Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Blutiger Gott und meine eigene Story (Re: Die böse Bibel) (David)

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Diskussionsbeitrag:

Am 24.07.2003 00:31 schrieb David:

Es ist eine Lüge zu behaupten, die Kreuzzüge, oder
andere heiligen Kriege seien biblisch legitimiert
- irrelevant was Menschen sagen, die dies so
interpretieren.

Nein, das Problem ist, dass auch ich als Christ immer noch in erster Linie ein fehlerbehafteter Mensch bin. Meine Interpretation entspricht nicht der Gottes - logisch, da ich mich immer wieder von ihm abwende, kann ich mich gar nicht auf ihn konzentrieren sondern konzentriere mich immer wieder auf mich selber

Für mich soll da wirklich das Gebot Jesu DER Massstab sein. Diesen habe ich zu befolgen und keinen anderen. Dieses Gebot als von Gott selbst genannt höchstes Gebot nennst Du nämlich gefliessentlich nie - schade…


Wenn Gott eine Bibel schreiben lässt, und er ein
allwissendes Wesen ist, *dann weiss er, was damit
geschehen wird*, er weiss wie sehr sein "Wort"
missbraucht werden wird. *Also darf es so die
Bibel nicht schreiben (lassen)! Tut er es
trotzdem, so nimmt er den Missbrauch billigend in
Kauf!*

Es stimmt sehr wohl, dass er das alles weiss. Aber es ist die Verantwortung des Menschen, aus der Bibel nicht einfach eine einzelne Stelle zu nehmen, wo er das darim findet, was ihm gerade passt, sondern den gesammtkontext zu lesen. Wenn Jesus mir klar als höchstes Gebot gibt, meine Mitmenschen zu lieben, wie kann ich jemals davon ausgehen, ich könne mich Gott gleichstellen und in seinem Namen morden?


Mal ganz abgesehen davon, dass die Bibel ein von
Grausamkeit, Blut und Gewalt strotzendes Buch
ist. Angefangen bei der Vertreibung aus dem
Paradies, über die Ertränkung fast allen Lebens,
die Ermordung unschuldiger Kinder in Ägypten, der
Ausrottung ganzer Völker (man nennt das Genozid),
bis zur Kreuzigung und der Offenbarung des
Johannes. Da ist von mir nämlich nichts aus dem
Zusammenhang gerissen, das einzige, was die Bibel
von vorn bis hinten verbindet, ist eine triefende
Blutspur! *Die Bibel ist daher nicht nur nicht
Jugendfrei, sie erfüllt auch den Straftatbestand
der Volksverhetzung!*

Was wäre Dir lieber? Ein schönschreibendes Büchlein, das eine Auswahl an perfekten Geschehnissen auf dieser Welt beschreibt? Ist das realistisch? Die Bibel beschreibt schreckliche Erlebnisse, aber sie ruft nicht dazu auf! Die Bibel beschreibt die Menschen und zeigt schohnungslos auf, was Geschichte ist, was passiert ist.

Ob wir diese mit unserem kleinen
menschlichen Verstand verstehen oder
nicht ist irrelevant.


Es ist einzig und allein Gottes Fehler, wenn er
uns nicht den Verstand gegeben hat, seine
bluttriefende - sorry, ich meine geniale
"Gerechtigkeit" zu verstehen.

Wir sollen einzig seinen Geboten folgen - das andere ergibt sich dann von selbst. Es braucht niemand Gerechtigkeit zu verstehen, wenn wir uns an Gottes Gebote halten. Wobei ich mir natürlich sehr wohl der menschlichen Natur bewusst bin, und weiss, dass der Mensch nicht in der Lage ist, etwas zu akzeptieren, was er nicht versteht.

Du schreibst viele Beispiele, in welchem
tatsächlich ganze Blut-Exzesse dargestellt sind.
Wenn es Gott gibt, kannst Du nicht ausschliessen,
dass ein getötetes Kind tatsächlich bei Gott in
den Himmel kommt (Claudia hat mal was in der Art
in einem anderen Thread geschrieben).


Zum einen ändert das nichts am Leid seiner Eltern
und zum anderen, viel wichtiger:

Auch für diese ist das Leben auf dieser Welt nicht das Ende. Generell: Es wäre Hohn zu schreiben, wenn irgendjemand stirbt, das macht ja nichts! Aber im Kontext Gottes gesehen nimmt es einem tragischen Ereignis eine gewisse Tragweite.


Wenn Gott existiert (und angenommen, er sei gut
und nicht böse), dann ist er für uns Menschen
das grösste Vorbild, dem wir nacheifern sollten.
Mordet er, so ist das eine Aufforderung an uns zu
morden. Für ein Kind sind die Eltern das grösste
Vorbild, es wird ihnen (vor der Pupertät
zumindest) nacheifern und sie imitieren. Für die
Menschheit aber ist Gott-Vater das Vorbild, dem
wir nacheifern. Wenn die Eltern rauchen und
saufen, wird das Kind es nicht verstehen, wenn
ihm die Eltern selbiges verbieten, und es wird
sich dagegen auflehnen.

Das Vorbild für uns Menschen ist das Leben Jesus, wie er gelebt hat. Da konnt Gott selber auf diese Welt und lebt uns vor, wie wir leben sollten. Du hast sicher schon die Armbänder gesehen: WWJD - What Would Jesus Do? Das ist die Frage, welche sich ein Christ stellen soll. Ich sehe keine einzige Stelle in der Bibel, wo Jesus jemanden bestraft hat.


Logische Schlussfolgerung: Subjektive Gefühle,
Empfindungen und Gotteserfahrungen sind nicht nur
Scheisse, sondern unglaublich gefährlich!

Nicht sehr objektiv ausgedrückt ;-)


Darum brauchen wir Objektivität im
wissenschaftlichen Sinne und müssen alles
bekämpfen, was versucht, *Subjektivität zu
externalisieren*!

Damit nimmst Du dem Menschen aber sein Mensch-sein. Das was den Menschen nämlich ausmacht ist seine Subjektivität. Die Gefühle, die Gedanke, interpretationen, definitionen, die sich jeder selber strickt, dies mit einander austauscht… Ich will keine Welt der Objektivität - da könnten wir auch einfach ein Haufen Roboter sein (hätten sicher auch ein paar Probleme weniger :-) )

weiss nicht wie Mr. Bush unter diesen
Umständen sein Handeln in seiner Politik
begründen kann…


Und ich weiss, dass gerade dieser Bush ein sehr
gläubiger (und dummer) Christ ist!

Als gläubig mag er sich bezeichnen, kannst Du nicht beurteilen, und ob dumm, das wissen wir auch nicht

Leider gilt
halt immer: Je gläubiger, desto fanatischer!
Wenn es nicht so wäre, müsste ich den Glauben
nicht so hart bekämpfen. Aber mit all dem Leid,
dass Religionen auf dieser Welt geschaffen haben
und immer noch schaffen, ist es meine moralische
Pflicht, sie zu bekämpfen.

Damit bin ich wiederum nicht einverstanden. Ich kenne Menschen, die sind sehr gläubig, denen wirst Du es kaum anmerken. Ein tiefer Glaube an Gott äussert sich nicht in äusserlichem Fanatismus sondern in einer Liebe zu den anderen Menschen (Mutter Theresa als öffentlich bekanntes Beispiel?).

Im Weiteren essen wir beim Abendmal NICHT das
Fleisch von Jesus oder trinken sein Blut!


Moll, Ihr tut das und zwar symbolisch: _"Der Leib
und das Blut Jesus Christi für Dich gegeben"_…

Dieser Satz stimmt in sich als eine Beschreibung eines Ereignisses, aber ich esse/trinke das nicht. Sag mir bitte die entsprechende Bibelstelle, wo das so zum Ausdruck kommt…

hast Du es auch mal andersrum VERSUCHT?
Re: …]
Die Frage nach dem Glauben an Jesus Christus ist
weniger eine Frage des Könnens sondern vielmehr
eine Frage des Wollens.
[…
Hast Du Gott mal angerufen und gefragt, ob es ihn
gibt? Hast Du ihn gesucht?


Um dieses leidige Thema gleich abzuklemmen:
- Ich kenne das Christentum
- Ich wurde religiös erzogen
- Meine Eltern sind es immer noch
- Ich war selbst als Kind sehr gläubig

Und vom Glauben "abgefallen" bin ich:
- Nicht weil ich irgendein schechtes oder tragisches Erlebnis gehabt hätte
- Sondern weil ich den Verstand eingeschaltet habe
- Weil ich mich gefragt habe, ob es wirklich richtig sei, die Ganze Zeit im Wappen des Glaubes sich gegen wissenschaftliche Erkenntnis aufzulehnen
- Weil ich keinerlei persönliche Gotteserfahrung gemacht habe
- Weil ich Gottestdienste mit zunehmendem Alter und Verständnis als langweilig und repetitiv empfand

Die Frage dessen, ob Du persönlich an Gott die ernsthafte Frage gerichtet hast, ob es ihn gibt, hast Du mir nicht beantwortet - musst DU auch nicht - will hier kein Bekehrungsschreiben verfassen (Sorry, wenn es so rüberkommt)

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