Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Blutiger Gott und meine eigene Story (Re: Die böse Bibel) (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 23.07.2003 15:21 schrieb mrw:

Am 2003-07-22 23:05:16 schrieb David:
Du mischelst da gehörig 'was zusammen:
Der wohl am meisten gehörte Satz in diesem
Zusammenhang (weiss nicht mehr, ob Du den auch
aufgeführt hast):
Auge um Auge, Zahn um Zahn.
Re: …]

Wird auf dieser Domain (soweit ich weiss) nie zitiert, jedenfalls nicht von mir. Offenbar hast Du meine Bibelkritik (Religionskritik - Die Bibel, ein teuflisches Buch) nie gelesen, jedenfalls redest Du total an meiner Bibelkritik vorbei.

"Auge um Auge, Zahn um Zahn." ist aber gar nicht mal so ein schlechtes Beispiel, zumal es z.B. in Saudi Arabien immer noch wörtlich umgesetzt wird.

Im weiteren sagst Du:

Es ist eine Lüge zu behaupten, die Kreuzzüge, oder
andere heiligen Kriege seien biblisch legitimiert
- irrelevant was Menschen sagen, die dies so
interpretieren.

Diese Menschen (wie auch die Saudis und viele andere, die im Namen Gottes und der Bibel morden und verstümmeln) waren aber sehr wohl der Ansicht, ihre heiligen Kriege seinen von der Bibel legitimiert. Aber: Was ist den dass für ein heiliges, von Gott diktiertes oder inspiriertes Buch, das solches Unheil auf die Welt bringt! Allein diese Tatsache ist für mich Beweis genug, dass entweder die Bibel nicht göttlich, oder aber Gott ein Monster ist!

Wenn Gott eine Bibel schreiben lässt, und er ein allwissendes Wesen ist, dann weiss er, was damit geschehen wird, er weiss wie sehr sein "Wort" missbraucht werden wird. Also darf es so die Bibel nicht schreiben (lassen)! Tut er es trotzdem, so nimmt er den Missbrauch billigend in Kauf!

Mal ganz abgesehen davon, dass die Bibel ein von Grausamkeit, Blut und Gewalt strotzendes Buch ist. Angefangen bei der Vertreibung aus dem Paradies, über die Ertränkung fast allen Lebens, die Ermordung unschuldiger Kinder in Ägypten, der Ausrottung ganzer Völker (man nennt das Genozid), bis zur Kreuzigung und der Offenbarung des Johannes. Da ist von mir nämlich nichts aus dem Zusammenhang gerissen, das einzige, was die Bibel von vorn bis hinten verbindet, ist eine triefende Blutspur! Die Bibel ist daher nicht nur nicht Jugendfrei, sie erfüllt auch den Straftatbestand der Volksverhetzung!

In sich selber hat er absolute Objektivität

Du hast immer noch keine Ahnung, was Objektivität bedeutet! "In sich selber" und "Objektivität" schliessen sich gegenseitig aus.

Ob wir diese mit unserem kleinen
menschlichen Verstand verstehen oder
nicht ist irrelevant.

Es ist einzig und allein Gottes Fehler, wenn er uns nicht den Verstand gegeben hat, seine bluttriefende - sorry, ich meine geniale "Gerechtigkeit" zu verstehen.

Du schreibst viele Beispiele, in welchem
tatsächlich ganze Blut-Exzesse dargestellt sind.
Wenn es Gott gibt, kannst Du nicht ausschliessen,
dass ein getötetes Kind tatsächlich bei Gott in
den Himmel kommt (Claudia hat mal was in der Art
in einem anderen Thread geschrieben).

Zum einen ändert das nichts am Leid seiner Eltern und zum anderen, viel wichtiger:

Wenn Gott existiert (und angenommen, er sei gut und nicht böse), dann ist er für uns Menschen das grösste Vorbild, dem wir nacheifern sollten. Mordet er, so ist das eine Aufforderung an uns zu morden. Für ein Kind sind die Eltern das grösste Vorbild, es wird ihnen (vor der Pupertät zumindest) nacheifern und sie imitieren. Für die Menschheit aber ist Gott-Vater das Vorbild, dem wir nacheifern. Wenn die Eltern rauchen und saufen, wird das Kind es nicht verstehen, wenn ihm die Eltern selbiges verbieten, und es wird sich dagegen auflehnen.

Darum ist sein Verhalten auf Erden von grosser Bedeutung. Darum darf er nicht töten, wenn er uns das verbieten will.

Wenn er einen Befehl zum töten
gab, dann waren das immer punktuelle konkrete
Anweisungen in eine klar definierte Situation.

Aber er gab Tötungsbefehle! Da die Bibel abgeschlossen und seit 2000 Jahren nicht mehr erweitert wurde, haben die Menschen halt selbst entschieden, wann sie das subjektive Gefühl haben, dass Gott eine Tötung von ihnen verlangt. Aber gerade dieses subjektive Empfinden ist Dir ja so wichtig. Was bringt Dich auf die irrige Annahme, dass Du mit Deinem Gefühl recht hast, sie aber nicht?!?

Jeder gäubige Terrorist, hat das Gefühl, das Gotteserlebnis, das ihm das Morden befiehlt und es für ihn rechtfertigt+ Und die Bibel zeigt ihm, dass es durchaus üblich ist, dass Gott Mordbefehle erteilt!

Logische Schlussfolgerung: Subjektive Gefühle, Empfindungen und Gotteserfahrungen sind nicht nur Scheisse, sondern unglaublich gefährlich!

Darum brauchen wir Objektivität im wissenschaftlichen Sinne und müssen alles bekämpfen, was versucht, Subjektivität zu externalisieren!

weiss nicht wie Mr. Bush unter diesen
Umständen sein Handeln in seiner Politik
begründen kann…

Und ich weiss, dass gerade dieser Bush ein sehr gläubiger (und dummer) Christ ist! Leider gilt halt immer: Je gläubiger, desto fanatischer! Wenn es nicht so wäre, müsste ich den Glauben nicht so hart bekämpfen. Aber mit all dem Leid, dass Religionen auf dieser Welt geschaffen haben und immer noch schaffen, ist es meine moralische Pflicht, sie zu bekämpfen.

Im Weiteren essen wir beim Abendmal NICHT das
Fleisch von Jesus oder trinken sein Blut!

Moll, Ihr tut das und zwar symbolisch: "Der Leib und das Blut Jesus Christi für Dich gegeben"

Ritualisierter Kanibalismus.

Interessant,
dass uralte Schriftrollen und überlieferte Texte
nicht oder höchstens in unwesentlichen Details
voneinander abweichen

Interessant, wo Du diese haltlose Behauptung her hast…

hast Du es auch mal andersrum VERSUCHT?
[…]
Die Frage nach dem Glauben an Jesus Christus ist
weniger eine Frage des Könnens sondern vielmehr
eine Frage des Wollens.
[…
Hast Du Gott mal angerufen und gefragt, ob es ihn
gibt? Hast Du ihn gesucht?

Um dieses leidige Thema gleich abzuklemmen:

  • Ich kenne das Christentum
  • Ich wurde religiös erzogen
  • Meine Eltern sind es immer noch
  • Ich war selbst als Kind sehr gläubig

Und vom Glauben "abgefallen" bin ich:

  • Nicht weil ich irgendein schechtes oder tragisches Erlebnis gehabt hätte
  • Sondern weil ich den Verstand eingeschaltet habe
  • Weil ich mich gefragt habe, ob es wirklich richtig sei, die Ganze Zeit im Wappen des Glaubes sich gegen wissenschaftliche Erkenntnis aufzulehnen
  • Weil ich keinerlei persönliche Gotteserfahrung gemacht habe
  • Weil ich Gottestdienste mit zunehmendem Alter und Verständnis als langweilig und repetitiv empfand

Eine meiner ersten kritischen Fragen war überigens: "Wenn Gott die Welt erschaffen hat, woher kommt dann Gott?" Wie Du weisst, gibt es darauf keine Erklärung, die in Bezug auf den Urknall nicht genauso angewandt werden könnte.

Je mehr ich mich damit befasste, je sicherer war ich mir, auf dem richtigen Weg zu sein. Jetzt habe ich es nicht mehr nötig, im Fähnlein der Aufrechten einen Kreuzzug gegen die Wissenschaft zu führen. Ich kann nicht nur mit der Evolutionstheorie leben, seit ich mich genauer damit befasst habe (Christian De Duve, "Aus Staub geboren"), weiss ich auch, dass alle populistischen Argumente dagegen (zuviel Zufall, geschüttelter Schrott wird zum Flugzeug, …) nur zeigen, dass derjenige, der sie äussert keine Ahnung hat, wovon er spricht.

Ok., aber weiter will ich nicht über persönliches reden, es ist nämlich irrelevant. Wichtig sind harte Argumente und Fakten. Ich will Dir nur zeigen, dass ich schonb weiss, wovon ich rede, und dass Gott seine Chance hatte, sie aber bös verpatzte.

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Re: Blutiger Gott und meine eigene Story (Re: Die böse Bibel) (David)


Am 24.07.2003 00:31 schrieb David:

Es ist eine Lüge zu behaupten, die Kreuzzüge, oder
andere heiligen Kriege seien biblisch legitimiert
- irrelevant was Menschen sagen, die dies so
interpretieren.

Nein, das Problem ist, dass auch ich als Christ immer noch in erster Linie ein fehlerbehafteter Mensch bin. Meine Interpretation entspricht nicht der Gottes - logisch, da ich mich immer wieder von ihm abwende, kann ich mich gar nicht auf ihn konzentrieren sondern konzentriere mich immer wieder auf mich selber

Für mich soll da wirklich das Gebot Jesu DER Massstab sein. Diesen habe ich zu befolgen und keinen anderen. Dieses Gebot als von Gott selbst genannt höchstes Gebot nennst Du nämlich gefliessentlich nie - schade…

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