Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Re: Re: Re: Unendlichkeit, Matrix und andere Theorien (Re: Objektive Wissenschaft) (Pegasos)

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Diskussionsbeitrag:

Am 23.12.2003 14:35 schrieb Pegasos:

Gäbe es einen Gott, wäre es seine Pflicht, uns in
die Lage zu versetzen, dies nachvollziehen zu
können. Zumindest dann, wenn er von uns etwas
will (Verehrung, Anbetung, …)

Und nochmals diese Frage: Wer will Ihm diese
Pflicht auferlegen?

Wenn dein Gott will, dass ich ihn verehre, muss er mir zeigen, dass es ihn wirklich gibt und dass er es wert ist, verehrt zu werden. Im Moment habe ich keinerlei Anhaltspunkte, ob es den christlichen Gott wirklich gibt. Die Existenz eines Gottes (wenn sie denn beweisbar wäre) müsste auch genauer differenziert werden, denn schließlich haben die meisten Religionen Götter.


er kommt auf uns zu und stellt sich als unser
Freund zur Verfügung!

Bei mir hat er das noch nicht gemacht.

Warum sollte ein Gott ein solches
Täuschungsmanöver veranstalten?

Warum Täuschungsmanöver?

Ich glaube, gemeint war Folgendes: Wenn es wirklich Gott war, der alles erschaffen hat, warum deuten dann die wissenschaftlich registrierbaren Hinweise nicht darauf hin?

- Ein allmächtiger, allwissender Gott schafft eine
perfekte Welt

Hat er auch. Wenn der Mensch diese aber kaputt
macht, dann kannst Du dies nicht Gott zum Vorwurf
machen!

Wenn die Welt perfekt wäre, wäre auch der Mensch perfekt, denn er ist Bestandteil dieser Welt. Wie aber allgemein bekannt ist, ist der Mensch eben nicht perfekt und damit fällt auch das Argument mit der perfekten Welt.

- Theodizee des Leids: Wenn ein allmächtiger, gütiger
Gott existiert, kann es daneben nichts Böses geben

Nicht wahr: Die Welt beweist Die das Gegenteil
Deiner Aussage. Die Frage ist nur, was Gott damit
macht. Er trennt sich davon. Das ist der Grund
für die ganzen Opfer des alten Testamentes und
Jesu Opfer im neuen Testament

Die Welt hat die Existenz eines allmächtigen und gütigen Gottes bisher noch nicht bewiesen. (Alle bisherigen Gottesbeweise sind widerlegt.) Und so kann man nicht zwingend von seiner Existenz ausgehen.

Mal abgesehen davon, dass niemand weiß, wie viel von dem, was in der Bibel niedergeschrieben wurde, wirklich historisch begründet ist - ist die Welt nach 30 n. Chr. plötzlich und schlagartig besser geworden? So weit ich das überblicken kann, nicht. Die Menschen verfügen heute über noch wirkungsvollere Waffen, um sich gegenseitig umzubringen. Wenn Jesus' Tod eine Maßnahme Gottes war, um das Böse zu vernichten, hat sie ziemlich wenig gebracht.

Oder aber er schafft einen Menschen, welcher einen
freien Willen hat, neugierig ist, sich deshalb
auch entwickeln kann…

Das ist doch schon erklärt worden: Eine Allmacht Gottes schließt den freien Willen des Menschen aus. Allmacht beinhaltet Allwissenheit, also weiß Gott im Vorraus alles, was jeder einzelne Mensch in seinem Leben denken, sagen und tun wird. Der Mensch ist so vielleicht der Ansicht, einen freien Willen zu besitzen, aber in Wirklichkeit weiß Gott bereits, was er als nächstes tun wird. Und wenn Gott so täte, als wisse er es nicht, wäre er nicht mehr allwissend.

- Ein allmächtiger, allwissender Gott muss nie
korrigierend in sein Werk eingreifen (z.B. durch
Sindfluten oder durch die Entsendung eines "Erlösers")

Es geht nicht ums "müssen", sondern ums
"wollen". Du schrenkst Gott in Deinen Gedanken
einfach zu sehr ein!

Rein von der Logik her müsste Gott doch eine Welt schaffen, die ihm so gefällt wie sie ist. Und da er allmächtig ist, weiß er ja genau, wie es mit dieser Welt weitergehen und enden wird, hat also einen sehr genauen Überblick.

Du sagst also, dass Gott sich diese seine "Lieblingswelt" (wäre sie es nicht, hätte er eine andere geschaffen) ansieht und denkt: "Also, diese Menschen dort finde ich jetzt doch blöd. Ich wusste zwar, dass sie sich so verhalten würden, aber jetzt bin ich nicht mehr gewillt, ihnen das durchgehen zu lassen - die müssen sterben." (Übrigens: Wenn Gott allwissend wäre, wüsste er auch, dass ihm die Welt später nicht mehr gefallen wird und was er daraufhin tun wird.)

Deine Argumentation ist nämlich so lange sachlich
und nicht von Deinen subjektiven Gedanken
geleitet, wie es nicht um Gott geht.

Und was macht dich so sicher, dass deine es nicht ist?

In meinen Augen ist kein von Menschen gegebenes
Kriterium objektiv, da es immer einem
beschränkten Menschen entspricht.

Alte Frage: Und warum sind wir so beschränkt?

Du sprichst der gesamten Menschheit soeben jegliche Objektivität ab - vielen Dank. Es gilt sowieso nur die Objektivität unter Menschen. Wenn Gott da irgendwie Teil haben will, kann er sich sicherlich bemerkbar machen.

Interessant, dass aber Religionen nie mehr Zulauf
hatten als im Moment!

Das macht sie auch nicht wahrer (s. "Millionen Fliegen"). Nebenbei: Kannst du dieses "nie" auch belegen?

Vor der Aufklärung war fast jeder Europäer ein Christ - der Zulauf beschränkte sich also auf die Geburten und die aktiv missionierten Ungläubigen.

Eine Jugend, welche wieder
die Religion aufsucht, weil die Wissenschaft
offensichtlich unsere innersten Fragen eben doch
nicht beantworten kann…

Ich zähle mich selbst zu dieser Jugend (ich bin 17) und ich muss dazu Folgendes sagen: Mir beantwortet die Wissenschaft zufriedenstellend - mehr als jede Religion es bisher getan hat.

Früher wärst Du am faulen Zahn elendiglich verreckt.

Nee, er wäre ausgefallen :-), und ich würde halt
mit einem Zahn weniger in der Welt herum
laufen…

Wenn die Wunde sich infiziert hätte, wärst du u.U. wirklich gestorben. Die hygienischen Bedingungen waren damals ja nicht gerade gut und so etwas keine Seltenheit.

Warum sollte er? Es hat so viele Menschen auf
dieser Erde, welche die Möglichkeit hätten,
diesem Dorf zu helfen - weshalb macht man Gott
einen Vorwurf, wenn die Menschen Ihre
Verantwortung nicht wahrnehmen?

Wenn Gott die Menschen geschaffen hat, ist es seine Verantwortung, dass es ihnen gut geht!

Pegasos

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Anmerkung (Pegasos)


Am 24.12.2003 10:20 schrieb Pegasos:

In meinen Augen ist kein von Menschen gegebenes
Kriterium objektiv, da es immer einem
beschränkten Menschen entspricht.


Alte Frage: Und warum sind wir so beschränkt?

Du sprichst der gesamten Menschheit soeben
jegliche Objektivität ab - vielen Dank. Es gilt
sowieso nur die Objektivität unter Menschen. Wenn
Gott da irgendwie Teil haben will, kann er sich
sicherlich bemerkbar machen.

Ich will dies mal etwas deutlicher formulieren: Wir Menschen sind nun einmal nicht unfehlbar und eine gewisse Subjektivität haftet jedem von uns an. So lange Gott uns aber keine "wirklich" objektiven Kriterien liefert, müssen wir uns eben mit der menschlichen Objektivität begnügen, die dann aber unter den Menschen auch anerkannt wird.

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