diejenigen, welche davon zwar nichts halten, aber dauernd auch noch an mir runkorrigieren müssen. Es ist nun mal nicht realistisch, dass eine Welt, die sich dauernd bewegt, mit x hundert Menschen in meiner unmittelbaren Umgebung und im Ganzen Milliarden davon mit sovielen eigenen Meinungen, Bedürfnissen und Gedanken eine einfache funktionierende, alles regelnde, jede Eventualität berücksichtigende Regel zu definieren, und diese Menschen, die zu schwach sind, ihre eigenen Regeln zu befolgen, tun das dann einfach? Wir Christen versuchen einfach, Gottes Ethik über unsere eigene zu stellen, soweit wir dies verstehen und schaffen.

Letztendlich habe ich alleine Gott gegenüber Rechenschaft abzulegen und ER beurteilt mich nach meinem Inneren - gut so. Er ist unabhängig und als einziger unparteiisch zwischen den Menschen. Dass ich Fehler mache ist klar, das weiss ich, und ich soll mich da reinknien, Gottes Wille zu gehorchen . Wie ich das mache, schaffe oder eben nicht ist mir überlassen. Was Gott sieht ist das Dilemma, dass ich niemals bestehen werde und als Ausweg aus dieser Situation hat er die ganze Sache mit Jesus angezettelt (resp. vorher das Töten eines Lammes anstelle des Menschen).

Wie kannst Du behaupten, Gott sei böse, da er das Böse zulässt, wenn ICH als Mensch mich dazu entschliesse, dem Bösen zu folgen und mir Gott dazu sogar noch eine Lösung schenkt?

Du redest davon, dass die Kirche (welche auch immer Du meinst…) die Erbsünde nur dazu braucht, um die Menschen an sie zu binden. Das mag stimmen, wenn es Gott nicht gibt. Da es Gott aber gibt (und streng wissenschaftlich auch geben kann!) ist es einfach eine Tatsache, dass es so ist. Da kann ich noch so motzen, reklamieren - Gott gibt mir ja die Möglichkeit auf mein Bitten hin, mir alles einfach so, ohne Bedingung und Taten zu vergeben.

Wie ein Christ leben soll: Er soll nach Gottes Willen leben versuchen und das von Herzen. Wenn er das macht, dann ist schon so viel getan. Er muss nicht irgendwelche Riten folgen, oder so und so viele guten Taten abhacken, oder zur Kirche gehen, oder den Zehnten abgeben. Bei wem all diese Dinge im Zwntrum stehen, für den wird das Christ-sein ein echter Krampf und das eigentliche Zentrum, nämlich die Beziehung zu Gott kommt zu kurz.

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