Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Warum ich das Christentum als richtig erachte (David)

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Diskussionsbeitrag:

Am 23.07.2003 00:11 schrieb David:

Der Titel sagt schon alles. Denke, dieser Teil wird nochmal etwas "sachlicher".

In der Welt geht es immer darum, dass der Mensch dafür sorgen muss, dass er besser wird, gerecht ist, sich mit anderen arrangiert und so weiter. Bei anderen Religionen hat es der Mensch in der Hand, sich mit seinen Taten zu erlösen, oder der Erlösung näher zu kommen. In einer Atheistischen Welt hat es ebenfalls der individuelle Mensch in der Hand, sich zu entwickeln und das beste aus seinem Leben zu machen. In jedem Fall stehe ich als Individuum zuoberst in meiner persönlichen Hirarchie! Da werde ich zum puren Egoisten. Wenn es mir gut geht, kann ich es mir leisten, nett und gut zu anderen zu sein. Wenn es mir schlecht geht, dann tue ich das eher nicht mehr so. Eventuell bin ich sogar so klug, einzusehen, dass es gemeinsam einfacher ist einem Problem zu begegnen, im Kern geht es aber immer nur um mich. Kunststück: Wenn ich für mein Wohlergehen verantwortlich bin, führt das automatisch zu der Haltung.

Das Christentum ist der einzige Lebensweg, wo ich das Zepter einem anderen überlasse. Nicht einem in seinen Fähigkeiten beschränkten Menschen, sondern einem perfekten Gott. Er möchte mich erlösen und mir den Weg durchs Leben zeigen, für den er mich geschaffen und mit Fähigkeiten ausgestattet hat. Ich kann mir seine Zuwendung NICHT verdienen, erkaufen oder erzwingen.

Wie könnte ich auch! Wenn es diesen Gott gibt, und der ist perfekt, wovon ich ausgehe, wie soll ich dem jemals gerecht werden?

Aber auch als Atheist: Wen gegenüber bin ich verantwortlich für mein handeln? Wer hat letzte Kompetenz zu entscheiden und zu richten? Wie kann ich es mir, objektiv betrachtet, jemals verdienen, dass ein Fehler NICHT irgendwelche Konsequenzen hat? Wie komme ich jemals aus einer Notlage heraus, wenn ich auf andere angewiesen bin, diese aber ebenfalls für sich schauen müssen (und es geht den entsprechenden Personen gerade schlecht, und sie müssen sich selber in Sicherheit bringen/halten)? Kommt dann das Darvin-sche Gesetz zum Zug? Sorry, verhängt - pech. Nun bist Du schwächer und fliegst? EIN Fehler in Deinem ganzen ach so tollen Leben, das Du so toll aufgebaut hast, und vielleicht tatsächlich sogar versuchst, gut zu leben, verbockt Dir den Rest Deines Lebens? Schade - da bin ich lieber abhängig von einem Gott, der mich liebt, und der von sich aus auf mich zukommt.

Weil da ist nämlich der grosse Unterschied: Der christliche Gott kommt an erster Stelle auf mich zu! Nicht ich auf ihn. ER bietet mir die Vergebung an. ER bietet mir an, mein Leben optimal zu leiten. ER will eine persönliche Beziehung mit mir. Ich finde das schön, und das tollste ist, dass ich es auch immer wieder so erlebe.

Mag sein, dass Du das als eindoktriniert definierst - traue mir bitte zu, mich selber an Gott herangewagt zu haben und meine Empfindungen und Erlebnisse auch sehr wohl rational einordnen kann. Es geht nicht um eine Kirche oder darum, die richtigen Dinge zu tun → Eben gerade nicht. Wo das im Vordergrund steht - bei dieser Kirche/Gemeinschaft mag ein Fragezeichen gewiss angebracht sein, aber in der Beziehung zu Gott geht es nur darum, dass Gott, der mich liebt, mich so gewollt hat, wie ich bin, sich mit mir über sämtliche menschlichen Grenzen hinwegsetzen will. Wie ich das meine?

  • Da ich Gott zutraue, mir auch zu helfen, wenn ich im "Seich" bin, kann ich mich auch auf Situationen einlassen, wo ich eben nicht mehr sicher, von menschlichen Massstäben aus gesehen, bin
  • Da ich Gottes Erlösung nur geschenkt bekommen kann, muss ich nicht zuerst auf mich schauen, wenn es darum geht, erlöst zu werden - Ich darf auch 'was in meinen Augen schief laufen lassen. Auch macht es nicht, in meinem persönlichen Leben anderen Menschen den Vorrang zu lassen - ich muss mich ja gegen nichts absichern!
  • Da mir Gott vergibt, kann ich auch in Situationen, wo ich schwer Mist gebaut habe, diesen loslassen und echt loswerden.

Eines ist klar: Wenn der christliche Glaube richtig ist, dann sind alle anderen Religionen (mit Ausnahme des Jüdischen) falsch. Sorry. Das hat nichts mit Intoleranz als vielmehr mit Konsequenz zu tun (Der Gott, der die Blutrache will, wird kaum von einem anderen, weil der sich das anders vorstellt, plötzlich die Vergebung eine tolle Sache finden - sorry, das ist ja wohl echt komisch.) Wenn alle Götter, die es gibt, gleichzeitig richtig sind, weshalb in den einzelnen Religionen das erzählen und hinführen der Menschen zu demselben?

Man kann den christlichen Glauben auch nicht daran messen, wie die fehlerbehafteten Menschen ihren Glauben in letzter Konsequenz leben, da ich uns Christen eingestehe, bei weitem kein heiliges Leben zu führen. Dafür sind wir vollumfänglich verantwortlich, aber es gibt eben einen Ausweg daraus. Wenn schon den christlichen Glauben beurteilen, dann die Bibel lesen und sich davon ein Urteil fällen!

Objektiv betrachtet ist für mich der christliche Glaube der einzige Weg, der realistisch als Alternative zu einer Gottlosen Welt in Frage kommt.

  • > Es ist nicht realistisch, dass es einen Gott gibt, der perfekt ist, und bei dem die Menschen ihre Erlösung verdienen können - was für ein Argument hätte so Gott, womit der Mensch sich ihm, als dem perfekten Gott, Gerecht machen könnte? Wie kann ich als Fehlerbehafteter Mensch jemals an die Perfektion eines Gottes hinkommen?
  • > Vielgöttertum: Was ist da die Hirarchie? Die Ordnung? Wie soll es viele böse Götter geben, aber nur eine undefinierte nicht fassbare Macht, die keine Persönlichkeit hat?
  • > Universelle Energie: Diese wäre so begrenzt wie das Universum, indem sie "herrscht". Was ist daran göttlich? Dann könnte es geradesogut ein Wesen sein, das sich durch die Evolution in Mia. von Jahren dazu entwickelt hätte
  • > Atheismus: Naja, dagegen kann man nichts sagen. Da sind wir bei der Frage, gibt es Gott oder nicht. Wenn schon keinen Christlichen Gott, dann gar keine, weill einen anderen, kann ich mir nicht vorstellen, macht keinen Sinn (ist aber schade, da die Welt so klein und begrenzt wäre…)

Ich finde es schade, wenn jemand aus kirchlichen Gründen nichts mit Gott zu tun haben will. Zumindest müsste man Gott die Chance geben, sich einem zu zeigen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Gott das auch tut, wenn ich ihn ernsthaft darum bitte. Wenn es ihn gibt, kann ich ihm zwar keine Regeln aufstellen, wie er sich gefälligst zu verhalten hat, aber wer weiss, wenn er wirklich mit mir zu tun haben will, dann wird er sich mir sicher zuwenden, wenn ich das wünsche.

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